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Test Olympus E-30: Digitale Spiegelreflexkamera für Anspruchsvolle

26.06.2009 | 17:12 Uhr |

Wer ein Olympus-System besitzt, bekommt mit der E-30 die derzeit wohl beste Kamera geboten. Allerdings bieten ihre Konkurrentinnen nicht selten bessere Ergebnisse der Bildqualität - zum Teil für weniger Geld.

Ganz auf die Bedürfnisse semiprofessioneller Fotografen ist die Olympus E-30 zugeschnitten. Das merkt man gleich, wenn man sie in die Hand nimmt: Trotz Kunststoffgehäuse ist die Kamera sehr gut verarbeitet und bietet an den wichtigen Haltepunkten ausreichend gummierte Flächen. Außerdem sind die Abdeckungen für die Anschlüsse gummiert. Wie die E-620 bietet auch die E-30 ein zur Seite ausklappbares und schwenkbares 2,7 Zoll großes Display, das besonders in Kombination mit den Liveview-Modus ihre Stärken gegenüber der Konkurrenz ausspielt. Allerdings arbeitet der Autofokus im Lieveview-Modus langsamer, dafür bietet die Anzeige unter anderem ein Gitternetz und sogar eine digitale Wasserwaage. Auf eine Videofunktion muss indes auch die E-30 verzichten, in ihrer Liga bietet bisher nur die Pentax K-7 sowie die etwas niedriger angesiedelte Nikon D90 die Möglichkeit zur Filmaufnahme.

Gut ausgestattet

Olympus E-30
Vergrößern Olympus E-30

Abgesehen von der fehlenden Videofunktion besitzt die Kamera alle professionellen Ausstattungsmerkmale wie einen großen hellen Sucher mit austauschbarer Einstellscheibe, eine Drahtlosblitzsteuerung sowie eine Blitzbuchse an der Vorderseite. Gut gefällt zudem die Bracketing-Funktionen: Bis zu fünf Reihenaufnahmen für Fokus, Weißabgleich, ISO und Belichtungsstufen lassen sich erstellen. Gut gefällt der schnelle und präzise Autofokus, den die E-30 von der E-3 übernommen hat. Im Gegensatz zur kleineren E-Modellen von Olympus arbeitet der Autofokus auch bei geringem Licht flott und zuverlässig, ohne dass die Kamera Blitzsalven aussenden muss. Im Serienbildmodus schafft die Kamera knapp fünf Bilder pro Sekunde. Zum Standard einer DSLR-Kameras gehört mittlerweile ein Staubschutz, den auch die E-30 verwendet. Darüber hinaus bietet die E-30 einen eingebauten Bildstabilisator, der wie das Autofokus-System auch in der E-3 arbeitet. Zwei Speicherkarten lassen sich verwenden: Eine xD Picture Card sowie eine Compactflash Card. Will man die Panorma-Funktion der Kamera nutzen, muss man allerdings eine xD Picture Card verwenden, alle anderen Funktionen lassen sich auch mit eine Compact Flash Card verwenden.

Mit vielen Motivprogrammen ist die E-30 auch für Fotografen interessant, die der Kamera die Aufnahmeeinstellungen überlassen wollen. Über das Wahlrad lassen sich fünf Motivprogramme direkt wählen, über den Modi "ART/SCN" kann man elf weitere Motivprogramme sowie sechs Art-Filter ansteuern. Die Art-Filter ermöglichen unter anderem einen Pop-Art-Effekt, einen Soft-Fokus oder einen Monochrome-Film, der sogar die Körnung von Analogfilm simuliert. In diesem Fall braucht aber die Kamera teilweise einige Sekunden bis sie für die nächste Aufnahme bereit ist. Außerdem bietet bereits iPhoto die meisten dieser Effekte.

Bildqualität

Das gute Kit-Objektiv Zuiko Digital 14-54mm macht sich bei unseren Tests nach DC Tau positiv bemerkbar: Die Auflösung der 12,2-Megapixel-DSLR verläuft in allen Bildbereichen fast identisch und lässt zum Bildrand hin nur wenig nach, die Bildauflösung ist somit sehr gut. Den Liveview-Modus sollte man indes meiden, hier verschlechtern sich unsere Messergebnisse deutlich. Die Aufnahmen der E-30 liegen im 4:3-Format vor, bei allen anderen DSLR-Kameras im 3:2-Format. Zudem ist die Sensorfläche des Four-Third-Systems kleiner als bei der Konkurrenz, deren kleinste Sensorfläche die des APC-C-Analogfilms entspricht. So kann zwar das Objektiv kompakter gebaut werden, allerdings muss man so auch die Blende weiter öffnen um den selben bei Portrait-Aufnahmen Schärfenuntiefe-Effekt zu erzielen wie bei Kameras mit größerer Bildsensorfläche.

Die Meßlatten liegen schon sehr hoch und bis auf die sehr gute Auflösung der Kamera kann die E-30 bei der Bildqualität nicht mit ihren direkten Konkurrentinnen wie die Canon EOS 50D oder der Nikon D300 mithalten. Die Eingangs- und Ausgangsdynamik der E-30 ist noch gut, doch die Konkurrentinen können Aufnahmen etwas kontrastreicher und mit feineren Farbabstufungen wiedergaben. Beispielsweise beträgt die Eingangsdynamik der E-30 bei ISO 100 gerade mal 8,3 Blendenstufen (Maximale Anzahl Blendenstufen zwischen hellsten und dunkelsten Bildelement), bei der Canon EOS 50D 9,9 Blendenstufen. Der Wert sinkt bei der E-30 beispielsweise bei ISO 800 auf nur 8,1 Blendenstufen, bei der Canon EOS 50D auf immerhin noch 9,3 Blendenstufen. Auch das Rauschverhalten ist bei der Olympus E-30 deutlich ausgeprägter, wir messen bei ISO 100 einen Wert von 4,19 und bei ISO 800 einen Wert von 4,44. Dafür verteilt sich das Farbrauschen gleichmäßig über die Helligkeitsstufen und ist in hellen Bildteilen weniger ausgeprägt. Die Canon EOS 50D bietet ein sehr gutes Rauschverhalten von Werten von 2,31 bei ISO 100 und 3,79 bei ISO 800.

Am Mac

Olympus E-30 von Hinten
Vergrößern Olympus E-30 von Hinten
© Olympus

Problemlos ist das Übertragen der Bilder zum Mac. Das RAW-Format der Olympus E-30 wird zudem bereits vom Apple Mac-OS und von Adobe Camera RAW unterstützt. Die mitgelieferte Olympus-eigene Software Olympus Master 2 ist nicht Mac-Like, bietet wenig Bearbeitungsmöglichkeiten und ist teils recht langsam.

Empfehlung

Die Olympus E-30 ist funktional gut durchdacht und lässt sich leicht bedienen. Zudem ist sie sehr gut ausgestattet. Die Bildqualität könnte für die Preisklasse der Kamera besser sein, besonders die Eingangsdynamik ist vergleichsweise niedrig aber gerade bei hohen ISO-Werten deutlich besser als bei der Olympus E-3. mas

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