Von Florian Kurzmaier - 27.11.2012, 13:52

Spiele am Mac

Borderlands 2 im Test: Wenn Ballern auf Diablo trifft

©Gearbox/ 2k Games/ Aspyr

Im Test von Borderlands 2 für OS X wird deutlich, wie eine rundum gelungene Mac-Portierung eines aktuellen Multiplattform-Titels auszusehen hat
Selten, wirklich ganz selten, schafft es ein PC-Titel wie Borderlands 2 so kurz nach seiner Veröffentlichung auf den Mac: Nur knappe zwei Monate nachdem der Titel auf PC, PS3 und Xbox 360 veröffentlicht wurde, hat Mac-Spiele-Spezialist Aspyr die Portierung abschließen können. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Handsome Story

Die Hintergrundgeschichte von Borderlands 2 ist schnell erzählt: Auf dem Planeten Pandora, auf dem schon der erste Teil spielt, tobt ein Kampf um den seltenen Alien-Rohstoff Eridium. Die Hyperion-Corporation, die Firma des Schurken Handsome Jack, ist auf ziemlich rabiate Art und Weise dabei, an möglichst viel Eridium heranzukommen. Ohne Rücksicht auf Verluste wird der Planet unter dem Vorwand, Ruhe und Ordnung wiederherstellen zu wollen, ausgebeutet.
Unsere Aufgabe ist es natürlich, das zu unterbinden und Pandora ein für allemal von Hyperion und Handsome Jack zu befreien. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Story bietet neben dem Wiedersehen mit einigen bekannten Figuren aus dem Vorgänger auch einige erfreuliche und unerfreuliche Wendungen und hält den Spieler bis zum Schluss bei der Stange.

Call of Diablo?

Borderlands 2 ist – wie schon der Vorgänger – eine Mischung aus Ego-Shooter und Rollenspiel. Den Löwenanteil des Spiels machen zwar die Ballerpassagen aus, doch schon beim ersten Treffer fällt auf: Die Feinde haben Schadenspunkte, wie man Sie aus einem Rollenspiel kennt – haben wir genug ausgeteilt und unser Widersacher genug eingesteckt ist für selbigen Schicht im Schacht. Borderlands 2 schafft aber wie sein Vorgänger diesen Spagat sehr gut.
Zu Beginn des Spiels wählen wir einen Charakter aus und können dessen Äußeres ein wenig editieren. Borderlands 2 unterscheidet bei der Charakterwahl rollenspieltypisch unterschiedliche Klassen:

Charaktere und Klassen

  • Commando (Axton) – Kämpfer und Support-Figur; kann einen Geschützturm aufbauen.
  • Sirene (Maya) – besitzt Stasis- und Kinesefertigkeiten.
  • Gunzerker (Salvador) – die abrissbirne im Feld der Charaktere; kann zeitweise zwei Waffen gleichzeitig tragen und abfeuern.
  • Assassine (Zer0) – der Ninja unter den Figuren; kann Gegner vergiften und ist sehr geschickt mit dem Scharfschützengewehr.
  • Mechromancer (Gaige) - Gaige kann als sog. DLC (kostenpflichtig herunterladbarer Zusatzinhalt) gekauft werden und ist ein Cyborg; kann mit "Deathtrap" zeitweise einen Roboter für sich kämpfen lassen.
Neben Schadenspunkten und Charakter- beziehungsweise. Klassenwahl hat Borderlands 2 durch sein Level- und Fähigkeitssystem ein weiteres Rollenspielelement in petto. Anders als in den meisten anderen Shootern erhalten wir in Borderlands 2 für Abschüsse Fähigkeitspunkte, die wir in den Ausbau der individuellen Fertigkeitenbäume der einzelnen Charaktere investieren können. So wird beispielsweise durch gezieltes Aufwerten einzelner Talente (Skills) aus unserer Figur ein gefürchteter Scharfschütze
Dass die Rollenspielelemente sehr ausgeprägt sind, heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass wir ohne Unterlass mit der Charakterentwicklung beschäftigt sind – im Gegenteil: Die Action kommt nicht zu kurz. Dafür sorgen eine Vielzahl von Feinden, zum Beispiel die bekannten Bullymongs oder der eine oder andere Söldner.
Damit wir den Fieslingen und Monstern nicht mit bloßen Händen den Allerwertesten versohlen müssen, bietet Borderlands 2 eine fast schon unverschämt große Anzahl an Waffen. Von einfachen Pistolen oder Magnums, über Schrotflinten, MG’s und MP’s sowie Scharfschützengewehren ist so ziemlich alles dabei was Blei verspritzt; genauso übrigens wie Granaten und andere explosive Argumentationsverstärker. Auch bei den Waffen gibt es ein nicht zu unterschätzendes Rollenspielelement, nämlich sogenannten Elementarschaden: Gegen Roboter und andere kybernetische Feinde wirkt beispielsweise Säureschaden wahre Wunder, gegen menschliche Widersacher leisten Waffen mit Feuerschaden einen guten Dienst. Eine Prise Taktik und die Kenntnis über Stärken und Schwächen der Widersacher gehört also zu den Feuergefechten dazu.
Ab und an haben wir es auch mit Bossgegnern wie den Brüdern „Boom“ und „Bewm“ zu tun – inklusive ihrer riesigen Kanone, der „Dicken Berta“. Diese Kämpf sind meist fordernd und verlangen nicht nur gutes Zielen, sondern vor allem Geduld und geschicktes Vorgehen. Einen Mehrspielermodus hat Borderlands 2 auch, nämlich einen sogenannten Drop-In-Koop-Modus. Dieser ermöglicht es, in laufende Partien einzusteigen und gemeinsam das Abenteuer Pandora anzutreten. Dank Steam ist es sogar Mac- und PC-Spielern möglich, gemeinsam anzutreten.

Grenzerfahrung

Von technischer Seite her gibt es an der Portierung nichts zu meckern, die Performance stimmt in jeder Hinsicht. Sogar auf schwächeren Systemen wie älteren iMacs oder einem Macbook Air kann man Borderlands 2 ans Laufen bringen – zwar nicht in voller Pracht, aber immerhin. Generell zeigt sich der Titel aber mit moderaten Hardware-Anforderungen.
Die Optik von Borderlands 2 ist im sogenannten Cel-Shading-Stil gehalten und wirkt wie ein Comic. Das Design ist dabei äußerst stimmig, die Atmosphäre wirkt authentisch. Das hängt vor allem mit dem großartigen Sound zusammen: Denn Borderlands 2 kommt mit angenehmen und stimmungsvollen Musikkompositionen daher und kann auch bei den teilweise wirklich brachialen Soundeffekten punkten. Auch die deutschsprachige Vertonung kann sich sehen lassen. Die Sprecher sind motiviert und mit Witz dabei, so dass kein bisschen des Charmes von Borderlands 2 verloren geht.
Am Ende muss man sowohl Gearbox für das eigentliche Spiel, als auch Aspyr für die gelungene Portierung ein Kompliment aussprechen. Selten hat eine Portierung in so kurzer Zeit so gut funktioniert! Optik, Sound, Story und Design sind einfach rundum gelungen – und vor allem: extrem cool!

Borderlands 2

Cool, schräg und wahnsinnig spaßig: Borderlands 2 schlägt seinen Vorgänger in allen Belangen – kaufen!

Hersteller: Gearbox, Portierung: Aspyr
Preis: € 50
Altersfreigabe: Keine Jugendfreigabe
Note: 1,95 gut
Grafik (25%) 1,5
Sound (25%) 1,5
Mehrspieler (25%) 2,0
Bedienung (25%) 2,5
Vorzüge: stimmmiger Grafikstil, hohe Weitsicht, gute deutsche Sprecher, toller Soundtrack
Nachteile: nachladende Texturen, wenig Mehrspielermodi
Alternative: Call of Duty: Black Ops, The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition
Systemanforderungen: 10.7.5 (Lion), Intel Core 2 Duo (Dual-Core) 2.2 GHz, RAM: 4 GB, HDD: 13 GB, Video-RAM: 256 MB, Zubehör: Maus, Keybord, optional auch: Xbox 360 USB-Gamepad.
Testsystem: MacBook Air 13-Zoll (Mid 2011)
Bezugsquellen: Application Systems Heidelberg, Steam, stationärer Handel
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