Von Thomas Hartmann - 13.12.2012, 16:43

Spracherkennung

Test Nuance Dragon Dictate 3

Während die Spracherkennung selber von Dragon Dictate 3 ausgezeichnet funktioniert, stört uns so manch anderes
Nach der Installation und Einrichtung des Mikrofons sowie einem kurzen Diktier-Training, bei dem man nun die Auswahl unter mehreren Inhalten hat, bietet die Spracherkennung jetzt eine interaktive Einführung in die Grundfunktionen. Danach spricht man Texte entweder in den mitgelieferten Editor oder in fast jedes andere Textprogramm auf dem Mac. Sollte dies einmal nicht möglich sein, bietet Dragon Dictate 3 einen "Express Editor", in den man direkt hinein diktiert und das Ergebnis anschließend in die Applikation überträgt.
Nuance behauptet, Dictate sei sofort 15 Prozent schneller als der Vorgänger. Das lässt sich schwer messen, da das auch von individuellen Faktoren abhängig ist. Wer aber mit Dictate vertraut ist, spürt sofort, dass die Sätze schneller auf dem Bildschirm erscheinen, die Erkennungsgenauigkeit noch beeindruckender ist und das Programm rascher auf Korrekturen anspricht. Das Korrekturfenster wurde überarbeitet und zeigt nun die korrigierten Buchstaben hervorgehoben an, was aber in dem etwas irritierenden Kontrast Geschmackssache bleibt. Immerhin lässt sich jetzt im Buchstabenmodus korrigieren, so dass man auch dafür nicht mehr die Tastatur benötigt. Verschiedene Befehle wie „Geh schlafen“ funktionieren nun wie vorgesehen, und einen Rechtsklick für das Kontextmenü simuliert man, indem man sagt „Control-Taste-Mausklick“. Unverständlich bleibt, dass nicht alle Menübefehle bereits integriert sind, diese muss man bei Bedarf im Befehlseditor selbst anlegen.

Störanfällig

Dictate gerät auch in der neuen Version leicht mit der Formatierung durcheinander, sobald man Korrekturen an früheren Stellen vornimmt, sei es per Stimme oder mit Maus und Tastatur. Etwa in Text Edit oder Word springt der Cursor oft wild durch die Absätze, so dass man immer wieder zum Textende navigieren muss. Auch andere Funktionen klappen plötzlich nicht mehr, wie der Rechtsklick per Stimme. Dafür kann man nun unter Mac-OS X 10.8 auch in Mail wieder gewohnt diktieren und korrigieren. Erfreulich ist, dass Dictate 3 deutlich schneller startet als die in dieser Hinsicht sehr langsame Version 2. Ganz wichtig bleibt, gerade wenn man neu mit der Spracherkennung beginnt, sich im Menü „Werkzeuge“ umzusehen. Hier findet man wichtige Hilfsmittel wie die Editoren für Befehle, den Wortschatz, Autoformatierungen und anderes. Mit letzterer Funktion lässt sich festlegen, ob man beispielsweise Zahlen immer als Wörter oder Ziffern schreiben will (oder bis zur welcher Zahl sie numerisch erscheinen sollen) und ob Dictate beispielsweise „%“ oder „Prozent“ schreibt. Diese Funktion nennt Nuance „Smart Format-Regeln“. In diesem Menü sollte man unbedingt Gebrauch machen vom „Wortschatztraining“, über das Dictate Dokumente des Anwenders analysiert und Worte in den Vokabularpool hinzufügt, ohne dass diese eigens trainiert werden müssten. Neu hinzugekommen ist außerdem die Möglichkeit, etwa im iPhone Diktate aufzusprechen, diese auf den Mac zu transferieren und dort in Text transkribieren zu lassen. Leider wird eine Kalibrierung nur einmal vorgenommen, so dass die Resultate in unserem Test insgesamt nicht sehr befriedigend waren.

Besser mit Kabel-Headset

In unserem Test haben wir die mit 250 Euro recht teure Wireless-Version inklusive Plantronics-Bluetooth-Headset zur Verfügung. Die Diktatleistungen sind ausgezeichnet. Allerdings stört ein fast permanentes Knistern im Ohr, und das Headset hält bei uns nur wenige Stunden durch, obwohl wir es in den Pausen immer wieder ausschalten. In der Ladezeit ist es nicht benutzbar, so dass man das Profil wechseln muss, um mit dem Mikrofon (extern oder vom Mac) weiterarbeiten zu können – vorausgesetzt, dieses Profil wurde schon angelegt, was etwas umständlich ist, weil man jedes Mal wieder das Sprachtraining durchlaufen muss, um ein neues Mikrofon hinzuzufügen. Außerdem hat der kleine Bluetooth-Adapter immer wieder die Verbindung verloren.

Empfehlung: Dragon Dictate 3

Dragon Dictate 3 überzeugt durch eine hervorragende Spracherkennung. Viele Details wie die Sprachbefehle, das Handling mit dem Headset und den Profilen und das streckenweise katastrophale Hin-und-her-Springen des Cursors mindern den sonst guten Gesamteindruck. Für den recht hohen Preis erwartet man fast Perfektion auf dem Mac, die Dictate 3 aber nicht bietet.

Dragon Dictate 3

Sehr gute Spracherkennung mit Mängeln und Ärgernissen im Detail

Nuance
Preis: Ab 149 €, mit Bluetooth Headset 249 €, Upgrade 79 € (Listenpreise)
Note: 2,6 befriedigend
Leistung (50%)          2,8
Ausstattung (20%)    1,7
Bedienung (20%)       3,2
Dokumentation (10%)           2,0
Vorzüge: Ausgezeichnete Spracherkennung, leichtes Training für neue Worte, System- und Menüsteuerung sowie Mausbedienung per Stimme
Nachteile: Schwacher Headset-Akku, Probleme mit Einfügepunkt (Cursor) und Formatierung in manchen Situationen, keine gedruckte Vollanleitung, hoher Preis
Alternativen: Apple Diktat (ab OS X 10.8 )
Für Intel-Mac ab OS X 10.7
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