Spracherkennung
Test Nuance Dragon Dictate Deutsch 2.0.3
Windows-Nutzer haben es gut: Seit Windows Vista liefert Microsoft eine kostenlose Spracherkennung zum Betriebssystem mit. Damit kann man recht komfortabel diktieren. Apple dagegen bietet bislang lediglich eine elementare Steuerung von Befehlen auf Englisch. Wer am Mac Texte diktieren will, muss tief in die Tasche und zum Nachfolger von iListen greifen: Dragon Dictate ist derzeit die einzige aktuelle Diktiersoftware für Mac-OS X.
Was das Diktieren betrifft, sind wir von Dictate 2 begeistert. Wer die Spracherkennung völlig neu auf seinem Mac installiert, durchläuft zunächst die Einrichtung des mitgelieferten USB-Headsets und ein kurzes Sprachtraining, dann geht es los. Die Erkennungsrate ist phasenweise beinahe perfekt. Sie lässt sich noch einmal deutlich steigern, wenn man Dragon Dictate eine Analyse seiner typischen Dokumente durchlaufen lässt und die entsprechenden Vokabeln dem Wortschatz hinzugefügt. Es ist möglich, in grundsätzlich jedes Mac-Programm zu diktieren, selbstverständlich auch in Text Edit oder Word. Es geht aber meist flotter, besonders längere Texte in den mitgelieferten Texteditor hinein zu sprechen und Formatierungen später im entsprechenden Programmen vorzunehmen. Schade nur, dass es mit den Befehlen zur Steuerung von Programmen und System nicht ebenso gut klappt. Immerhin gibt es jetzt die Option, die Maus per Stimme steuern zu können, das fehlte in Dictate bislang. Jedoch funktioniert der doppelte Mausklick nur mit Anlaufschwierigkeiten, und für einen rechten Mausklick respektive das Kontextmenü ist erst gar kein Befehl vorgesehen.
Partiell katastrophal: Befehle per Stimme
Auch die neue Direktsuche auf dem Computer, mit Spotlight oder im Internet per Stimme geht gar nicht: In unserem Test tut sich bei den entsprechenden Befehlen nichts beziehungsweise werden die Steuerbefehle als diktierter Text erkannt.
Immer noch fehlt ein Befehl, um zum Ende einer Zeile zu gelangen. Dafür gibt es zwar andere Optionen, die aber sehr umständlich sind. Am einfachsten ist es noch, mit der Maus dorthin zu klicken, wo der Cursor sein soll. Allerdings bringen solche Aktionen Dictate rasch so durcheinander, dass es vor allem bei längeren Texten an der falschen Stelle weiterarbeitet und für ein heilloses Wirrwarr sorgt. Dann hilft nur noch die Weiterarbeit in einem neuen Diktatfenster. Um sich durch Menüs zu bewegen und gezielt Tasten oder Links zu aktivieren, ist der Mausklick per Stimme durchaus ein Workaround. Ferner ist die Option, Tastenkombinationen per Sprache auszuführen (wie etwa "Drücke Befehlstaste ‚Quelle’" für Cmd-Q zum Beenden eines Programms), ebenfalls eine praktikable Hilfe. Besser wäre es freilich, würden die vorgesehenen Befehle problemlos funktionieren. Oder wären sie wenigstens logisch aufgebaut und korrekt angegeben. So liest man auf der kleinen Referenzkarte für wichtige Befehle, die immerhin ausgedruckt mitgeliefert ist, dass man sagen soll: "Diktatmodus einschalten". In Wahrheit lautet der Befehl aber: "Diktiermodus einschalten." Warum es "Wach auf", aber nicht schlicht "Schlaf ein" heißt, um das Mikrofon ein- oder auszuschalten, bleibt ebenfalls rätselhaft. Außerdem ist die Referenzkarte viel zu kurz geraten. Bei der unübersichtlichen Vielzahl der Befehle hätte man gern deutlich mehr davon ausgedruckt vor Augen. Ein weiteres Ärgernis ist die Korrektur von einzelnen Wörtern. Fast immer werden mit dem entsprechenden Befehl gleich mehrere Wörter markiert, was die Berichtigung im Korrekturfenster deutlich erschwert. Dass sich auch das Fenster "Verfügbare Befehle" beim Durchsuchen bisweilen bockig zeigt, macht die Arbeit ebenfalls nicht leichter.
Nuance Dragon Dictate
Abstuerze waren im Test ausserst selten
Abstürze waren im Test äußerst selten
Abstürze waren im Test äußerst selten
Auch einzelne Woerter lassen sich in einem Extrafenster trainieren
Auch einzelne Wörter lassen sich in einem Extrafenster trainieren
Auch einzelne Wörter lassen sich in einem Extrafenster trainieren
Das Sprachtraining zu Beginn geht schnell, die Genauigkeit der Worterkennung danach schon sehr hoch
Das Sprachtraining zu Beginn geht schnell, die Genauigkeit der Worterkennung danach schon sehr hoch
Das Sprachtraining zu Beginn geht schnell, die Genauigkeit der Worterkennung danach schon sehr hoch
Die Grundeinstellungen sind recht ueberschaubar
Die Grundeinstellungen sind recht überschaubar
Die Grundeinstellungen sind recht überschaubar
Gesamtuebersicht der von Dictate erkannten Woerter und Begriffe
Gesamtübersicht der von Dictate erkannten Wörter und Begriffe
Gesamtübersicht der von Dictate erkannten Wörter und Begriffe
Manches laesst sich bequemer per Tastatur bedienen
Manches lässt sich bequemer per Tastatur bedienen
Manches lässt sich bequemer per Tastatur bedienen
Uebersicht der vom Nutzer selbst ergaenzten Vokabeln
bersicht der vom Nutzer selbst ergänzten Vokabeln
bersicht der vom Nutzer selbst ergänzten Vokabeln
Viel bringt es nochmals, wenn man vorhandene Texte auf verwendendetes Vokabular analysieren laesst
Viel bringt es nochmals, wenn man vorhandene Texte auf verwendetes Vokabular analysieren lässt
Viel bringt es nochmals, wenn man vorhandene Texte auf verwendetes Vokabular analysieren lässt
Empfehlung
Dictate 2.0 ist ein Spitzenprogramm, so lange es ums Diktieren geht: Hier haben wir auf dem Mac noch nichts Besseres erlebt. Dass wichtige Befehle aber nicht funktionieren oder gar nicht erst vorgesehen sind, ist ein schweres Manko: Gerade wer auf barrierefreies Steuern des Macs per Stimme angewiesen ist, hat hier das Nachsehen. Um Texte zu diktieren, ist Dictate 2 aber eine klare Empfehlung wert.






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