Von Thomas Hartmann - 26.07.2012, 11:50

Spracherkennung am Mac

Test Nuance Dragon Express Deutsch 1.1

Mit der Spracherkennung kann man einfach Texte diktieren und das Resultat in andere Programme wie Mail oder soziale Dienste wie Facebook übergeben. Man muss sich kaum um Sprachbefehle, Auswahlfenster und langwierige Sprachtrainings kümmern.
Bereits nach wenigen Minuten legt man los, sobald das Mikrofon eingerichtet und ein kurzes Sprachtraining absolviert ist. Dabei lässt es sich auch ohne externes Mikrofon diktieren. Unser Test an einem iMac zeigt aber, dass es für die Erkennung Vorteile hat, das Mikrofon direkt am Mund zu haben. Dragon Express bietet lediglich ein einfaches Fenster mit der Anzeige von Mikrofon, Pegel und Zielapplikationen. Das kleine Fenster lässt sich nicht vergrößern. Das erschwert den Überblick. Einige wenige Sprachbefehle etwa zum Großschreiben, um Wörter auszuwählen oder zu löschen, funktionieren teilweise unzuverlässig bis überhaupt nicht. Möchte man Wörter korrigieren, wählt man diese aus und trainiert sie über das Kontextmenü. Ein Nachteil ist jedoch, dass ein einmal definiertes Wort (zum Beispiel Mehl > Mail) dann immer so interpretiert wird, selbst wenn man es per Tastatur korrigiert. Hier erweist sich Dragon Express als sehr eigenmächtig. Auch Ziffern, wie „1.1“, die zunächst korrekt dargestellt werden, verwandelt Express hartnäckig in ausgeschriebene Wörter. Bei der Angabe von Uhrzeiten erleben wir öfter, dass Express mit jeder weiteren Eingabe einfach Nullen anhängt. Schritte rückgängig zu machen, wenn man nicht sofort sagt „Das löschen”, ist schwierig, weil das übliche Tastaturkürzel Befehlstaste-Z nicht in der bekannten Weise funktioniert. Die Erkennungsgenauigkeit immerhin ist teilweise beeindruckend hoch und liegt – wenn man etwa Namen oder Fachbegriffe beiseite lässt – oft bei fast 100 Prozent. Das gilt insbesondere, wenn man Text aus einer Zeitschrift oder einem Buch vorliest. Hier spricht man freilich konzentrierter und exakter, als wenn man einfach in das Mikrofon spricht, wie es einem einfällt. Doch das ist ja der Hauptzweck eines solchen Diktierprogramms, und auch dann klappt das Diktieren weithin erfreulich gut.

Empfehlung

Dragon Express bietet für Wenig-Diktierer, die sich mit Details einer Spracherkennung nicht beschäftigen wollen, eine Alternative zum großen Bruder Dictate 2.5. Fünfzig Euro sind dafür allerdings kein Pappenstiel, wenn man bedenkt, was man dafür in der Windows-Welt bekommt. Und mit OS X 10.8 (Mountain Lion) hält eine ebenfalls auf Nuance basierende Spracherkennung Einzug auf dem Mac, die deutlich günstiger ist und in praktisch alle Programme diktieren lässt. Ein Vorteil von Express aber bleibt: Eine Internetverbindung ist dafür nicht erforderlich.

Dragon Express Deutsch 1.1

Einfache Spracherkennung mit guter Worterkennung, aber vielen Macken im Detail

Nuance
Preis: 50 Euro
Note: 3,5 befriedigend
Leistung (30%)    3,0
Ausstattung (30%)    3,5
Bedienung (30%)    3,0
Dokumentation (10%)    2,0
Vorzüge: Streckenweise sehr gute Spracherkennung, keine Internetverbindung erforderlich
Nachteile: Kaum Sprachbefehle, diese funktionieren teils nicht oder unzuverlässig, umständliche und unflexible Hinzufügung neuer Wörter oder Korrekturen, wenig Funktionen, stört teils andere Programme
Alternativen: Dragon Dictate 2.5 , Mac-Spracherkennung ab OS X 10.8
Intel-Mac ab OS X 10.7
www.nuance.de
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