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Von Ole Leitloff - 04.08.2010, 13:45

Spracherkennung fürs iPhone im Test

Dragon Dictation spuckt Text statt Feuer

Die Spracherkennungs-App von macht bei kurzen Nachrichten den Griff zu Tastatur überflüssig. Die App gibt diktierte Sätze als Text für E-Mails und mehr aus.
Diese App versteht das gesprochene Wort des Benutzers. Bis zu fünfmal schneller soll das Diktat im Vergleich zum Eintippen über das virtuelle Keyboard sein, verspricht der Entwickler. Wir unterziehen die App einem Test.

Einfache Installation, keine Datenkrake

Voraussetzung für die momentan noch kostenlose App ist ein iPhone oder iPad. Außerdem eine Internetverbindung über EDGE, 3G oder WiFi. Besitzer eines iPod Touch (ab der zweiten Generation) benötigen zusätzlich ein externes Mikrofon. Um die Spracherkennung von Namen zu verbessern bietet Dragon Dictation an das Adressbuch des Benutzers auslesen, was jedoch nur mit dessen Zustimmung geschieht. Anbieter Nuance Communications weist darauf hin, dass keine Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder sonstigen Daten ‚übertragen würden, sondern lediglich die Namen. In den übrigen Einstellungen der App legt der User fest, welche Sprache Dragon Dictation erkennen soll. Aktuell unterstützt die App Deutsch und britisches oder amerikanisches Englisch. Noch in diesem Jahr soll die Erkennung für Französisch, Spanisch und Italienisch folgen. Die App unterstützt iOS 4 und merkt sich bei einem eingehenden Anruf den aktuellen Zustand.

In acht Schritten zur verschickten E-Mail

Die Aufnahmedauer von Dragon Dictation ist auf ca. 60 Sekunden begrenzt. Das reicht für einen Absatz. Anschließend überträgt die App die Daten zur Spracherkennung auf einen Server. Die Wartezeit ist auch über eine EDGE-Verbindung akzeptabel und nach wenigen Sekunden erscheint der Text auf dem iPhone. Nun kann der Anwender einzelne Worte bearbeiten oder löschen. Sind eventuelle Fehler korrigiert, wählt der Benutzer die gewünschte App für den Versand aus und Dragon Dictation überträgt den diktierten Text. Zur Auswahl stehen Mail, Nachrichten, Facebook und Twitter oder die Zwischenablage. Insgesamt muss man inklusive des Starts von Dragon Dictation bis zur Eingabe einer Empfängeradresse und dem Versand der E-Mail achtmal das Touch-Display bemühen. Das kostet Zeit und Aufmerksamkeit. Als sichere Möglichkeit eine SMS während des Autofahrens zu verschicken, eignet sich die Speech-to-Text-Lösung nicht.

Spracherziehung: Der Anwender bestimmt das Ergebnis

Die Erfassung ist auch bei komplizierten Worten wie "Schweineschnitzel" oder "Spracherkennungssoftware" erstaunlich gut und die Fehlerquote relativ gering. Allerdings sollte man langsam und deutlich sprechen, um eine bestmögliche Erkennung zu erzielen. Gesprochene Satzzeichen setzt die App ebenfalls korrekt um. Mit Namen, Abkürzungen und ausländischen Begriffen kommt Dragon Dictation dagegen nicht zurecht. Auch englische Wörter erkennt die deutschsprachige App-Version nicht. Bei unseren Tests haben sich im Durchschnitt etwa vier Fehler pro Absatz eingeschlichen. Mit der Wahl von einfachen Wörtern und einer guten Aussprache lassen sich Erkennungsprobleme vermeiden. Einen qualitativen Unterschied zwischen Headset und integriertem Mikrofon konnten wir nicht feststellen, dafür stieg die Fehlerquote bei Hintergrundgeräuschen merklich an.
Fazit: Die Spracherkennung von Dragon Dictation ist beeindruckend. Ob die App dem Benutzer einen Vorteil bietet, ist allerdings abhängig von den individuellen Bedürfnissen. Kurze einfache Sätze wie einen Post auf Facebook oder einen Tweet verarbeitet das Tool zwar so gut wie immer fehlerfrei, sie sind aber ebenso schnell von Hand eingetippt. Bei längeren Textabschnitten, die durch die begrenzte Aufnahmezeit unterbrochen werden, kann die Spracherkennung von Vorteil sein. Treten zu viele Fehler auf, ist zumindest der Zeitgewinn nicht mehr vorhanden, da der User nachbessern muss. Ein weiterer Nachteil ist, dass falsch erkannte Worte oft einen völlig anderen Sinn ergeben. Ein menschlicher Schreibfehler auf der iPhone-Tastatur dagegen lässt meist Buchstaben weg oder verdreht sie, so dass das Wort vom Empfänger noch zu erkennen ist.
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