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Farbkalibration für iPad im Test

26.05.2011 | 11:45 Uhr |

Mit einer neuen App kann man Fotos farbecht auf dem iPad sichten - ein Kalibrationstool vorausgesetzt. Wir haben das iPad kalibriert und diese Lösung getestet.

Spyder Kalibration
Vergrößern Spyder Kalibration

Das iPad ist schnell zu einem Gerät avanciert, auf dem viele Fotografen ihre Portfolios zeigen. Doch erst jetzt ist mit Spyder Gallery von Datacolor die erste Lösung erschienen, mit der man die Farben auf dem iPad auch kalibrieren kann. Voraussetzung für den Einsatz dieser kostenlosen App ist ein Colorimeter von Datacolor: Spyder Gallery funktioniert mit Spyder 3 Express, Pro oder Elite. Zusätzlich zur Installation der App muss man auch das Begleitprogramm Spyder Gallery Desktop herunterladen, das die eigentliche Kalibrationserstellung übernimmt, wobei der Vorgang komplett vom iPad gesteuert wird.

Der Kalibrationsprozess gestaltet sich sehr simpel. Das iPad wird via USB an den Computer angeschlossen, die App gestartet und mit Starten der Kalibration mit Spyder Gallery Desktop verbunden. Nun platziert man das am Computer angeschlossene Spyder-3-Colorimeter auf dem iPad-Monitor und beginnt mit der Messung. Nach dem Auslesen mehrerer Farb- und Graustufenfelder ist die Kalibration beendet. Das erzeugte Profil wird programmintern auf dem iPad gespeichert. Eine Einstellung des Weißpunkts nimmt die App dabei nicht vor, sondern verwendet den nativen Weißpunkt des iPads, der bei etwa 6500 Kelvin liegt. Die Gammakorrektur erzeugt Spyder Gallery unabhängig vom eingestellten Helligkeitswert, bei der Kalibration sollte die Monitorhelligkeit zumindest nahe am Maximalwert sein. Unterstützt werden standardmäßig die Arbeitsfarbräume sRGB, Adobe RGB, Lab und ein allgemeiner RGB-Farbraum.

Das Sichten der farbkorrigierten Bilddarstellung funktioniert nur im integrierten Viewer von Spyder Gallery. Der Viewer ist mit Alben-Rasteransicht, Filmstreifen und Einzelbildansicht ähnlich gestaltet wie die Fotos-App, kann aber einen größeren Detailzoom erreichen als die meisten anderen Bildbetrachter auf dem iPad. Zusätzlich lässt sich ein Wasserzeichen einblenden. Der Viewer der App hat Zugriff auf alle Alben, die auch in der Fotos-App angezeigt werden. Im Test klappt die Darstellung von RAW-, JPEG- und PNG-Bilddaten, außerdem hat man über die Einstellungen der App die Wahl zwischen sättigungsoptimierter und perzeptiver Darstellung. Jedoch zeigt sich Spyder Gallery auf einem iPad der ersten Generation beim Bildbetrachten als sehr absturzanfällig, insbesondere dann, wenn man die Kalibration an- beziehungsweise ausschaltet. Außerdem erfordert das Rendern der korrigierten Bilddarstellung etwas Zeit. Die Miniaturdarstellung sollte der Hersteller ebenfalls noch optimieren - hier fallen uns Störpixel in der Miniaturdarstellung auf. Um eine farbverbindliche Bilddarstellung in anderen Apps zu erzielen, bleibt nur der Umweg, im Spyder Gallery Viewer Bildschirmfotos der Einzelbilder zu machen und diese dann anzeigen zu lassen.

Fazit

Spyder Gallery ermöglicht eine funktionierende, wenn auch etwas limitierte Monitorkalibration am iPad. Der in Version 1.0 noch absturzfreudige programminterne Viewer benötigt für die farbverbindliche Bilddarstellung noch etwas Zeit, weshalb wir die App momentan nur für iPads der zweiten Generation empfehlen können.

Info: Datacolor

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