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Squeeze 4 Compression Suite

06.10.2004 | 11:25 Uhr |

Der einfach zu bedienende Stapelkomprimierer bietet viele Formatoptionen, die Integration von H.264 ist jedoch noch nicht ausgereift.

Im Überblick: Die Bedien-Oberfläche besteht aus den Eingangs-Quellen, den verfügbaren Filter-Sets, einer Vielzahl an vorgefertigten Komprimier-Optionen, dem Video-Vorschaufenster und dem eigentlichen Stapelfenster.
Vergrößern Im Überblick: Die Bedien-Oberfläche besteht aus den Eingangs-Quellen, den verfügbaren Filter-Sets, einer Vielzahl an vorgefertigten Komprimier-Optionen, dem Video-Vorschaufenster und dem eigentlichen Stapelfenster.
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Squeeze gehört zur Kategorie der "Alles-rein-alles-raus"-Komprimierer, und das möglichst im Stapelverfahren und so unkompliziert wie möglich. Tatsächlich ist Squeeze eines der Komprimier-Programme, die ohne tiefschürfende Kenntnisse von Videoformaten, Bandbreiten und Encodier-Algorhythmen zu bedienen sind. Per Drag-and-drop zieht man den zu komprimierenden Film in das Stapelfenster oder einen vorher angelegten Überwachungsordner, wählt eine der vorgefertigten Einstellungen für Größe respektive Bandbreite aus, und ab gehts. Wer mehr Optionen möchte, findet innerhalb von Squeeze jedwede Einstellungsmöglichkeit für die vielfältigen Codecs wie Single- und Two-pass-Verfahren (soweit verfügbar), Keyframes, Zielgrößen, Qualität und so weiter. Als erste Mac-Applikation unterstützt Squeeze nun standardmäßig den H.264-Codec, auch als AVC bekannt. Unser Feldversuch hingegen beginnt mit einer Enttäuschung: Nicht nur, dass Squeeze rund 80 Minuten für einen 8-Sekunden Clip gerechnet hat, der H.264-Film lässt sich anschließend weder mit Quicktime 6.5.1 noch im VLC-Player oder gar in Squeeze selber abspielen. Unser zweiter Versuch mit einem 8-sekündigen DV-Film rechnete mit zwei Minuten weit weniger lange und ließ sich zumindest im alternativen VLC-Player mit beachtlicher Qualität und sehr geringer Datenrate abspielen. Man darf also gespannt sein, was uns die Zukunft in Sachen H.264 noch alles bringt, speziell wenn dieser Codec wie angekündigt nativ in QuickTime impelementiert ist.

Was die individuelle Anpassbarkeit der Formate anbelangt, bleibt innerhalb von Squeeze kein Wunsch offen: Zu komprimierende Filme können mit zahlreichen Filtern belegt werden, man kann einen Film um lästige schwarze Kanten beschneiden und in alle denkbaren Größen respektive Seitenverhältnisse quetschen, dehnen und stauchen. Neuerdings verfügt Squeeze sogar über ein dynamisches Vorschaufenster, indem der Betrachter die Ergebnisse nach Filtern und Beschnitt zumindest erahnen kann.
Die Stärke von Squeeze ist und bleibt die leichte Bedienung und die Vielzahl an Formaten. Die Software unterstützt als Eingangsformat sämtliche Quicktime-kompatiblen Codecs. Als Ausgangsformat kann man unter anderem MPEG-1, MPEG-2 und MPEG-4, Real Media 8 bis 10, Flash, sowie alle in QuickTime installierten Codecs sowie MP3 für Audio wählen. Leider fehlt es Squeeze im Vergleich zum Cleaner an der Möglichkeit, Windows Media zu encodieren und auch der MPEG-2 Encoder bietet nur das Single-pass VBR-Verfahren. Deshalb bleibt die Qualität der MPEG-2 Ströme weit hinter dem maximal erreichbaren Ergebnis von Apples Compressors zurück. Etwas befremdlich stimmt die Tatsache, dass Squeeze zwar in Real Media encodiert, dafür aber den Verbleib der fertigen Filme nicht preisgibt oder gar ein Zielvolumen zur Auswahl stellt. Die Filme spürt nicht einmal die Suchfunktion des Finders auf.

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