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Steelseries Siberia Elite im Test

02.04.2014 | 10:00 Uhr |

Das Headset Steelseries Siberia Elite möchte im Gaming-Bereich neue Maßstäbe setzen und kommt deshalb mit einer USB-Soundkarte inklusive Dolby-Zertifizierung, 50-Millimeter-Audiotreibern und zahlreichen Kabeln und Adaptern, um den Einsatzbereich zu erweitern. Hinzu kommen individuell verstellbare LEDs und dicke Ohrpolster. Der Test zeigt, ob sich die Kopfhörer von der Konkurrenz absetzen können.

Der dänische Peripherie-Hersteller Steelseries ist in der Gaming-Szene eine bekannte Größe, vor allem aufgrund verschiedener Mäuse und der Gaming-Headset-Serie „Siberia“. Charakteristisch für die Modellreihe steht die LED-Beleuchtung auf der Außenseite der Ohrmuscheln. Mit dem neusten Ableger „ Siberia Elite “ hat Steelseries umfangreich Hand angelegt und will dabei nicht nur den Klang, sondern auch Designaspekte und weitere technische Features verbessert haben. Wir haben das Headset im Test und klären, ob dem Hersteller der große Wurf gelungen ist.

Technische Daten & Ausstattung: Virtueller Surround-Sound

Kommen wir zuerst zu den technischen Daten des Steelseries Siberia Elite. Zwei große 50-Millimeter-Audiotreiber zeichnen sich für die Klangwiedergabe verantwortlich. Mit einer Impedanz von 32 Ohm eignen sich die Kopfhörer auch noch für den Betrieb an mobilen Geräten. Doch dazu später noch mehr.

Die Beleuchtung sorgt für Atmosphäre, die Regler lassen sich simpel bedienen.
Vergrößern Die Beleuchtung sorgt für Atmosphäre, die Regler lassen sich simpel bedienen.
© Steel Series

Zusätzlich liefert Steelseries eine USB-Soundkarte mit, die „Dolby ProLogic IIx“ beherrscht: Dabei handelt es sich um eine Surround-Technik, die Stereo- oder 5.1-Ton zu raumfüllenden 7.1-Klang virtuell aufpoliert. Der Anschluss an den Rechner erfolgt über USB 2.0, das Headset schließen Sie wahlweise via Micro-USB oder den beiden herkömmlichen Klinkenanschlüssen an. Zum Einsatz kommt ausschließlich Flachbandkabel, das sich in der Praxis als vergleichsweise wenig verknotet.

An Kabel und Adaptern spart der Hersteller nicht: So lässt sich das Siberia Elite über getrennte Audio-Klinke betreiben, über einmal Klinke für mobile Geräte sowie über eben über die Soundkarte am PC. So beschränken sich die Einsatzmöglichkeiten nicht nur auf den heimischen Rechner, auch der mobile Betrieb am Smartphone ist dadurch gewährleistet.

Der Mikrofonarm ist Siberia-typisch komplett einziehbar und durchweg flexibel. Allerdings ist der Arm beim ersten Ausrollen noch ziemlich starr, aber das legt sich nach einiger Zeit. Das Mikrofon selbst verfügt über eine aktive Rauschunterdrückung, sofern Sie das Elite über die USB-Soundkarte betreiben. Außerdem sitzt auch eine kleine LED in der Spitze die signalisiert, ob das Mikrofon stummgeschaltet ist. Ziemlich nützlich im Eifer des Gefechts!

Dicke Ohrpolster & intuitive Bedienung

Der Überkopfbügel passt sich so ziemlich jeder Kopfform an.
Vergrößern Der Überkopfbügel passt sich so ziemlich jeder Kopfform an.
© Steel Series

Im Gegensatz zu den Vorgänger-Generationen kommt das Siberia Elite insgesamt wuchtiger daher, was vor allem an den dicken Ohrpolstern liegt. Die Polsterung besteht aus „Memory Foam“, also einer Art Schaumfüllung, die sich dem jeweiligen Paar Ohren anpasst. Auf diese Weise soll eine optimale Isolierung entstehen, damit der Ton der Audiotreiber ideal zur Geltung kommt. An der Außenseite der Ohrmuscheln befinden sich zwei Regler, die mit folgenden Funktionen belegt sind: Während Sie am linken Ohrhörer das Mikrofon stumm oder aktiv schalten, regeln Sie auf der rechten Seite stufenlos die Lautstärke. Unserer Meinung nach erweist sich die Bedienung somit intuitiver als mit einer althergebrachten Kabelfernbedienung.

Das Kopfband selbst ist nicht manuell einstellbar, stattdessen setzt Steelseries hier auf einen Überkopfbügel, den Siberia-Fans bereits kennen dürften: Dank flexibler Zugführungen passt sich das Headset so ziemlich jeder Kopfform optimal an.

Technische Daten

Steel Series Siberia Elite

Fernbedienung

An den Ohrmuscheln

Kabellänge

1,2 Meter (zusätzlich 2 Meter dank mitgelieferter Verlängerung)

Regler

Lautstärke, Mikrofonstummschaltung

Surround

ja, virtueller 7.1-Dolby-Surroundsound

USB-Soundchip

Ja

Anschluss, Übertragung

USB / Klinke / Micro-USB

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

16 - 28000 Hz

Impedanz

32 Ohm

Lautsprecher (Durchmesser)

Stereo (50 Millimeter)

Mikrofon abnehmbar

ja (lässt sich in Ohrmuschel aufrollen)

Besonderheiten

LED-Beleuchtung (regelbar in sechs Modi, 16,8 Millionen Farben)

Individuelle Beleuchtung & Treiber-Software

Das Ausstattungspaket rundet eine individuell regelbare LED-Beleuchtung ab, die sich rund um die vorhin erwähnten Regler befinden. Diese funktioniert natürlich nur, wenn Sie das Siberia Elite über USB betreiben. Im Treiber lässt sich die Beleuchtung aus über 16,8 Millionen Farben frei wählen. Neben dem klassischen Dauerleuchten lassen sich auch verschiedene Modi einstellen, wie zum Beispiel ein Intervall, der zwischen verschiedenen Farben rotiert. Auch der „Trigger“-Modus ist an Bord: So reagiert die Beleuchtung in Dauer und Intensität auf den ausgegebenen Sound und blinkt so beispielsweise im Takt des ratternden virtuellen Maschinengewehrs mit.

Der Treiber mit der Bezeichnung „SteelSeries Engine 3“ hält außerdem noch einen Equalizer und weitere Regler bereit. Es stehen bereits einige fertige Profile zur Verfügung, wie zum Beispiel für Filme, Musik oder Actionspiele. Hier lassen sich auch die Dolby-Technik, Mikrofon-Rauschunterdrückung und die Lautstärke einstellen. Für den eigenen Geschmack dürfen Sie sich aber auch gerne selbst an den Reglern austoben.

Praxis-Einsatz: Wohlfühl-Headset

Schon beim ersten Aufsetzen bemerken wir, wie gut sich das Siberia Elite tragen lässt. Zum einen aufgrund der dicken Ohrpolster, zum anderen wegen des flexiblen Überkopfbügels. In unserem Fall umschließen die Hörer die Ohren komplett, ein unangenehmer Druck fällt uns selbst nach mehreren Stunden nicht auf. Selbst Brillenträger beklagen sich nicht darüber, dass das Polster das Brillengestell gegen den Kopf presst. Größere Ohren drückt das Polster allerdings gegen den Kopf, stellenweise schließen die Polster nicht komplett dicht ab. Doch alles in allem ist der hohe Tragekomfort nicht von der Hand zu weisen.

Auch der Ton schafft es uns zu größtenteils überzeugen: Im Stereo-Betrieb ohne jegliche Voreinstellung liefert das Elite bereits einen klaren und sauberen Klang ab, die Bässe drücken ordentlich voluminös, aber nicht zu übertrieben. Bei Musik und in Spielen sind wir positiv überrascht. Als nächstes schalten wir die Dolby-Surround-Technik hinzu, um virtuellen Raumklang zu erhalten. In Shootern wie Call of Duty lassen sich Gegner nun tatsächlich orten, doch unserer Meinung nach bleibt etwas vom Bass auf der Strecke, darüber hinaus hallt der Ton leicht nach. In den entsprechenden Profilen ändert sich das glücklicherweise zum größten Teil. Der Bass ist allerdings immer noch etwas schwächer als im Vergleich zum Stereo-Betrieb.

Einschätzung

Mit dem Siberia Elite liefert Steelseries eine runde Sache ab. Das Headset eignet sich nicht für das Zocken am PC oder Mac, sondern auch als stylische Kopfhörer für unterwegs, die stets einen satten und sauberen Klang abliefern und sich dabei auch noch überaus komfortabel tragen lassen. Bei den Einsatzmöglichkeiten lässt der Hersteller dem Nutzer die Wahl: Betrieb am Smartphone? Kein Problem! Betrieb am PC oder Mac, aber ohne USB-Soundkarte? Kein Problem! Hinzu kommen die intuitiven Bedienelemente wie die Regler an der Ohrmuschel oder der LED am einrollbaren Mikrofonarm. Individualisten freuen sich über die einstellbare Beleuchtung.

Weniger gut finden wir schlussendlich den Preis von happigen 200 Euro, doch im Hinblick auf die gute Verarbeitung, den guten Sound und dem breiten Einsatzspektrum halten wir die Investition für gerade noch gerechtfertigt. Allerdings lassen sich in diesem Preissegment auch Kopfhörer namhafter Hersteller der Musikbranche finden, die dem Siberia Elite tontechnisch die Schau stehlen, allerdings meist ohne die oben vorgestellten Features zu bieten.

Steelseries Siberia Elite

Hersteller: Steelseries

Preis: 199 Euro

Note: 1,2 sehr gut

Leistung (10%): 1,3

Ausstattung (20%): 1,2

Handhabung (30%): 1,3

Ergonomie (40%): 1,1

Vorzüge: Vielseitig einsetzbar (PC, Mac, iPhone, iPad), dank weichem Material sehr ergonomisch, ausrollbares Mikrofon

Nachteile: hoher Preis

Alternative: Tritton Pro+

Anforderungen: PC, Mac, iOS-Gerät

Bezugsquellen: Amazon

www.steelseries.com

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