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Steelseries Stratus - Gamecontroller im Test

04.04.2014 | 18:00 Uhr |

Im Vergleich zu Logitechs unterdurchschnittlichen Powershell-Controller kann der Controller-Winzling von Steelseries fast auf ganzer Linie überzeugen. Warum das so ist, erfahren Sie im Test!

Die Hoffnungen waren groß: Gamecontroller sollten aus iPhones und iPads echte Konkurrenten zu Sonys Playstation Vita oder Nintendos 3DS machen – bisher scheiterten die Produkte wie Logitechs Powershell ( zum Test ) vor allem an Problemen bei der Verarbeitung und dem dürftigen Support von Seiten Apples. Der norwegische Peripherie-Hersteller Steelseries hat seinen Controller Stratus aber trotzdem in den Ring geworfen – und lässt die bisherige Konkurrenz von Logitech und Moga deutlich hinter sich.

Zwergerlaufstand

Der Stratus ist ein echter Controller-Zwerg, der neben einem Playstation-Gamepad geradezu winzig wirkt. Und doch kann der Controller überzeugen. Dafür sorgt primär das Layout der Tasten: Steelseries hat sich mit dem Stratus nämlich dafür entschieden, das Extended-Tastenlayout zu nutzen. Satt nur eines simplen Vier-Wege-Steuerkreuzes wie der Powershell verfügt der Stratus zusätzlich über zwei kleine, eng beieinander liegende Analogsticks, die einen ausgesprochen strammen, aber sehr angenehmen Widerstand aufweisen.

Im Vergleich zum Dualshock 3 der Playstation 3 von Sony wirkt der Stratus winzig.
Vergrößern Im Vergleich zum Dualshock 3 der Playstation 3 von Sony wirkt der Stratus winzig.

Das zahlt sich vor allem bei Spielen aus, die wie GTA: San Andreas mit dem einem Stick die Bewegung der Figur steuern, während der Zweite Stick für die Kamera zuständig ist. Damit gehört schwammiges und fummeliges Lenken wie auf einer großen Heimkonsole der Vergangenheit an. Das neben den Sticks ebenfalls vorhandene Steuerkreuz kommt dagegen wie bei der Konkurrenz von Logitech, Moga und Co. eher schwammig und unpräzise daher. Umso besser gelungen sind Steelseries dafür die vier Aktionstasten (A, B, X, Y), denn sie haben im Vergleich zu den Tasten des Logitech-Modells einen Druckpunkt, der sich gut erspüren lässt. Einziges Manko: Die Tasten sind relativ laut.

Neben Steuerkreuz, Analogsticks und Aktionstasten hat der Hersteller es geschafft, im winzigen Gehäuse des Stratus noch vier Schultertasten unterzubringen, die gerade bei Shootern oder Rennspielen Gold wert sind. Auch hier gilt: Die Tasten haben angenehme Druckpunkte und sind trotz der geringen Größe erstaunlich gut zu erreichen.

Die Schultertasten sind zwar klein, aber ungemein hilfreich – gerade bei Shootern.
Vergrößern Die Schultertasten sind zwar klein, aber ungemein hilfreich – gerade bei Shootern.

Rundes Paket, Konzeptbedingte Probleme

Steelseries hat seinem Stratus-Controller neben einer guten Haptik noch einen weiteren praktischen Kniff verpasst: Die Kunststoff-Abdeckung, die das Gamepad beim Transport schützen soll, kann auch auf die Rückseite gesteckt werden und so eine vergrößerte Grifffläche erzeugen – gut mitgedacht! Außerdem mit im runden Paket: Ein kleines Transporttäschchen und ein Mikro-USB-Ladekabel.

Was interessierte Käufer auf jeden Fall beachten sollten: Der Stratus besitzt keine Möglichkeit, iPhone oder iPad in sich aufzunehmen. Das mag Couch-Potatoes nicht stören, da meist ein Tisch fürs iOS-Gerät in der Nähe ist. Bahnfahrer werden aber im Berufsverkehr kaum eine Chance haben, das iPad oder iPhone vor sich hinzustellen (eine entsprechende Hülle mit Aufstellfunktion ist hier enorm praktisch). Man sollte sich also gründlich Gedanken über den geplanten Einsatzzweck machen.

Das Pairing mit einem Bluetooth-LE-fähigen iOS-7-Gerät (iPhone 5s, iPhone 5c, iPhone 5, iPad mini, iPad Air, iPad 4th Gen, iPod touch 5th Generation) geht gewohnt flott von der Hand, der integrierte Akku hält etwas weniger als 10 Stunden durch. Der Spiele-Support hat sich seit unserem Test des Logitech Powershell allerdings nicht wirklich verbessert ( hier geht es zu einer Liste der vom Stratus unterstützten Spiele ).

Der Schutzdeckel kann auch als zusätzliche Griffläche auf der Rückseite des Gamepads angebracht werden.
Vergrößern Der Schutzdeckel kann auch als zusätzliche Griffläche auf der Rückseite des Gamepads angebracht werden.

Zwar ist beispielsweise für Real Racing 3 ein Update mit Gamecontroller-Support erschienen, darüber hinaus hat sich aber wenig getan. Außerdem hat es Apple bis heute nicht geschafft, unterstützte Apps entsprechend im App Store zu kennzeichnen – man erfährt also vor dem Kauf nicht, ob das gewünschte Spiel den teuren Controller unterstützt. Hier muss Apple dringend nachbessern!.

Davon abgesehen machen fast alle Spiele zusammen mit dem Stratus deutlich mehr Spaß. Gerade aufwändigere Third-Person-Spiele wie die GTA-Spiele, Call of Duty: Strike Team oder Oceanhorn profitieren ungemein von der präzisen Steuerung. Racer, wie das bereits erwähnte Real Racing 3 oder Asphalt 8 erreichen fast schon Konsolenniveau.

Von Seiten der App-Entwickler würden wir uns aber wünschen, dass sich auch Menüs per Controller steuern lassen – so wie in Real Racing 3 die Menüs über den Touchscreen zu steuern, während man in den Rennen seinen Boliden per Gamepad durch die Kurven bugsiert, ist wenig intuitiv.

Eine iPad-Hülle mit Aufstellfunktion ist für den Stratus-Controller eigentlich Pflicht.
Vergrößern Eine iPad-Hülle mit Aufstellfunktion ist für den Stratus-Controller eigentlich Pflicht.

Einschätzung

Auch wenn der Stratus noch ein Stückchen vom perfekten mobilen Gamepad entfernt ist, stimmt die Richtung. Am Gehäuse klappert nichts, die Tasten haben gute Druckpunkte und die Analogsticks sind im Vergleich zum Steuerkreuz eine wahre Wohltat. Auch die konzeptionelle Umsetzung überzeugt: Das Design ist schlicht, funktional und die Idee, den Deckel auch als zusätzliche Grifffläche zu nutzen ist prima. Dass der Stratus konzeptbedingt für Vielflieger oder S-Bahn-Pendler weniger geeignet ist, ist angesichts des runden Gesamtpakets zu verschmerzen. Man sollte sich vor dem Kauf auf jeden Fall gut überlegen, wo der Controller zum Einsatz kommen soll. Insgesamt ist der Stratus aber der bisher beste iOS-Gamecontroller.

Steelseries Stratus

Hersteller: Steelseries

Preis: 69,99 Euro

Note: 1,9 gut

Leistung (20%): 1,6

Ausstattung (20%): 1,8

Handhabung (20%): 2,0

Ergonomie (40%): 2,0

Vorzüge: kompakt und leicht, angenehme Haptik, gute Qualität der Tasten und Bedienelemente, praktischer Schutzdeckel

Nachteile: schwammiges Steuerkreuz, konzeptbedingt liegen die Schultertasten und Sticks sehr nahe beieinander

Alternative: Logitech Powershell

Bezugsquellen: Apple Store , Steelseries Web Shop

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