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Superzoomkameras - Das Ferne so nah

18.12.2006 | 14:44 Uhr |

Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an Digitalkameras mit hohem Zoombereich. Das Spektrum reicht dabei von der kompakten Überall-dabei-Kamera bis zum anspruchsvolleren Gerät für kreative Fotografen. Wir testen zehn Kameras.

Will man aufregende Bilder, muss man nahe an das Motiv heran. Doch versucht man das mit einer herkömmlichen Digitalkamera und steigt für ein Foto einer Ente über Busch und Strauch, verjagt man den Wasservogel

Zwar bieten Digitalkameras außer einem optischen Zoom meist auch einen digitalen Zoom, doch eines vermögen auch die von den Herstellern oft blumig angepriesenen Bildkorrekturen nicht: Sie erreichen nicht die gleiche hohe Auflösung und damit die bessere Bildqualität wie mit dem optischen Zoombereich. Denn ein Digitalzoom ist nichts anderes als eine Ausschnittvergrößerung der Szene, die man eben so gut später am Rechner vornehmen kann.

Hier hilft eine Digitalkamera mit größerer Brennweite – sprich einem Objektiv mit hohem Zoombereich. So kann man auch aus weiterer Entfernung die Motive formatfüllend und in voller Qualität aufs Foto bringen. Mittlerweile gibt es auch einige kleine und handliche Kameras mit hohem optischen Zoombereich, doch dazu später mehr. Im Test sind zehn höchst unterschiedliche Modelle der mittleren Preisklasse vertreten, gemeinsam ist ihnen der hohe optische Zoombereich.

Ruhige Hand

In langen Brennweiten, also bei maximaler Vergrößerung eines Motivs, fällt es schwer, die Hand ruhig zu halten. Verwackelte Bilder sind die Folge, gerade wenn die Kamera bei widrigeren Lichtbedingungen etwas länger belichten muss. Aber auch bei kürzeren Brennweiten verwackeln Bilder bei schummrigen Lichtverhältnissen leicht.

Diesem Problem begegnen einige Modelle im Test mit einem mechanischen Bildstabilisator. Mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet sind neben den beiden Kameras von Panasonic die Canon Powershot S3 IS sowie die Sony DSC-H5. Hier gleicht eine Linse im Objektiv Wackelbewegungen aus. Eine andere Technik verwendet die Ricoh Caplio G4, bei der der Bildsensor Verwacklungen entgegen wirkt. Alle anderen Kameras im Test müssen ohne mechanische Bildstabilisatoren auskommen. Übrigens bietet die Nachfolgerin der Powershot A700, die auf den Namen Powershot A710 IS hört, einen Bildstabilisator, der wie die Ricoh Caplio G4 den Bildsensor bewegt. Leider ist die Kamera zum Testzeitpunkt noch nicht erhältlich.

Doch auch diese Bildstabilisatoren stoßen an Grenzen. Da sie nicht die Belichtungszeit verkürzen, sondern nur Wackelbewegungen entgegenwirken, kann es bei ungünstigem Licht zu Bewegungsunschärfe kommen. Als Fotograf kann man hier aus der Not eine Tugend machen und die Kamera mit dem Motiv mitschwenken – ein gerne verwendeter Effekt, bei dem der Hintergrund eine Bewegungsunschärfe erhält, das Motiv aber scharf bleibt.

Eine andere Möglichkeit, bewegte Motive bei schwachem Licht ohne Unschärfe auf die Speicherkarte zu bannen, ist neben dem Blitz das Erhöhen der Empfindlichkeit. Doch im Test produzieren die Kameras bereits ab ISO 400 ein störendes Farbrauschen. So kostet das Fotografieren mit hohen Empfindlichkeiten immer Qualität. Kaum zu gebrauchen ist die ISO-Einstellung 1600 der beiden Panasonic-Kameras.

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