2141612

Office-Tablets - wer ist der Boss im Büro

Surface Pro 4 vs. iPad Pro – das ultimative Duell

20.11.2015 | 10:39 Uhr |

Microsoft und Apple liefern sich einen spannenden Tablet-Zweikampf: Im Test vergleichen wir das iPad Pro mit dem Surface Pro 4.

Die Zukunft für Tablets liegt in Unternehmen. In dieser Ansicht stimmen Microsoft und Apple überein. Microsoft setzt dabei auf das Surface Pro 4 (zum ausführlichen Test) : Das 12,3-Zoll-Tablet mit Windows 10 lässt sich mit einer flachen Ansteck-Tastatur zum Notebook aufrüsten und unterstützt die Eingabe über einen aktiven Digital-Stift. Rechenleistung selbst für anspruchsvolle Büro-Anwendungen hat das Tablet dank Core-Prozessor und SSD genug.

Das beste Arbeits-Tablet: iPad Pro und Surface Pro 4 im Test

Doch Apple kontert mit dem großen iPad Pro ( zum ausführlichen Test ). Der Tablet-Riese mit 12,9-Zoll-Display soll anders als iPad Air und iPad Mini vor allem zum Arbeiten unterwegs eingesetzt werden. Deshalb gibt es auch für das iPad Pro eine Ansteck-Tastatur (Smart Keyboard) und einen Stift ( Apple Pencil ). Selbst das gleichzeitige Arbeiten mit mehreren Apps ist dank iOS 9 jetzt auf dem iPad Pro möglich ( Split View nennt Apple die mit iOS 9 eingeführte Technik). Wer hat also die Nase vorn? Unser Vergleichstest klärt diese Frage.

Rechenleistung

In beiden Tablets arbeiten top-aktuelle Prozessoren: Im Surface Pro 4 sitzt ein Prozessor aus Intels sechster Core-Generation Skylake, im Fall des Testgerätes der Core i5-6300U. Er arbeitet mit einem Standardtakt von 2,4 GHz und kann unter Last bis auf 3 GHz hochdrehen. Im iPad Pro debutiert Apples neuer A9X. Der Dual-Core-Prozessor arbeitet mit 2,26 GHz. Beide Prozessoren und die Betriebssysteme Windows 10 und iOS 9 sind 64-Bit-tauglich. Im iPad Pro stecken 4 GB RAM, im Testmodell des Surface Pro 4 sind 8 GB Arbeitsspeicher verbaut.

Test Geekbench 3

Der Benchmark Geekbench 3 prüft die reine Prozessorleistung der Testgeräte. Das iPad Pro liegt bei der Single-Core-Leistung vorne: Bei Apps, die nur einen Prozessorkern nutzen, arbeitet es rund vier Prozent schneller. Dagegen holt sich das Surface den Sieg bei der Mehr-Kern-Leistung: Das Windows-Tablet bietet 17 Prozent mehr Leistung. Allerdings arbeitet der Core i5 dank Hyper-Threading mit vier logischen Kernen, der A9X nur mit zwei.

Rechenleistung: Geekbench 3

Single-Core

Multi-Core

Microsoft Surface Pro 4

3111

6427

Apple iPad Pro

3228

5491

Test Browser-Benchmarks

Auch mit Browser-Tests lässt sich die Rechenleistung prüfen: Sie testen, wie schnell der Prozessor und die GPU Javascript-Code von Webseiten abarbeiten, die Seiten darstellen, vergrößern und verkleinern können. Die verschiedenen Tests setzen unterschiedliche Routinen ein und gewichten sie jeweils anders.

In drei von fünf Browser-Tests hat das Microsoft Surface Pro 4 die Nase vorn: Im Benchmark Octane von Google und im älteren Sunspider fällt der Vorsprung sehr deutlich aus. Im Browsermark liegt dagegen das iPad Pro klar vorne. Interessant sind die Ergebnisse in den Tests Jetstream und Chalkboard. Jetstream wurde von Apple entwickelt, doch im Test schneidet das Surface Pro 4 besser ab. Genau umgekehrt ist es beim Test Chalkboard, der von Microsoft kommt: Hier hat das iPad Pro die Nase vorne.

Browser-Tests

Octane (Punkte)

Jetstream (Punkte)

Browsermark (Punkte)

Sunspider (Sekunden)

Chalkboard (Sekunden)

Microsoft Surface Pro 4

30524

187,03

3178

92,6

29,22

Apple iPad Pro

19974

142,19

5495

184,4

24,27

Fazit: Beide Tablets bieten eine sehr hohe Rechenleistung. Einen klaren Sieger gibt es nicht, aber beide bringen auch für aufwändige Office-Aufgaben genügend Power mit.

3D-Benchmarks

Spielen sollte nicht zu den Kernkompetenzen eines Arbeitsgerätes gehören. Doch die hohe Rechenleistung und die großformatigen Displays lassen sich natürlich auch für gelegentliche Games optimal nutzen.

Der 3D Mark Ice Storm Unlimited sieht das Surface Pro 4 als klaren Sieger. Das iPad Pro kann nur im ersten Grafiktest, bei dem es vor allem um die Berechnung von 3D-Modellen geht, noch mithalten. Beim zweiten Grafiktest, der die Pixelberechnung testet sowie im CPU-Test liegt das Surface Pro 4 eindeutig vorne. Das Apple-Tablet gewinnt aber klar den internen iOS-Vergleich: Es arbeitet über 50 Prozent schneller als das iPad Air 2.

Ice Storm Unlimited

Gesamt (Punkte)

GPU (Punkte)

CPU (Punkte)

Grafiktest 1 (Bilder/s)

Grafiktest 2 (Bilder/s)

Physik-Test (Bilder/s)

Microsoft Surface Pro 4

48127

64658

25399

295,77

267,86

80,63

Apple iPad Pro

33622

50862

15378

302,5

174,3

48,8

Anders als der 3D Mark, bei dem das Surface Pro 4 mit Dirext X und das iPad mit Open GL arbeitet, vergleicht der GFX Bench die Grafikleistung ausschließlich unter Open GL. Und hier ist das iPad Pro in allen Tests dem Surface Pro 4 überlegen. Trotz der höheren Auflösung ist es beim Onscreen-Test, der mit der nativen Displayauflösung arbeitet, sogar doppelt so schnell.

GFX Bench 3.1 (Bilder/s)

T-Rex (Onscreen)

T-Rex (Offscreen)

Manhattan (Onscreen)

Manhattan (Offscreen)

Microsoft Surface Pro 4

30,4

91,31

18,32

46,87

Apple iPad Pro

59,4

162,7

33,3

79,9

WLAN

Beide Tablets arbeiten mit einem WLAN-Modul, das den aktuellen Standard 802.11ac unterstützt und nutzen zwei Antennen (2x2-Konfiguration). Das Tempo im Test gegen den 11ac-Router Netgear R7000 liegt bei beiden Tablets sehr hoch - mit einem Vorteil für das Surface Pro 4: Es schafft 190 MBit/s, das iPad Pro kommt auf 150 Mbit/s.

Display

Beim Display liegen die Konkurrenten fast gleichauf: Das Surface Pro 4 zeigt auf seinem 12,3-Zoll-Display 2736 x 1824 Bildpunkte, was eine Pixeldichte von 267ppi ergibt. Das iPad Pro setzt ein 12,9-Zoll-Display mit 2732 x 2048 Pixeln dagegen - seine Pixeldichte liegt damit bei 264 ppi. Die Darstellung ist auf beiden Bildschirmen also extrem scharf und detailliert. Beide Tablets setzen mit einem Seitenverhältnis von 3:2 beziehungsweise 4:3 auf ein Format, das sich sowohl quer wie hochkant sinnvoll nutzen lässt.

Die Bildqualität liegt bei beiden Tablets auf sehr ähnlichem, hohen Niveau. Die mittlere Helligkeit liegt beim Surface Pro 4 knapp über, beim iPad Pro knapp unter 300 cd/qm. Das iPad Pro bietet aber einen besseren Schwarzwert und deshalb mit 1290:1 einen leicht besseren Kontrastwert als das Surface Pro 4. Außerdem ist der iPad-Bildschirm gleichmäßiger ausgeleuchtet. Farben wirken auf dem iPad Pro etwas wärmer, aber ebenso kräftig und satt wie auf dem Surface Pro 4. Bei beiden Tablets verändert sich der Bildeindruck auch unter sehr schrägem Einblickwinkel kaum. Draußen im Sonnenlicht stören Reflexionen auf den spiegelnden Displayoberflächen.

Bildschirm

mittlere Helligkeit (12 Messpunkte, cd/qm)

maximale Helligkeit (cd/qm)

Kontrast

Helligkeitsverteilung (Prozent)

Microsoft Surface Pro 4

301

336

961:1

76

Apple iPad Pro

288

307

1290:1

91

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten: Beide Tablets haben Top-Displays, die nicht nur für den Office-Einsatz taugen, sondern sich auch für kreative Arbeit mit Fotos und Filmen eignen. Ganz optimal sind sie aber nicht: Die Helligkeit ist nicht hoch genug, um Reflexionen des Umgebungslichts komplett zu eliminieren. Sie können also nicht unter allen Lichtbedingungen so problemlos arbeiten, wie das mit einem matten Display möglich wäre.

Gewicht und Akkulaufzeit

Obwohl das Surface Pro 4 ein größeres Display als der Vorgänger hat, bleibt das Gehäuse unverändert, denn der Bildschirmrahmen fällt schmaler aus. Dadurch passt Zubehör für das Pro 3 wie Docking-Station und Tastatur-Cover ans Pro 4 – und umgekehrt. Das Surface Pro 4 ist zwar leichter als der Vorgänger – doch das größere iPad Pro wiegt noch weniger.

Im Notebook-Modus ändern sich die Gewichtverhältnisse: Zusammen mit dem Type Cover 4 wiegt das Surface 1105 Gramm. Das Smart Keyboard von Apple für das iPad Pro ist derzeit nicht verfügbar - die Lieferzeit liegt momentan bei rund fünf Wochen. Als Alternative kommt die Logitech-Tastatur Create in Betracht, die wir auch für den Test verwendet haben. In dieser Kombination wiegt das iPad Pro 1462 Gramm - das ist üppig und schwerer als viele 13-Zoll-Ultrabooks wie zum Beispiel das Macbook Air. Auch das Macbook Pro 13 mit Retina-Display liegt mit 1580 Gramm nicht weit darüber.

Bei Gewicht verliert das iPad Pro, bei der Akkulaufzeit gewinnt das Apple-Tablet: Im WLAN-Akkutest, bei dem die Tablets alle 30 Sekunden eine Webseite neu laden müssen, hält das iPad Pro 6,5 Stunden durch, das Surface Pro 4 nur knapp über fünf Stunden. Die Akkukapazität ist bei beiden Tablets ähnlich: Der Akku im iPad fasst 38,5 Wattstunden, der im Surface Pro 4 kommt auf 38,2 Wattstunden - das iPad arbeitet in diesem Test also deutlich sparsamer.

Fazit: Das iPad Pro ist mit der Tastatur deutlich schwerer als das Surface Pro 4, hält aber länger im Akkubetrieb durch. Laufzeit schlägt in diesem Fall Gewicht - und das iPad Pro gewinnt die Mobilitätswertung.

Ausstattung

Das Surface Pro 4 bietet mehr Speicherplatz: Im Testmodell sitzt eine NVMe-SSD mit 256 GB, Sie können das Microsoft-Tablet aber auch mit 512 GB ordern.Die Variante mit 1 TB ist derzeit nur in den USA verfügbar. Beim iPad Pro haben Sie die Wahl zwischen 32 GB und 128 GB. Bei Windows-Geräten ist der größere Speicherplatz aber auch notwendig, weil sowohl das Betriebssystem wie auch Programme mehr Platz benötigen als iOS und die dazugehörigen Apps.

Ein weiterer Platzvorteil für das Surface: Der Speicher lässt sich per Micro-SD-Karte erweitern. Außerdem hat das Microsoft-Tablet einen USB-3.0-Anschluss, an den Sie zum Beispiel eine externe Festplatte anschließen können. Das iPad Pro hat dagegen nur den Lightning-Connector. 

Die Flexiblität spricht daher klar für das Surface Pro 4: Denn nicht immer können Sie im Arbeitsumfeld entscheiden, auf welche Weise Sie Daten bekommen - da ist es ein deutlicher Vorteil, wenn Sie auch mal einen USB-Stick als Datenträger verwenden können, denn nicht immer wollen Firmen dafür einen Cloud-Speicher nutzen.

Allerdings gibt es das iPad Pro auch als LTE-Modell: So können Unterwegs-Arbeiter immer eine Online-Verbindung herstellen, wohingegen Sie beim Surface Pro 4 auf ein WLAN angewiesen sind, weil es derzeit keine 4G-Modelle gibt.

Preise

Das Microsoft Surface Pro 4 startet bei 999 Euro (Core m3, 4 GB RAM, 128 GB SSD). Es gibt sechs Modelle, das teuerste kostet 2449 Euro (Core i7, 16 GB RAM, 512 GB SSD). Die Preise für das iPad Pro gehen von 899 Euro (WLAN, 32 GB Speicher) bis 1229 Euro (WLAN+LTE, 128 GB Speicher). Inklusive Type Cover 4 kommt die getestete Version des Surface Pro 4 auf 1600 Euro, das Testmodell des iPad Pro mit 128 GB und WLAN kostet inklusive Smart Keyboard 1258 Euro. Bei gleicher Ausstattung (128 GB Speicher, 4 GB RAM) zahlen Sie mit 1249 Euro fast den identischen Preis für das Surface mit Tastatur.

Die technischen Daten im direkten Vergleich - inklusive Vorgänger Surface 3 Pro

Tablet

Microsoft Surface Pro 4

Microsoft Surface Pro 3

Apple iPad Pro

Display: Größe (Zoll)

12,3

12

12,9

Display: Auflösung

2736 x 1824

2160 x 1440

2732 x 2048

Pixeldichte (ppi)

267

216

264

Prozessor / Kerne

Intel Core m3, i5, i7e (Skylake)

Intel Core i3, i5, i7 (Broadwell)

Apple A9X

Arbeitsspeicher

4 GB / 8 GB / 16 GB

4 GB / 8 GB

4 GB

interner Speicher /erweiterbar

128, 256, 512 GB / Micro-SD

64, 128, 256, 512 GB / Micro-SD

32, 128 GB / nein

Foto-Kamera / Videoauflösung

8 MP / Full-HD

5 MP / Full-HD

8 MP / Full-HD

WLAN

11ac

11ac

11ac

LTE-Kategorie

kein LTE

kein LTE

Cat 4

Gewicht (Gramm)

800

811

716

Abmessungen (in Millimeter)

292,1 x 201,42 x 8,4

292,1 x 201,4 x 9,1

305,7 x 220,6 x 6,9

Preis (Euro)

999 bis 2450

849 bis 2149

899 bis 1229

0 Kommentare zu diesem Artikel
2141612