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Nikon J1 und V1

02.12.2011 | 09:18 Uhr |

Nikon stellt mit der 1-Serie ein eigenes Systemkamera-Konzept vor, das sich von anderen deutlich unterscheidet. Wir stellen die beiden ersten Kameras dieser Klasse vor.

Das Design der beiden Kameras J1 und V1 hält Nikon betont klar und schlicht. Das Konzept unterscheidet sich von anderen Systemkameras, die sich in der Regel eher an Spiegelreflex-Kameras orientieren. Die Nikon 1 orientiert sich dagegen an Kompaktkameras, so lässt sich dieses System eher umschreiben als Kompaktkamera mit auswechselbaren Objektiv.

Ein weiterer Unterschied zu anderen Systemkameras ist die kleine Sensorfläche von 13,2 x 8,8 Millimeter. So sind theoretisch kleinere Objektive möglich, doch die Kameramaße und Objektivgröße unterscheidet sich kaum von den anderen Systemkameras, deren Bildsensoren bis zur doppelten Fläche nutzen. Das Micro-Four-Trhirds-System von Olympus und Panasonic verwendet Bildsensoren mit einer Größe von mindestens 13,3 x 13 Millimeter, die Systemkameras von Sony und Samsung sogar Bildsensoren in APS-C-Größe, also 25 x 16,7 Millimeter.

Unterschiede zwischen J1 und V1

Die beiden Kameras J1 und V1 unterscheiden sich schon äußerlich, auch wenn das zurückhaltende, klare Design bei beiden unverkennbar ist. Dafür ist die Bildqualität bei beiden Modellen nahezu identisch, beide verwenden den gleichen Bildsensor und Bildprozessor.

Bei der Nikon V1 kann man zwischen mechanischem Verschluss und elektronischen Verschluss wählen, dies stellt man über den rückwärtigen Funktions-Schalter um. Die Nikon J1 bietet dagegen nur einen elektronischen Auslöser. Für schnelle Serienbild-Folgen sollte man den elektronischen Auslöser wählen. Inklusive Autofokus für jedes Bild können beide Kameras fünf Aufnahmen pro Sekunde aufnehmen.

Der Autofokus arbeitet bei beiden Kameras sehr schnell. Nikon verwendet bei beiden Modellen eine Kombination aus Phasen-Autofokus, wie er bei Spiegelreflex-Kameras üblich ist, und Kontras-Autofokus.

Zusätzlich zu dem Display bietet die V1 einen elektronischen Sucher. Nähert man sich mit dem Auge dem Sucher, schaltet die Kamera automatisch von Display-Anzeige zur Sucher-Anzeige um. Das rückwärtige drei Zoll große Display löst übrigens bei der J1 460 000 Pixel auf, bei de rV1 dagegen 921 000 Pixel.

Die V1 bietet statt einem eingebauten Blitz einen Blitzschuh, der neben dem Aufsteckblitz SB-N5 (130 Euro) wahlweise einen GPS-Empfänger aufnehmen kann (GP-N100, 150 Euro). Per Mikrofon-Adapter AS-N1000 lässt sich auch ein Mikrofon wie das Nikon ME-1 verwenden. Ein Blitz ist anders als bei neueren Olympus-Systemkameras nicht mitgeliefert. Ohne Blitzschuh muss die J1 auskommen, dafür bietet sie einen eingebauten Blitz, den man bei Bedarf ausklappt.

Bedienung

Ihre Hauptunterschiede gegenüber anderen Systemkameras sind das Bedienkonzept. Nikon hat es zwar klar gegliedert, aber für viele Einstellungen, die über das Grundlegende hinaus gehen, muss man in die Tiefen des Menüs abtauchen. So ist es beispielsweise auf den ersten Blick nicht ersichtlich, dass man neben Motivprogramme die Aufnahmeeinstellungen auch manuell vornehmen kann (PSAM). Diese Einstellungen muss man ebenso wie die Wahl der ISO-Empfindlichkeit im Kameramenü einstellen. Auch die D-Lightning-Funktion, die Tiefer und Lichter bei Aufnahmen anpasst, sowie den Bildstabilisator muss man über das Menü einstellen.

Ambitionierte Fotografen, die häufig mit Blenden- oder Zeitautomatik oder gar manuellen Einstellungen fotografieren, sind mit anderen Systemkameras besser beraten. Dafür ist die Bedienung für Fotografen unkompliziert, die sich voll auf die Automatik-Programme der Kamera verlassen. Motivprogromme lassen sich nicht mehr einzeln auswählen, hier setzt Nikon auf eine Motivautomatik, die die Szene erkennt und das entsprechende Programm wählt. Das klappt im Test auch recht zuverlässig.

Auf dem Menüwahlrad befindet sich eine Einstellung für "Bewegter Schnappschuss". Hier nimmt die Kamera einen kurzen Full-HD-Film auf. Mit der Funktion "Smart Photo Selector", die man über das Menü auswählen muss, sucht die Kamera aus einer Bildserie die am besten gelungenen Aufnahmen aus.

Video

Beide Kameras können Videos im Full-HD-Format aufnehmen. Während sich bei der Konkurrenz meistens das AVCHD-Aufnahmeformat durchgesetzt hat, speichern beide Nikon-Kameras die Filme als Quicktime-Film mit H.264-Komprimierung. Maximal 20 Minuten Aufnahmezeit pro Clip sind in Full-HD-Auflösung möglich. Die Videoqualität ist gut. Die Nikon V1 bietet zudem einen Miniklinken-Anschluss für ein externes Mikrofon.

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