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Systemkameras im Test: Konkurrenz für Spiegelreflex

15.12.2010 | 13:49 Uhr |

Das Spiegelreflexsystem stammt aus den Tagen der analogen Fotografie. Diese Technik bekommt nun mit den so genannten Systemkameras Konkurrenz

Wer einen elektronischen Sucher möchte, kann diesen als Zubehör kaufen (Bild: Olympus PEN E-P2)
Vergrößern Wer einen elektronischen Sucher möchte, kann diesen als Zubehör kaufen (Bild: Olympus PEN E-P2)
© Olympus

Systemkameras haben so großflächige Bildsensoren wie ihre Spiegelreflexkonkurrenten und damit eine vergleichbare Bildqualität. In den Systemkameras kann das Objektiv näher zum Bildsensor rücken, da keine mechanischen Teile mehr im Weg sind. So lassen sich die Objektive und wegen des Verzichts auf einen optischen Sucher die Kamera kompakter bauen, ohne dass der Bildsensor schrumpfen muss.

Der Kuchen für Kameras mit wechselbarem Objektiv teilt sich gut auf: Eine Spiegelreflexkamera höherer Preisklasse ist nach wie vor die erste Wahl für Profi-Fotografen. Als kompaktere und leichtere Fotoausrüstung für Reportagen und Reisen eignet sich eine Systemkamera auch für Profi-Fotografen und wegen der einfachen Bedienung und den vielen Automatikprogrammen für Gelegenheitsfotografen mit hohem Anspruch an die Bildqualität.

Noch wenige Objektive

Da digitale Spiegelreflexkameras das analoge System beerbt haben, gibt es hier eine sehr große Auswahl an Objektiven, die auch schon mal einige Jahrzehnte alt sein können. Eine Ausnahme ist hier das Four-Thirds-System von Olympus und Panasonic, die ein reines digitales Spiegelreflexkamerasystem entwickelt haben.

Dagegen ist das Angebot mager an Objektiven für die noch jungen Systemkameraserien. Bislang bieten nur die Kamerahersteller passende Objektive an, Objektivhersteller wie Sigma, Tamron oder Tokina haben ihr Programm noch nicht erweitert.

Die Kameras von Olympus und Panasonic mit dem System Micro Four Thirds bieten die größte Auswahl: Olympus hat vier Objektive im Programm, Panasonic gar sieben. Die Objektivauswahl reicht so vom Fisheye-Objektiv mit sehr breitem Bildbereich bis zum Teleobjektiv mit bis zu 200 mm Brennweite im Vergleich zum Kleinbildformat.

Samsung bietet derzeit für seine NX-Serie lediglich drei Objektive an (30 mm, 50-200 mm und 18-55 mm), fünf weitere Objektive sollen dieses Jahr folgen, darunter ein Superzoomobjektiv mit 18-200 mm Brennweite (äquivalent zum Kleinbildformat). Auch Sony bietet derzeit für sein zum Testzeitpunkt noch nicht erhältliches System NEX gerade mal drei E-Mount-Objektive und zwei Linsenaufsätze.

Einen eigenen Weg geht Ricoh mit seinem System GXR, bei dem man ein Modul tauscht, das neben dem Objektiv auch den Bildsensor beinhaltet. So kann kein Staub auf den Bildsensor gelangen und für hohe Zoombereiche lässt sich das Modul noch kompakter bauen, da Ricoh hier einen Bildsensor mit kleinerer Fläche verwendet. Drei Module gibt es hier, eines mit 50-mm-Festbrennweite und einem Bildsensor im für Spiegelreflex typischen Format APS-C und zwei Module mit Zoomobjektiven, die einen 1/2,3 Zoll großen Bildsensor verwenden.

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