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Gerüchte über ARM-Chips für Macbooks

10.05.2011 | 07:29 Uhr |

Apple steht möglicherweise vor dem nächsten Wechsel seines Prozessorlieferanten für Macs. Ab dem Jahr 2013 sollen nicht mehr Intel-Chips Apples Mobilrechner antreiben, sondern CPUs, die auf der ARM-Architektur basieren, die Apple mit dem A4 und A5 auch in iPad und iPhone einsetzt.

Macbook Pro 2010
Vergrößern Macbook Pro 2010

Dies will die Website SemiAccurate von gut informierten Quellen erfahren haben. 64-Bit-Chips auf ARM-Architektur sind für Ende 2012 oder Anfang 2013 geplant, würden also in das Zeitschema passen. Intel sei in Apples Pläne noch nicht eingeweiht, soll sich aber als Hersteller der von Apple entwickelten Prozessoren A4 und A5 und deren Nachfolgern angeboten haben. Derzeit fertig Samsung die Prozessoren für iPad und iPhone , aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch Geräte wie dem Galaxy Tab sollen sich die Geschäftsbeziehungen zwischen Apple und Samsung verschlechtert haben.

Sollte Intel seinem Kunden Apple keine Chips mehr für Macbooks liefern dürfen, entstünde weniger ein wirtschaftlicher als ein Imageschaden, meint der Analyst Dan Olds von der Gabriel Consulting Group gegenüber unseren Kollegen der PC World: "Apple verkauft zwar eine Menge Systeme, Windows-PCs machen aber nach wie vor mehr als 90 Prozent des Gesamtmarktes aus."

Da jedoch das Tablet-Segment den PC-Markt zunehmend kannibalisiere, bekomme Intel immer mehr Konkurrenz aus unterschiedlichen Richtungen, schätzt Charles King von Pund-IT ein. Intel hatte erst letzte Woche seine 3D-Technik für Transistoren des 22-Nanometerprozesses gezeigt, mit höherer Energieeffizienz will Intel seine Chips für Smartphones und Tablets attraktiver machen.

Entscheide sich Apple tatsächlich für die ARM-Plattform wäre das für Intel ein Schlag ins Kontor, da die Plattform mehr Aufmerksamkeit bekäme. "Die Idee, ARM könne x86 verdrängen, wurde schon vor geraumer Zeit geboren," erklärt King. Nvidia und Microsoft unterstützen diese, Apple denke realistischer Weise zumindest auch darüber nach. Dass dieses Gerücht jedoch keine 48 Stunden nach der Vorstellung von Intels Ivy-Bridge-Pläne auftauchte, mache es jedoch suspekt. Derzeitige ARM-Prozessoren arbeiten mit 32 Bit, können also maximal 4 GB RAM ansprechen, erklärt Olds. Auch müsse Apple sein Betriebssystem für Macs grundlegend anpassen, wie es zuletzt beim Wechsel zu Intel 2006 geschehen war - da hatte Intel jedoch kräftig mitgeholfen. Unser Computerworld-Kollege Johnny Evans hält denn auch das Gerücht als gezielt gestreut, damit Apple bessere Konditionen mit seinem Chiplieferanten Intel aushandeln könne.

Rob Enderle rät Intel, den möglichen Zug Apples zu verhindern - oder eben die Reputation Apples als Technologieführer anzugreifen. Denn wenn Apple sich erfolgreich von Intel abwende, würden zahlreiche Hersteller folgen und sogar mit ARM-Servern experimentieren.

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