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Tecco Print 1.7

01.11.2007 | 13:32 Uhr |

Man nehme ein Bild, drucke es aus und halte kurze Zeit später ein ziemlich realistisches Abbild in den Händen. Was einfach klingt, ist es in Wirklichkeit nicht, weil ein Bild – beispielsweise von einer Digitalkamera – auf dem Weg zum Drucker viele Stationen durchläuft, an denen Soft- oder Hardware die Farbwerte des Bildes interpretiert. Ganz zu schweigen davon, dass die Farben am Monitor additiv (aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau) gemischt werden, im Drucker aber subtraktiv (aus den Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz).

Tecco, Print 1.7, Menü
Vergrößern Tecco, Print 1.7, Menü

Viele Vorbedingungen

Der Papierhersteller Tecco bietet die Hilfssoftware Tecco Print an, die alle Probleme – soweit möglich – umgeht, so dass die farbtreue Wiedergabe von RGB-Bildern gelingen soll. Allerdings muss man eine ganze Reihe von Vorbedingungen erfüllen: Tecco Print ist speziell für die Druckausgabe von Photoshop konzipiert. Andere Software lässt sich nutzen, allerdings sollte man darauf achten, dass sich dort jede Art von Farbmanagement abschalten lässt. Tecco Print liefert nur dann hochwertige Resultate, wenn man Papier von Tecco in den Drucker legt und im Drucker die Originaltinte des Herstellers verwendet. Außerdem funktioniert Tecco Print nur mit einer geringen Zahl von Tintenstrahldruckern, die nicht billig sind: Die günstigsten Modelle stammen von Epson (Stylus Photo R2400) und HP (Photosmart B9180); ihr Preis liegt bei jeweils etwa 700 Euro. Letzte Hürde ist, dass selbst bei passendem Drucker nicht alle Tecco-Papiere nutzbar sind – Fotokünstler, die mit einem bestimmten Drucker und einem bestimmten Papier arbeiten wollen, sollten vorab mit Tecco klären, ob diese Kombination unterstützt wird.

Stimmen die Voraussetzungen, steht dem Fotodruck mit Tecco Print wenig im Wege: In Photoshop schaltet man das Farbmanagement ab, öffnet das Bild (für optimale Ergebnisse sollte das Bild im RGB-Farbmodell gespeichert sein, was auf alle Bilder von Digitalkameras zutrifft) und druckt es über den Tecco-Drucker (der im Fenster „Drucken“ von Mac-OS X sichtbar ist) aus. In Tecco Print wählt man lediglich das verwendete Papier aus.

Gute Messergebnisse

Wir testen Tecco Print mit zwei Druckern HP Photosmart B9180 und Canon iFP5000. Bei beiden messen wir bei der Farbwiedergabe Verbesserungen: Beide Drucker zeigen in den dunklen Bildstellen mehr Details, weil Tecco Print den Gesamtfarbauftrag deutlich reduziert. In den Messdaten und den daraus berechneten Geräteprofilen ist das ebenfalls deutlich sichtbar: Mit Tecco Print erhalten wir vor allem in den dunklen Bereichen einen vergrößerten Farbraum, speziell beim Canon iFP 5000 verbessert sich zusätzlich die Wiedergabe der hellen Gelb- und Rottöne (bis etwa 20 Prozent Sättigung).

Die Druckzeit steigt durch den Weg über Tecco Print kaum. Wir messen pro Bild (im Format DIN A3 und DIN A4) etwa zehn Prozent höhere Ausgabezeiten.

Fazit

Wenn die Voraussetzungen stimmen, ist Tecco Print eine feine Sache: Schnell ins-talliert und auf das Papier eingestellt , erhält man eine gute Farbwiedergabe. Schwierig ist dagegen, die große Menge an Randbedingungen: Es funktioniert nur mit Druckpapier von Tecco und nur mit Bildern, die von Digitalkameras stammen (oder die in einem der drei möglichen RGB-Farbräume vorliegen). Außerdem muss man in Photoshop an mehreren Stellen die passenden Einstellungen wählen, was in der Dokumentation aber nur am Rande erwähnt wird. wm

Wertung

Note: 2,4 gut

Vorzüge einfache Handhabung, farbtreue Wiedergabe, reduzierter Tintenverbrauch

Nachteile nur für RGB-Bilder, setzt teuren Drucker voraus, schlechte Dokumentation

Alternative Kalibrationshard- und -software, zum Beispiel I1 Proof von X-Rite

Preis E (D) 149, E (A) 151, CHF 204

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Mac-OS X 10.3.9

Info Tecco

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