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WLAN-Router

Test: AVM Fritzbox 3390

04.04.2013 | 14:45 Uhr |

Dieser WLAN-Router für DSL und VDSL ist ein wahrer Tausendsassa, der sich zudem leicht einrichten lässt. Das Gerät überzeugt im Test und gibt nur wenig Anlass zur Kritik

Die Fritzbox 3390 ist ein Dual-Band-Router mit integriertem ADSL2+ / VDSL -Modem, der simultan auf beiden Frequenzen (2,4 GHz und 5 GHz) mit jeweils maximal 450 MBit/s sendet. Das WLAN ist ab Werk verschlüsselt, der Schlüssel ist auf der Rückseite des Routers aufgedruckt. Ändert man nichts an den Einstellungen, verwenden beide Frequenzbereiche denselben Namen. Jedes Gerät entscheidet dann beim Verbinden, welche Frequenz es verwendet. Man kann in den erweiterten Einstellungen aber auch unterschiedliche Bezeichnungen vergeben und so gezielt eine Frequenz wählen. Zusätzlich lässt sich ein Gästenetz mit eigenem Passwort einrichten, und auch den vierten Ethernet-Anschluss kann man auf einen Gästemodus beschränken.

Im Test arbeitet der Router ohne Probleme und kommt auch nicht ins Schwitzen, wenn auf drei gleichzeitig angemeldeten Rechnern jeweils ein Film in Standardqualität gestreamt wird, einen davon von der lokal angeschlossenen USB-Festplatte, die anderen über das Internet. Beim Zugriff auf eine per Gigabit-Ethernet angeschlossene Netzfestplatte wird maximal eine Übertragungsrate von knapp 72 MBit/s erreicht, im Schnitt sind es rund 56 MBit/s. Diese Werte können unter anderen Umgebungsbedingungen aber deutlich abweichen. Genügsam zeigt sich der Router beim Stromverbrauch, der bei neun Watt liegt, dies sogar bei angeschlossener USB-Festplatte.

Einen DECT-Telefonanschluss wie andere Fritzbox-Modelle besitzt die Fritzbox 3390 zwar nicht. Telefonieren kann man trotzdem, wenn man einen DSL-Anschluss mit IP-Telefonie verwendet. Dazu richtet man die Verbindung auf dem Router ein und verwendet ein Smartphone als Endgerät, auf dem man die kostenlose App „Fritz!App Fon“ installiert. Diese gibt es für iOS und Android. Sie stellt die Verbindung über das WLAN zum Router her und nimmt auch die Anrufe entgegen. Die iOS-App lässt sich auch auf einem iPad oder einem iPod Touch (ab der 3. Generation) verwenden.

Übersichtliche Konfiguration

Nach dem Anmelden am WLAN greift man über einen Browser auf die Konfigurationsseite zu, um ein Gerätepasswort zu vergeben und den Internetzugang einzurichten. Wie von AVM gewohnt, gibt es für jeden Anbieter eine eigene Eingabemaske, was die Eingabe der Daten vereinfacht. Zusätzlich kann man die Kindersicherung aktivieren und dort sowohl eine zeitliche Beschränkung pro Gerät einrichten als auch Listen mit erlaubten (White List) beziehungsweise verbotenen (Black List) Webseiten anlegen.

Normalerweise nicht benötigte Einstellungen werden standardmäßig nicht angezeigt, dies hält die Konfigurationsseiten übersichtlich. Schließt man einen Drucker an einen der beiden USB-Ports des Routers an, wird dieser in der Systemeinstellung „Drucken & Scannen“ eingerichtet. Ein PDF mit der Anleitung befindet sich auf der mitgelieferten CD, auf der es auch ein ausführliches Handbuch gibt. Zusätzlich ist in die Webseiten des Routers eine umfassende Hilfefunktion integriert, für die aber eine Internetverbindung notwendig ist.

Daten zur Verfügung stellen

Schließt man an die Fritzbox USB-Datenträger an (diese müssen im Windows-Format eingerichtet sein), wird ihr Inhalt über die NAS-Funktion (Fritz!NAS) der Router-Software im lokalen Netz zur Verfügung gestellt. Man kann entweder im Browser diese Option aufrufen oder über den Finder das Volume mounten. Nachteilig ist, dass im Browser die von OS X angelegten und sonst unsichtbaren Verwaltungsdateien wie „.DS-Store“ sichtbar sind. Auch ein UPnP-Medienserver ist integriert. Zusätzlich kann man die Option „MyFritz!“ aktivieren, um auch über das Internet auf die Daten zuzugreifen. Dazu legt man bei AVM ein Benutzerkonto an und erstellt auf dem Router einen Benutzer. Dann meldet man sich über „Myfritz.net“ bei AVM an und kann danach auf das Benutzerkonto auf dem Router zugreifen.

Ähnlich wie beim Service DynDNS ermittelt AVM jeweils die aktuelle IP-Adresse des Routers und stellt die Verbindung her. Für iOS gibt es die App „MyFritz!“, über die man ebenfalls Zugang zu den vom Router verwalteten Daten bekommt. Streamen lassen sich die Inhalte jedoch nicht. Auf dem Mac werden sie auf den Rechner übertragen, auf dem iOS-Gerät in einem Zwischenspeicher abgelegt und dann abgespielt. Diesen Speicher kann man dann jeweils wieder löschen.

Empfehlung: AVM Fritzbox 3390

Die AVM Fritzbox 3390 lässt sich einfach konfigurieren und bietet genügend WLAN-Leistung, um mehrere Rechner und Geräte gleichzeitig zu bedienen. Durch die NAS-Funktion kann sie auch als zentraler Datenspeicher im lokalen Netz dienen, auf den man sogar über das Internet zugreifen kann. Anwender, die IP-Telefonie verwenden, können zudem ihr Smartphone als Endgerät verwenden.

Fritzbox 3390

AVM

Preis: € 150, CHF 201

Note: 1,3 sehr gut

Leistung (50 %)                 1,4

Ausstattung (20 %)           1,3

Handhabung (20 %)          1,3

Ergonomie (10 %)             1,2

Vorzüge: Simultanes Dual-Band, WLAN ab Werk verschlüsselt, übersichtliche Bedienoberfläche, zwei USB-Anschlüsse

Nachteile: Bei NAS-Zugriff werden sonst unsichtbare Dateien angezeigt

Alternative: Diverse Dualband-Router

Anschlüsse: 2x USB 2.0, 4x Gigabit-Ethernet, 1x ADSL2+/VDSL; durchschnittlicher Stromverbrauch 9 W (eigene Messung, mit angeschlossener USB-Festplatte)

www.avm.de

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