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Test: Actions for iPad

27.08.2013 | 13:58 Uhr |

Mit Actions for iPad steuern Sie Programme auf dem Rechner. Ein Tippen mit dem Finger reicht, um Aktionen zu starten. Schneller und bequemer geht’s kaum

Mit Actions for iPad wird das iPad zum coolen Eingabegerät am Rechner. Die App zeigt Paletten mit großen Tas­ten, die an eine elegante Version der Windows-8-Kacheln erinnern. Über diese lässt sich eine große Auswahl an vordefinierten Befehlen aufrufen. Tippen Sie auf eine Tas­te, wird das zum Rechner übertragen und löst dort die zugehörige Aktion aus. Dabei werden Windows Explorer, OS X Finder sowie diverse Programme auf beiden Systemen unterstützt. So wird der Touchscreen des iPad zur individuell konfigurierbaren Befehlspalette des Rechners.

Erste Schritte

Beim ersten Start präsentiert die App eine kleine Einführung in ihre Nutzung. Die sollte man sich unbedingt anschauen, um einen ersten Überblick zu bekommen. Die App kann nämlich noch einiges mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Damit sich die App auf dem iPad und der Rechner verstehen, muss auf Letzterem eine Software installiert werden, die die Befehle vom iPad entgegennimmt und dann die passenden Makros aufruft, um die gewünschten Aktionen in den Programmen zu starten. Die Kommunikation erfolgt über das lokale WLAN.

Verbindung zum Rechner

Die Installation von Actions for iPad ist in wenigen Schritten erledigt. Laden Sie die Software von der Website des Herstellers , und installieren Sie sie. Gibt es unter Windows Probleme, führen Sie die Installation als Administrator durch. Dann starten Sie iPad- und Server-App und folgen den Anweisungen.

Flexible Konfiguration

Actions for iPad verwaltet die Belegung der virtuellen Tasten in „Sets“. Das hat den Vorteil, dass man sich für verschiedene Situationen passende Sets erstellen und dann nach Bedarf schnell zwischen diesen wechseln kann. Auf Wunsch lassen sich die Konfigurationen über Dropbox zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren. Als Grundausstattung bringt die App bereits Sets für diverse Anwendungen mit. Auf dem Startbildschirm der App finden Sie oben einen Bereich für bereits geladene Sets. Hier können Sie die häufig benötigten Belegungen im schnellen Zugriff halten. Über den Load-Befehl lassen sich weitere Sets aus der Bibliothek laden. Tippen Sie einfach auf ein Set, um die jeweilige Belegung zu aktivieren und die Set-Verwaltung auszublenden.

Die Basisfunktionen

Nach erfolgreicher Verbindung können Sie die ersten Aktionen ausprobieren. Die mitgelieferte Konfiguration „My First Set“ bietet einige Funktionen von Sys­tem und Standardprogrammen. Die Tasten sind farblich sortiert, und es gibt auch einige „Ordner“, die mehreren Aktionen enthalten.

Befehle aufrufen

Im unteren Teil des Bildschirms sehen Sie die gerade aktive Tastatur. Es gibt zwei Tas­tengrößen. Reichen die Plätze nicht aus, lässt sich eine weitere Seite anfügen. Die Tasten selbst zeigen einfache Symbole und den Namen des zugeordneten Befehls. Um ihn auszuführen, tippt man einfach auf die jeweilige Taste, fertig. Durch verschiedene Farben können zusammengehörige Befehle in einem Set markiert werden, um die Orientierung zu erleichtern. Für mehr Übersicht lassen sich auch mehrere Befehle hinter einer Taste verstecken. Solche Tasten haben am unteren Rand einen weißen Punkt. Sie funktionieren praktisch wie ein Ordner. Tippt man auf so eine Gruppe, erscheinen am unteren Bildschirmrand die Tasten für die enthaltenen Befehle. Der schnellste Weg, um zwischen der Set-Verwaltung und dem aktiven Tastenfeld zu wechseln, führt über zwei simple Gesten. Man streicht einfach mit drei Fingern nach oben oder unten.

Sets laden und wechseln

Die Aktionen lassen sich zu Sets gruppieren. Das sorgt für mehr Ordnung, da sie sich nach Anwendungsbereichen zusammenstellen lassen. Außerdem kann man über Sets sehr schnell das komplette Tastenfeld wechseln.

In der Praxis

Im Prinzip ist die App sehr schnell einsatzbereit. Einfach die App aus dem Store laden, die Software auf dem Rechner installieren und starten. Schon kann es losgehen. Am besten spielen Sie erst einmal etwas mit den vorhandenen Konfigurationen, um die App kennenzulernen. Es ist faszinierend, wie schnell und direkt die Verbindung zwischen iPad und Rechner funktioniert. Man gewöhnt sich schnell daran, dass das iPad auf dem Schreibtisch liegt und man für einige Befehle schnell mal darauf tippt. Die eigentliche Stärke von Actions for iPad ist allerdings die individuelle Konfiguration für Ihre Zwecke. Erst dadurch wird aus einem Achtungserfolg als cooles Gadget ein unentbehrlicher Helfer im Alltag. Sie sollten sich unbedingt die Zeit nehmen, eigene Sets anzulegen. Dabei können die mitgelieferten als Basis dienen.

Eigene Ergänzungen

Seine eigentliche Stärke entwickelt Actions for iPad erst, wenn man es sich für die eigenen Bedürfnisse einrichtet. Dafür kann man eigene Sets anlegen und mit Aktionen füllen. So erhält man ein maßgeschneidertes Werkzeug.

Ideen gesucht

Es gibt viele Möglichkeiten für sinnvolle Sets. Hierzu gehören Sammlungen an Tastenkürzeln oder auf einigen Tastaturen fehlende Tasten, wie die Power-Tas­te. Definieren Sie sich ein Set mit Ihren 20 Top-Websites als schnelle Bookmark-Sammlung oder einen „Ordner“ mit den wichtigsten Programmen und Dienstprogrammen, die Sie im schnellen Zugriff haben wollen. Wer im Alltag viele Standardmails schreibt, definiert sich Vorlagen für Musterbriefe oder Textbausteine, die dann auf Tastendruck abrufbar sind. Das sind nur ein paar einfache Beispiele, um Sie auf den Geschmack zu bringen.

Für Fortgeschrittene

Die Kommunikation zwischen App und Rechner arbeitet in beiden Richtungen. Die Serversoftware kann der App die verfügbaren Programme auf dem Rechner melden. Dadurch können Sie zum Beispiel eine „Magnet Application“ für ein Set definieren. Das bedeutet, das Set ist an ein bestimmtes Programm gebunden und wird automatisch aktiviert, wenn dieses auf dem Rechner im Vordergrund läuft. Oder man wählt beim Anlegen eines Befehls ein bestimmtes Programm aus der Liste, an die er gesendet werden soll (anstelle der im Vordergrund laufenden Anwendung).

Fazit

Unter der einfachen Oberfläche von Actions for iPad verbirgt sich ein mächtiges Tool, das eine sehr umfangreiche Steuerung von Rechnern mit OS X und Windows erlaubt. Die elegante Touchscreen-Bedienung mit einfach gestalteten großen Tas­ten erinnert spontan an eine Mischung aus Windows 8 und Raumschiff Enterprise. Es ist im ersten Moment schon sehr faszinierend, wenn der Rechner Berührungen des iPad-Displays sofort in irgendwelche Aktionen umsetzt. Ist der erste Spaß verflogen, ist es wichtig, sich eine passende Konfiguration zu basteln. Das braucht etwas Zeit, aber die ist gut angelegt. Während das iPad mit dem Rechner verbunden ist, bleibt der Bildschirm an und das WLAN aktiv. Für längere Sessions sollte es daher mit Strom versorgt werden. Die Unterstützung für Windows 8 befindet sich noch im Beta-Stadium. Insgesamt scheint die Zusammenarbeit mit dem Mac besser zu klappen.

Komfortable Steuerung für Mac- und PC-Programme

Preis: 3,59 Euro

Vorzüge: Schnelle Steuerung, viele Sets, App-abhängige Sets

Nachteile: Nicht lokalisiert, nicht alle Befehle aufrufbar

Voraussetzungen: iPad 2 (ab iOS 4.3), Rechner mit Windows XP/Vista/7/8 (Beta) oder OS X ab Version 10.6

Eine Liste der unterstützen Apps finden Sie in der Beschreibung im iTunes Store

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