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Test: Adobe Premiere Elements 12

08.10.2013 | 16:11 Uhr |

Adobe Premiere Elements ist ein Schnittprogramm für Hobbyisten. In seiner nun zwölften Version gibt es hilfreiche Assistenten, die dem Gelegenheitsbenutzer das Leben erleichtern

Mit Version 12 bekommt Premiere Elements Soundeffekte, einen dynamischen Soundtrack und eine neue Funktion für Bewegungsverfolgung spendiert. Die Oberfläche hat Adobe ebenfalls überarbeitet. Hinzugekommen sind Editoren mit Assistent für Anfänger (ähnlich wie bei Photoshop Elements), außerdem gibt den Schnell- und Expertenmodus.

Der Elements Organizer ist über den Editor erreichbar, um Dateien zu laden
Vergrößern Der Elements Organizer ist über den Editor erreichbar, um Dateien zu laden

Neue Ansicht der Editoren mit Assistent

Schon länger gibt es bei Photoshop Elements einen Assistenten, der schrittweise durch die Bearbeitung führt. Premiere Elements musste dagegen bislang auf einen Assistenten verzichten, doch mit Version 12 gibt es ihn nun auch für das Schnittprogramm. Der neue Assistent in Premiere Elements führt den Anwender durch neun typische Arbeitsabläufe. Darunter sind Aufgaben wie Video importieren, einen Soundtrack hinzufügen und Clips kürzen. Für Schnitt-Anfänger ist dies sehr hilfreich, da die richtigen Schaltflächen hervorgehoben werden, um ein Hin- und Herspringen zwischen Fenstern zu vermeiden. Es wäre allerdings schön, auf weitere Assistenten zurückgreifen zu können: Arbeitsschritte wie Bewegungsverfolgung und das Speichern fertiger Videos werden nicht erklärt. Andere Bereiche der Oberfläche sind weitgehend unverändert und Nutzern der Vorgängerversion vertraut.

Das ist neu

-Verbesserte Oberfläche

-Assistent für Videoschnitt

-Weitere Videoeffekte

-Mehr Sound-Effekte und Musik

-Bewegungsverfolgung

Die hinzugekommenen Audio-Funktionen sind ebenfalls nützlich. Diese Version bringt eine größere Auswahl an Cartoon- und anderen Soundeffekten mit. Zusätzlich gibt es eine neue Soundtrack-Funktion, die eine Audiospur aus 52 mitgelieferten Scores in sieben Kategorien erstellt. Das Programm lädt die Scores um Platz zu sparen erst dann herunter, wenn sie benötigt werden. Die in einem Score verwendetet Musik passt sich dynamisch an die Länge der Videospur an. Auch die Lautstärke reguliert die Software in Abhängigkeit zum Ton im Video. Eine praktische Funktion, durch die Videos professioneller aussehen und klingen.

Der neue Assistenten-Modus führt Schritt für Schritt durch verschiedene Programmfunktionen, deckt allerdings nicht die komplexeren Werkzeuge ab.
Vergrößern Der neue Assistenten-Modus führt Schritt für Schritt durch verschiedene Programmfunktionen, deckt allerdings nicht die komplexeren Werkzeuge ab.

Bewegungsverfolgung

Die neue Funktion zur Bewegungsverfolgung ist ebenfalls einfach in der Handhabung. Man zieht einen Kasten um das gewünschte Objekt im Video und das Programm verfolgt das Objekt im Clip so weit es kann. Nun kann man ein Bild oder eine Grafik zur Spur anhängen. So lassen sich Sprechblasen und andere Effekte hinzufügen, die jemandem im Video folgen sollen. Die Bewegungsverfolgung ist jedoch nicht so ausgefeilt wie in Premiere Pro . Der Benutzer hat keine Kontrolle über den Verfolgungsablauf und kann den Weg nicht mehr anpassen, nachdem die Bewegungsverfolgung abgeschlossen ist. Stimmt etwas nicht bleibt nur: löschen und von vorne beginnen.

Zusätzlich gibt es Änderungen bei den Videoeffekten. Darunter die von Adobe „Hollywood Effekte“ genannten Filter, die aber überwiegend kitschig aussehen. Die einzig brauchbaren sind die Filmlooks, sie geben Videos ein cineastisches Aussehen. Wahrscheinlich um Lizenzprobleme zu vermeiden, haben die Effekte Namen wie Trinity (für einen grünen Matrix-Look ), Sparta (ein gedämpfter 300-Farb-Style ) und Pandora, der Hauttöne (oder rote Katzen) blau einfärbt. Wer keinen Film im Avatar-Stil drehen möchte, lässt den Filter lieber außen vor. Dasselbe gilt für die meisten mitgelieferten Vorlagen.

Der Pandora-Filter verwandelt Familienmitglieder (oder rote Katzen) in blau-häutige Außerirdische. Wird Cameron klagen? Wahrscheinlich nicht, aber er wird den Effekt wohl auch nicht für den zweiten Teil von Avatar einsetzen
Vergrößern Der Pandora-Filter verwandelt Familienmitglieder (oder rote Katzen) in blau-häutige Außerirdische. Wird Cameron klagen? Wahrscheinlich nicht, aber er wird den Effekt wohl auch nicht für den zweiten Teil von Avatar einsetzen

Automatische intelligente Farbtonbearbeitung

Ein hilfreiches Werkzeug ist die automatische intelligente Farbtonbearbeitung. Dieser Filter optimiert Kontrast, Farbe und Gamma-Werte. Bei einigen gräulichen und dunklen Clips führte die Farbverbesserung zu einem guten Ergebnis, ohne es zu übertreiben. Es wäre schön, wenn man die Farbtonbearbeitung auf einen ganzen Film anwenden könnte. So muss man es für jeden Clip einzeln machen, das ist bei aufwändigen Videos ermüdend. Allerdings kann man die meisten Effekte auf ganze Filme anwenden, indem man sie in eine Video-Einstellungsebene legt – wie bei einer Photoshop-Ebene.

Leicht zu bedienen aber teils langsam

Generell ist diese Version von Premiere Elements einfach zu bedienen, mit einigen Ausnahmen. Zum Beispiel ist es schwierig, über die Zeitleiste eine bestimmte Stelle im Film zu finden. Wenn man sich in der Zeitleiste bewegt, ist die Vorschau am Monitor häufig um ein, zwei Sekunden verzögert. Dies gilt besonders bei Bereichen mit Effekten. Andere Programme lösen dieses Problem, indem sie die Vorschau erstellen, wenn der Computer nicht ausgelastet ist.  Um in Premiere Elements eine flüssige Vorschau zu erstellen, muss man diese über den Render-Knopf erstellen. Premiere Elements nutzt leider nicht den Grafik-Chip, um Vorschauen und Effekte schneller umzusetzen, im Gegensatz zu Programmen wie Premiere Pro und Final Cut Pro.

Die Automatische intelligente Farbtonbearbeitung von Premiere Elements 12 verbessert Videos durch anpassen von Helligkeit und Farben.
Vergrößern Die Automatische intelligente Farbtonbearbeitung von Premiere Elements 12 verbessert Videos durch anpassen von Helligkeit und Farben.

Empfehlung Adobe Premiere Elements 12

Adobe Premiere Elements 12 ist ein ausgereiftes Videoschnittprogramm für Hobby-Videografen. Es bringt einige verbesserte Werkzeuge mit, aber sie sind nicht überzeugend genug, um diese Version zu einem Pflichtkauf für Besitzer der Vorgängerversion zu machen. Videoschnitt-Einsteiger, die vom Leichtgewicht iMovie einen Schritt weiter gehen möchten, bekommen mit Premiere Elements 12 eine gute Lösung angeboten. Die Software bietet eine gute Mischung aus leistungsstarken Werkzeugen und unkomplizierter Bedienung.

Premiere Elements 12

Adobe

Preise: € 100, CHF 123; Update € 80, CHF 99; Bundle mit Photoshop Elements: € 149, CHF 184

Note: 2,0 gut

Geschwindigkeit (25%) 2,3

Umfang (30%) 1,8

Qualität (20%) 1,7

Handhabung (25%) 2,0

Vorzüge: Vielfältige Schnittfunktionen und Effekte, gute Assistenten, Bewegungsverfolgung, automatische Musik-Anpassung

Nachteile: Keine Unterstützung der Bibliotheken von Apple iLife, Editoren und Assisten könnten umfangreicher sein, viele kitschige Vorlagen für Effekte und Übergänge

Alternative: Apple iMovie , Apple Final Cut

Ab OS X 10.6, Mac mit Intel-Prozessor

www.adobe.de

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