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Roboter-Adventure "Machinarium"

02.12.2009 | 15:05 Uhr |

Das Indie-Abenteuerspiel rund um den Roboter "Josef" ist kurz und umständlich zu bedienen. Dennoch macht es einen Riesenspaß und strengt die grauen Hirnzellen tüchtig an.

Machinarium: 06 Kathedrale in der Maschinenstadt
Vergrößern Machinarium: 06 Kathedrale in der Maschinenstadt

Machinarium vom tschechischen Entwickler Amanita Design , der bereits für die zwei so skurrilen wie netten "Samorost"-Spielchen verantwortlich war, kommt auf den ersten Blick wie ein traditionelles Point-and-Click-Adventure daher. Allerdings basiert es auf dem Flash-Player von Adobe, was dazu führt, dass man bei Betätigung der rechten Maustaste oder Control-Klick mit dem Kontextmenü für die Einstellungen des Adobe Flash-Players 10 konfrontiert ist. Das ist in einem Vollbildmodus- und Offline-Game zumindest ungewöhnlich - und für einen Teil der Bedienungsprobleme verantwortlich. Doch dazu später mehr. Das Spiel beginnt ohne weitere Vorgeschichte auf dem Schrottplatz eines Maschinenplaneten, wo unser Held "Josef", wie der kleine Roboter seltsamerweise genannt wird, in Einzelteilen landet. Nachdem er sich mit einigen Tricks wieder zusammen gesetzt hat, ist sein nächstes Ziel, die Roboterstadt Machinarium City zu betreten und dort Antworten auf seine Situation zu finden, andere Roboter zu befreien und ein Bombenattentat auf den Turm des Bürgermeisters zu verhindern.

Rätsel satt und anspruchsvoll

Dabei begegnet Josef eine ganze Reihe von Hürden. Er muss anderen Maschinenmenschen helfen, um etwa ihre Musikinstrumente wieder brauchbar zu machen, oder er muss für sich auf äußerst umständliche Weise einen Regenschirm besorgen, denn klar, er will nicht nass werden und rosten. Rätsel sind zu lösen, die manchmal nicht von leichter Kost sind. Darunter sind komplexe Schalter- und Schieberätsel sowie Puzzle unterschiedlicher Art. Kommt man gar nicht weiter, hilft im oberen Fensterbereich eine einblendbare Glühlampe (der Art freilich, wie sie in der EU künftig verboten sind ....), ein Klick darauf gibt in einer Denkblase einen ersten Hinweis, was zu tun ist. Kommt man auch damit nicht weiter, hat man direkt neben der Glühbirne Zugriff auf ein Minispiel, bei dem man wie in einem Uralt-Arcadespiel als Schlüssel Spinnen abschießt und Hindernissen ausweicht. Ist man am Ziel, zeigt ein Bildercomic detailliert, was zu tun ist.

Grafisch ist das Spiel in einem apokalyptischen Retro-Stil gehalten, das immer wieder einmal an Szenen aus dem PC-Rollenspiel Fallout 3 erinnert. Das alles wirkt nett und gefällig und vor allem passend zum ganz spezifischen Abenteuer unseres Maschinenhelden, der sich zudem putzig auf seinen zwei Metallbeinen durch die Bilder bewegt, manchmal lässig ein Geländer herunterrutscht und auch mal gelangweilt die Arme verschränkt, wenn der Spieler allzu lang überlegt und untätig scheint. Der kleine Roboter kann sich zudem für manche Aufgaben noch winziger, aber auch ganz groß machen, dazu zieht man seinen Körper einfach mit der Maus hoch oder runter. Allerdings läuft er auf diese Weise deutlich langsamer, was bei dem einen oder anderen zeitabhängigen Rätsel zu berücksichtigen ist.

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