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Test: Apple Airport Extreme und Time Capsule 2013

03.07.2013 | 14:29 Uhr |

Der neuen Wlan-Funkstandard 802.11ac soll deutlich schneller sein und mehr Reichweite bringen. Apple setzt ihn erstmals beim aktuellen Macbook Air, doch man braucht auch neue Basisstationen

Das Design der neuen Airport-Basisstationen hat Apple komplett neu entwickelt. Statt einem flachen Gehäuse mit relativ großer Grundfläche kommt jetzt eine hohe, säulenartige Konstruktion mit deutlich kleinerer Grundfläche zum Einsatz. Apple begründet die neue Form mit den insgesamt sechs internen Antennen, deren Anordnung die neue Hochbauweise notwendig macht. Bis zu 1,3 Gigabit pro Sekunde soll die Basisstation per 802.11ac-Standard durch die Luft transportieren, freilich nur dann, wenn auch die Gegenstelle den neuen Standard beherrscht. Dabei bleibt die Station rückwärtskompatibel zu den wichtigsten Wlan-Funkstandards (a, b, g, n).

Ausstattung

Bei den Anschlussmöglichkeiten hat sich im Vergleich zum Vormodell nichts geändert. Man bekommt drei Gigabit-Ethernet -Ports für den Kabel gebundenen Anschluss von Geräten, beispielsweise Desktop-Computer oder Netzwerkdrucker.

Über den Wan-Port kommt das Internet in die Basisstation, in der Regel ist das ein Kabel vom heimischen DSL-Modem oder -Router. Damit ist auch klar: Ein DSL-Modem vermisst man weiterhin in den Airport-Stationen von Apple.

An den USB-2-Port lassen eine Festplatte oder ein Drucker anschließen. Beide sind dann im Netz für alle Computer verfügbar. Prima: Schließt man an die Airport-Extreme-Station eine USB-Festplatte an, wird sie automatisch im Netz für alle Macs als Backup-Ziel für Time Machine angeboten. Das klappt im Test auf Anhieb.

Die Time Capsule bietet eine solche Platte bereits intern an, entweder mit zwei oder drei Terabyte Kapazität. Das ist dann auch der einzige Unterschied zur preiswerteren Airport-Extreme-Basisstation. Aber es ist schon erstaunlich, wie Apple die 3,5-Zoll-Desktop-Festplatte in dem kleinen Gehäuse unter bekommt. Apple integriert einen kleinen Lüfter ins Gehäuse, dieser läuft aber während unsere Testphase nicht an. Daher bleibt die Time Capsule im Betrieb quasi unhörbar.

Die übereinander liegenden Ethernet-Ports sind zu nah beieinander platziert. So gerät das Umstecken von Kabeln zur freudlosen Fummelei.
Vergrößern Die übereinander liegenden Ethernet-Ports sind zu nah beieinander platziert. So gerät das Umstecken von Kabeln zur freudlosen Fummelei.

Einen Fauxpas leistet sich Apple unserer Meinung nach bei der Platzierung der Ethernet-Ports. Aufgrund der Gehäuse-Bauweise liegen sie nun über- statt nebeneinander, doch der Abstand der Ports ist so gering, dass man ein Ethernet-Kabel nur dann entfernen kann, wenn man zuvor das drüber liegende ausstöpselt. Auf solche Details sollte Apple eigentlich achten.

Schneller, aber nicht viel

Die wichtigste Frage: ist es schneller? Unsere Tests zeigen: ja, aber nicht so viel schneller, wie wir uns erhofft hatten. 1,3 Gigabit pro Sekunde sind nach wie vor utopisch. In einem Abstand von etwa einem Meter zur Basisstation baut das Macbook Air eine Verbindung mit 867 Megabit pro Sekunde auf. Das hört sich zunächst gut an, doch bei den Praxistests kommt die Ernüchterung, denn hier messen wir nur etwa 20 Megabyte pro Sekunde, umgerechnet also zirka 200 Megabit pro Sekunde. Das Vorgängermodell liegt im 802.11n-Modus (5 GHz) mit 14 Megabyte pro Sekunde gar nicht soweit dahinter.

Die Festplatte der Time Capsule sitzt diagonal in dem Gehäuse. (Foto: iFixit)
Vergrößern Die Festplatte der Time Capsule sitzt diagonal in dem Gehäuse. (Foto: iFixit)
© iFixit

Erst bei größerem Abstand kristallisiert sich ein Vorteil für die neue Technik heraus. Der Grund sind die sechs Antennen, die mit einer Technik namens Beamforming hohe Datenraten auch über größere Distanzen erreicht. Wer also Empfangsprobleme in der Wohnung hat, kann mit der neuen Station bessere Ergebnisse erzielen, vorausgesetzt, die Gegenstelle unterstützt den neuen Wlan-Standard.

Empfehlung

Anders als erhofft, bieten die neuen Airport-Stationen im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen keine revolutionär besseren Datenraten. Auch die Ausstattung bleibt identisch. Lediglich über größere Entfernung merkt man leichte Vorteile. Da derzeit lediglich das neue Macbook Air den neuen Wlan-Standard unterstützt, lohnt sich aus Austausch nur für den Nutzer dieser mobilen Macs. Alle anderen können getrost bei der alten Airport-Station bleiben.

Apple Airport Extreme

Hersteller: Apple

Preis: € 200, CHF 229

Note: 1,4 sehr gut

Leistung (40%) 1,6

Ausstattung (10%) 2,0

Handhabung (20%) 1,1

Ergonomie (30%) 1,2

Vorzüge: sehr einfach einzurichten, geringer Stromverbrauch, gute Datenraten, optionale USB-Platte arbeitet als Ziel für Time Machine, leise

Nachteile: fummeliger Anschluss von Ethernet-Kabeln, bei geringer Entfernung kaum schneller als Vormodell

Alternativen: Apple Airport Express , Fritzbox 3390

Apple Airport Time Capsule

Hersteller: Apple

Preise: 2 TB: € 300, CHF 330; 3TB: € 400, CHF 450

Note: 1,4 sehr gut

Leistung (40%) 1,6

Ausstattung (10%) 1,3

Handhabung (20%) 1,1

Ergonomie (30%) 1,5

Vorzüge: sehr einfach einzurichten, geringer Stromverbrauch, gute Datenraten, leise

Nachteile: fummeliger Anschluss von Ethernet-Kabeln, bei geringer Entfernung kaum schneller als Vormodell

Alternative: Apple Airport Extreme mit externer USB-Platte

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