Test: Apple Aperture 3: Konkurrenz zu Adobe Lightroom?
Aperture 3.0.1: Foto-Workflow und Raw-Konverter von Apple
Trotz gegenteiliger Gerüchte hat Apple Aperture weiter entwicklet. Wir testen, ob es eine echte Konkurrenz oder Ergänzung zu Adobe Lightroom ist.
Apple Aperture 3 im Überblick
Über die Navigationsleiste lässt sich in der Vollbildansicht schnell in ein anderes Projekt oder Album wechseln.
In Version 3 hat Aperture den Fokus auf die Arbeit in Vollbildansichten gelegt. Hier eine Bildansicht in 1:1-Darstellung, das Head-up-Display mit den Anpassen-Reglern und den Bildausschnitts-Navigator.
Treffer: Anhand der Zeitdaten lässt sich hier eine Aufnahme ohne GPS-Daten auf einer von einem GPS-Tracker importierten Strecke einordnen.
Die meisten der Anpassungen wie hier eine Sättigungskorrektur lassen sich nun auch per Pinsel auf Bildbereiche aufmalen.
Bei Kurvenanpassung, die per Pinsel angewedet werden, zeigt Aperture im Test gelegentlich Darstellungsfehler wie hier abgebildet. Verantwortlich dafür ist vermutlich eine fehlerhafte Grafikkartenunterstützung.
Jede beliebige Kombination von Anpassungen, darunter auch Pinselanwendungen, lassen sich als Voreinstellung speichern und auf andere Bilder anwenden.
Unter den ausgebauten Drucken-Funktionen fallen besonders die druckspezifischen Bildanpassungen auf. Im Drucken-Dialog dient die Lupe der Überprüfung der Ausgabeschärfung.
Anwender der Vorgängerversion Aperture 2 werden sich in Aperture 3, für das Apple recht schnell ein Update hinterher geschoben hat, schnell zurechtfinden. Deutlich ist aber, dass in Aperture die Vollbildansichten ausgebaut sind. Der neue Vollbild-Browser von Aperture ersetzt nicht die Leuchttisch-Darstellung. Diese gibt es weiterhin, allerdings nicht mehr als Vollbildansicht. In der Vollbildansicht kann schnell zwischen Projektübersichten, Alben, Projekten, Einzelbild- und Vergleichsansichten gewechselt werden. Die Navigation wird dabei durch eine Mediathek-Pfad-Anzeige unterstützt. Es ist so sehr einfach, gezielt von einer Vollbilddarstellung in einem Projekt zu einem Bild in einem anderen Projekt zu wechseln. Mediathek, Metadaten-Panel und Anpassungsfunktionen von Aperture sind zusätzlich in einem Head-up-Display (HUD) untergebracht und lassen sich schnell ein-und ausblenden. Schön gelöst: Hält man während einer Anpassung die Umschalt-Taste gedrückt, wird bis auf den Reger das HUD ausgeblendet. Unschön: Während der Vollbilddarstellung können wir nicht in den Finder oder in andere Programme wechseln.
Gesichter und Orte
Mit den neuen Funktionen zur Gesichtererkennung und zu Ortsinformationen zielt Aperture nur vordergründig auf den Hobbyanwender. Auch Profis in der Event- und Hochzeitsfotografie sollen von diesen Funktionen profitieren. Die Gesichtserkennung wird Anwendern von iPhoto 09 vertraut sein, selbst das Kork-Pinnboard als Hintergrund bei der Anzeige erkannter Gesichter hat Aperture von iPhoto übernommen (man kann diese Darstellung auch deaktivieren). Die Anzeige identifizierter Gesichter lässt sich auf Projekte, Alben oder Ordner eingrenzen. Die Gesichtserkennung scheint einer der Hauptgründe für den von einigen Anwendern im Internet beklagten Prozessorhunger von Aperture auch im schnell nachgeschobenen Update auf 3.0.1 zu sein. Auf einem der zwei Testrechner (2,19 GHz Core 2 Duo, 2 GB RAM) bremst die aktivierte Gesichtserkennung Aperture und alle anderen Systemaktivitäten so sehr aus, das wir sie zugunsten einer flüssigen Bearbeitung in den Einstellungen deaktivieren.
Ein besseres Debut gibt die Orte-Funktion: Aperture kann GPS-Daten von Digitalkameras und Geotaggern auslesen und Fotos auf einer Landkartenansicht darstellen sowie Geotracks zuordnen. Gut gelöst ist hierbei die Zusammenführung von Aufnahmen ohne GPS-Daten und geladenen GPS-Strecken. Man zieht eines der Fotos, beispielsweise vom Start einer Rundreise, auf die in Aperture angezeigte GPS-Strecke und Aperture hilft anhand Abgleich der Zeitdaten, das Foto an der richtigen Stelle der Strecke zu positionieren. Weitere Fotos aus dem Projekt werden anschließend automatisch oder per Drag-and-drop zugeordnet. Apple unterstützt die Ortsanzeige mit eigenen "Ortsnamen"-Servern und greift ansonsten auf Google Maps zu. Die Ortsnamen haben allerdings in Europa noch keine große Abdeckung. Wo Ortsnamen verfügbar sind, werden die GPS-Koordinaten in der Kartenanzeige von ihnen ersetzt (was Apple "Reverse Geocoding" nennt).
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