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Test Apple Remote Desktop 2.1

12.11.2004 | 13:39 Uhr |

Mit Apple Remote Desktop, lassen sich Systeme von vernetzten Rechnern via TCP/IP per Fernzugriff steuern sowie konfigurieren.

Dabei zielt die Software nicht wie Timbuktu Pro generell auf die optimale Wartung eines einzelnen Macs, sondern bietet unter einem Hut eine zentrale Verwaltung von mehreren Rechnern sowie Live-Betreuung mehrerer Anwender. Dies prädestiniert ARD für einen Einsatz in Klassenzimmern oder Büros sowie Unternehmen mit mehren Rechnern in unterschiedlichen Räumen oder Orten.

Apple Remote Desktop 2.1 arbeitet nur mit der aktuellen Client-Version von Remote Desktop zusammen, sodass die Client vor dem Einsatz zuerst installiert oder aktualisiert werden müssen. Liegt Mac OS X 10.2.8 vor, bedeutet dies für den Administrator ein umständliches Vorgehen. Ist auf den Clients Mac OS X 10.3 installiertem, geht die Aktualisierung dagegen flott und problemlos via Administrator-Account, da mit Panther schon eine Vorversion auf jeden Mac installiert wird.

Wichtige Neuerungen

Über 50 Neuerungen sind in ARD 2.1 integriert. Darunter hebt sich vor allem die Unterstützung des VNC-Standards hervor. Dadurch ist es ARD 2.1 möglich, Kontakt in einem Netz zu vielen Computer-Plattformen wie Windows oder Linux aufzunehmen. Zudem ist die Integration von Rechnern mit dem klassischen Mac OS 9 möglich, denn ARD 2.1 unterstützt von Haus aus nur Mac OS X. Apple bietet hier auf seiner Website unter www.apple.com/de/remotedesktop und dem Link Ressourcen eine gute Übersicht und Download-Links. Zu beachten bleibt, dass Apple nur einen Support für Mac OS X bietet. Außerdem sind die VNC-Server zwar kostenlos, bieten aber auch nur einen begrenzten Funktionsumfang, so klappt beispielsweise das Chatten nicht. Im Test gab es keine Probleme, einen G3-Rechner mit OS9vnc anzuzeigen sowie zu steuern. Das gleiche gilt für eine ARD-2-Verbindung zu einem Windows-Rechner mit XP, auf dem Real VNC installiertem ist. Hier steht alternativ auch die Software Ultra VNC zur Verfügung, falls es bei der Verbindung zur Windows-Welt zu Problemen kommen sollte. Bei dieser neuen Freiheit sollten Anwender aber nicht die Sicherheit vergessen, da Hacker bei dieser Verbindungsart relativ leicht das gesendete Passwort abfangen können.

Das Fernsteuerungsprogramm ermöglicht in der aktuellen Version das Anzeigen von bis zu 50 Client-Bildschirmen gleichzeitig. Entfernte Bildschirme lassen sich in einzelnen Fenstern oder in einem einzigen Fenster von ARD 2.1 anzeigen. Dabei passt das Programm bei einem Einzelfenster den dargestellten Monitorinhalt der vom Administrator gewählten Fenstergröße an - scrollen ist somit nicht nötig. Die Farbtiefe der dargestellten Bildschirme kann in vier Stufen verstellt werden. Während Millionen und Tausende von Farben sowie Graustufen noch gut erkennbare Ergebnisse bringen, verrastert der Schwarzweiß-Modus das Bild so sehr, dass beispielsweise Text kaum noch zu entziffern ist. Ab der Version 2.1 ist auch ein Vollbildschirmmodus integriert.

Als weitere Neuerungen lässt sich bei Bedarf ein angepasstes Client-Installationsprogramm erstellen, mit dem sich unter anderem auf dem Client-Rechner Benutzer mit definierten ARD-Zugriffsrechten einrichten lässt. Ein Assistent hilft hier durch die Auswahl der Einstellungen. Software-Installationen auf mehren Clients gleichzeitig sind möglich. Zur besseren Übersicht lassen sich über 200 Attribute der Systemsoftware für jeden Netzwerk-Mac anzeigen und in einer PostgrSQL-Datenbank speichern. Informationen der an den Clients angeschlossenen USB- oder Firewire-Geräte sowie Schnittstellen, eingebauten Speicher und PCI-Karten sind ebenso zu erfassen und abzurufen. Außerdem lassen sich auf entfernten Computern durch Shell-Skripts Unix-Befehle einsetzen. Schließlich lässt sich ARD 2.1 für weitere Benutzer, die nicht über die gleichen Rechte wie der Administrator verfügen sollen, einrichten.

Stolperfallen und Fallstricke

Die auf den ersten Blick erfreulichen Veränderungen in der Version 2 trübt etwas das instabile Verhalten von ARD 2.1. Während dem Testdurchlauf stürzt Das Programm in unterschiedlichen Situationen mehrmals ab. Im Test zeigen sich Probleme mit dem Beenden von Ruhezuständen. Der Ruhezustand kann in einem lokalen Ethernet-Netz, das über einen Switch verbunden ist, zwar eingeleitet werden, aber beim Versuch ein iBook wieder aufzuwecken, kommt es hin und wieder zu einem Kommunikationsfehler und der Rechner verbleibt im Ruhezustand. Dieser Fehler lässt sich nicht gezielt reproduzieren. Zudem ist die Reaktionszeit bei der Fernsteuerung der Clients recht lang und erfordert immer wieder Geduld. Besonders wenn ein Client seinen Desktophintergrund alle 5 Sekunden wechselt, ist ARD 2.1 hauptsächlich mit diesem Vorgang beschäftigt. Schön wäre es, wenn man beim Scanner für eine bessere Übersicht Netzkomponenten wie Router über die IP-Adresse ausblenden könnte.

Fazit

Apple hat mit ARD 2.1 ein leicht zu bedienendes und zu anderen Plattformen offenes Fernsteuerungsprogramm veröffentlicht, dass trotz des Fortgeschrittenen Alters leider noch unter ein paar Kinderkrankheiten leidet und eine Beschleunigung der Fernsteuerung gut vertragen könnte. Die neuen Programmmöglichkeiten erleichtern aber dennoch sinnvoll die tägliche Arbeit mit vielen Clients, sodass ARD 2.1 empfehlenswert ist. (von Christopher Jakob)

Die im gebürsteten Metall gehaltene Oberfläche von Apple Remote Desktop 2.1 ist übersichtlich und bietet einen schnellen Zugriff auf viele Funktionen.

Als Admin lassen sich auf einzelnen oder mehreren Clients gleichzeitig Aktualisierungen durchführen.

Auf Wunsch lassen sich Berichte über die installierte Software eines Clients inklusive den Unterschieden zum Admin-Rechner aufführen.

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