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Propellerhead Reason 5

17.11.2010 | 16:46 Uhr |

Der schwedische Hersteller Propellerhead hat die Version 5 seiner Musikproduktions-Suite Reason vorgestellt. Wir testen die neue Version unter Praxisbedingungen.

Zuwachs in der Rhythmus-Sektion: Reason 5 klingt mit dem Drumcomputer Kong und zahlreichen neuen Effekten noch besser als vorher.
Vergrößern Zuwachs in der Rhythmus-Sektion: Reason 5 klingt mit dem Drumcomputer Kong und zahlreichen neuen Effekten noch besser als vorher.

Reason von Propellerhead ist ein in sich geschlossenes System von Klangerzeugern, Effekten, Sequencer und Mixern für die Musikproduktion. Unter der Haube bietet Version 5 wenig substanziell Neues. Mit dem Drum-Designer "Kong" ist ein Instrument dazu gekommen. Verbessert hat sich der Dr. Octo Rex Loop Player, und die Abteilung Effekte wurde kräftig aufgestockt.

Mit an Bord sind nach wie vor die Synthesizer Subtractor, Thor und Malström sowie die Sample-Module NN-19 und NN-XT und der Drumcomputer Redrum. Ebenfalls wieder mit dabei ist der mächtige Combinator, ein leistungsstarker Arpeggiator und diverse Mixer. Alle Module lassen sich per Drag-and-Drop zu komplexen Line-Ups zusammenstöpseln.

Die bereits vorhandenen Klangerzeuger und -bearbeiter halten locker in der ersten Liga mit. Man kann zwar durchaus an dem einen Sample oder dem anderen Preset herummeckern, aber davon abgesehen, dass dies immer Geschmacksache ist, bleiben auf jeden Fall mehr als genug spannende, faszinierende und inspirierende Sounds übrig, die eine breite Palette von Klangwünschen abdecken.

Zudem lockt Reason mit zahlreichen kreativen Details. So werden über die auch anderswo bekannte Slice-Funktion von Dr. Octo Samples nicht nur in einzelne Scheibchen zerteilt. Vielmehr lässt sich anschließend jede dieser Scheiben mit acht Parametern modifizieren, was auf die Schnelle faszinierende Möglichkeiten zur Klangmanipulation liefert.

Drum Designer Kong

Vom Gerätedesign her erinnert der neue Drumcomputer Kong an die MPC-Geräte von Akai. Es gibt eine Vier-mal-vier-Matrix mit Drumpads, die von unten nach oben unterschiedliche Anschlagswerte bieten. Vorausgesetzt, die Pads am Controller können das ebenfalls, lassen sich die Drumsounds dadurch sehr nuanciert wiedergeben.

Kong spielt nicht nur einfach Multisamples ab. Vielmehr werden die einzelnen Klänge semimodular mit unterschiedlichen Soundgeneratoren und diversen Effekten erzeugt. Als Basisklänge verarbeitet Kong gängige Audio-Samples. Mit den Standard-Sample-Formaten von Kontakt oder Akai kann das Gerät jedoch leider nichts anfangen.

In der semimodularen Klangerzeugung lassen sich die Basisklänge mit zwei Effekten versehen, die mit weiteren Bus- und Master-Effekten angereichert werden können. Da das für jeden einzelnen Drumsound möglich ist, ergibt er eine erfreuliche Soundvielfalt, die Kong zu einem höchst willkommenen neuen Mitglied in der großen Familie der Drumcomputer macht.

Blocks-Pattern-Mode

Ebenfalls neu ist der Block-Mode von Reason. Er ähnelt den Clips bei Ableton live, bietet aber mehr Flexibilität. So ist es möglich, das gesamte Line-Up in einen von insgesamt 32 Pattern zu packen und anschließend diese Spuren variabel im Sequenzer anzuordnen. Auf diese Weise kann man Intros, Chorus, Strophen oder Fill-Ins vorproduzieren und an geeigneter Stelle in den Song einbauen. Noch mehr Abwechslung erreicht man, indem man einzelne Parts in den Pattern stumm schaltet. Wenngleich der Sequenzer von Reason mit seinen großen Brüdern Logic, Cubase oder Live nicht mithalten kann, mit dem Pattern-Mode zeigt er sich ein gutes Stück flexibler als vorher.

Den größten Zuwachs gibt es bei Reason 5 in der Effektsektion: Hier sind zu Hall, der Sound Destruction Unit Scream und dem Vocoder Geräte wie Reverb, Delay, Equalizer, Envelope Filter Chorus/Flanger, Phaser und Compressor hinzugekommen. Für die Soundqualität und -bandbreite ist das kein Schaden.

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