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Test: Bilder bearbeiten mit Acorn 4.5.1

23.09.2014 | 14:53 Uhr |

Ausgereifte Bildbearbeitung, die umfangreiche Korrekturfunktionen und eine Vektorgrafik-Funktion kombiniert.

Die hohen Abo-Kosten von Photoshop haben viele Heimanwender und auch Profis zur Suche nach einer Alternative animiert. Zwei der beliebtesten Bewerber im App Store sind Pixelmator und das weniger bekannte Acorn. Die englischsprachige Shareware bearbeitet Fotos, erstellt Vektorgrafiken und kann alle von iPhoto und Aperture unterstützten RAW-Fotos importieren. An alte Versionen von Camera RAW erinnert der RAW-Import: Beim Öffnen eines solchen Fotos öffnet sich ein Import-Dialog, der die Wahl des Farbraums und einige Bildbearbeitungsfunktionen wie Schärfen, Schwarzpunkt, Aufhellen oder Bildrauschen ermöglicht. Die Oberfläche orientiert sich an Standards, viele von Photoshop vertraute Tastenbefehle sind nutzbar. Das Aufhellen und Abdunkeln eines Fotos ist mit den Werkzeugen Dodge und Burn möglich, die selektiv auf Mitteltöne, Schatten und Lichter angewendet werden.

Auf automatische Korrekturfunktionen muss man bis auf eine Tonwertkorrektur allerdings verzichten, ebenso auf Perspektivkorrekturen. Höheren Ansprüche genügt die Ebenenunterstützung, so stehen Ebenmasken, Ebeneneffekte als auch Gruppen zur Verfügung. Seit Version 4 arbeitet die Software non-destruktiv, man kann Bearbeitungen nach dem Speichern rückgängig machen. Öffnet man ein Photoshop-Dokument mit Ebenen, bleiben diese erhalten. Das funktioniert jedoch nur bei Bildern im RGB-Farbraum, Fotos im CMYK-Farbraum wandelt Acorn beim Import um. Es gibt ein Gradationswerkzeug, ein automatisch arbeitendes Auswahlwerkzeug hilft beim Entfernen störender Elemente. Umfangreich ist das Angebot an Kreativ-Filtern, zusätzlich zu eigenen Effekten stehen die Quartz Filter des Systems zur Verfügung. Bei aufwendigen Korrekturen stoßen wir aber bald an die Grenzen des Programms, so kann beispielsweise die Dodge-Funktion für das Aufhellen qualitativ nicht mit dem Tiefen-/Lichter-Filter von Photoshop mithalten. Sehr umfangreich sind die Vektorfunktionen, Acorn kann weit mehr als Text oder ein paar Pfeile zu ergänzen. Das Tool unterstützt Bezierkurven, kann Text in Pfade umwandeln und bietet die wichtigsten Werkzeuge. Der Export erfolgt allerdings als Bitmap, ein Import von Vektorgrafiken ist nicht möglich. Ungewöhnlich: Der Web-Export unterstützt neben Standardformaten das Google-Format WebP. Wie der Konkurrent Pixelmator ist Acorn eine Photoshop-Alternative, kann das Adobe-Programm aber nicht komplett ersetzen. Es fehlen Funktionen wie der Lab-Farbraum, CMYK-Unterstützung (wenn auch beim Export), die Vektorzeichenfunktion ist ohne Import- und Export-Funktionen eine Insellösung.

Empfehlung Acorn

Die Bildbearbeitung Acorn macht einen guten Eindruck und bietet einen guten Funktionsumfang. Einem direkten Vergleich mit Photoshop hält sie nicht stand, für preisbewusste Anwender liefert die Software aber alle wichtigen Bildbearbeitungsfunktionen.

Acorn

Preis: Euro 27

Note: 2,1 gut

Leistung (50%)  1,9

Ausstattung (30%)   2,0

Bedienung (10%)    2,0

Dokumentation (10%)    3,0

Vorzüge: Guter Funktionsumfang, niedriger Preis

Nachteile: Englischsprachig, Funktionalität einiger Funktionen eingeschränkt

Alternativen: Photoline, Pixelmator, Photoshop

Ab OS X 10.8

Flyingmeat

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