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Camtasia 1.0

08.09.2009 | 13:25 Uhr |

Seit Mac OS X 10.6 kann man ohne spezielle Software Videos vom Monitorinhalt erzeugen. Käufliche Programme müssen einiges mehr bieten, um ihren Preis zu rechtfertigen. Wir testen das brandneue Camtasia 1.0

Die Oberfläche von Camtasia erinnert an eine vollwertige Videoschnittlösung
Vergrößern Die Oberfläche von Camtasia erinnert an eine vollwertige Videoschnittlösung

Camtasia war bisher PC-Anwendern vorbehalten. Die erste, englischsprachige Mac-Version 1.0 ist keine reine Portierung, sondern gut auf die Macintosh-Umgebung angepasst.

Camtasia zeichnet alle Bildschirminhalte plus Audio auf, neben dem internen Mikrofon und der iSight-Kamera (für eine Voiceover-Spur) können dabei auch externe Geräte genutzt werden. Die Aufzeichnung ist einfach und ohne große Optionen. Camtasia beherrscht nur die Vollbildaufzeichnung und bietet auch keine Prerecording-Anpassung des Audio-Pegels. Die wahren Stärken zeigt das Tool anschließend im Bearbeitungsmodus in einer Oberfläche mit Media Bin, Vorschaubereich und Timeline. Fast wie ein ausgewachsenes Videobearbeitungsprogramm wartet es mit Szenenübergängen, Filtern und Aktionen auf. Auch Text und Symbole können eingefügt sowie mit Effekten versehen werden. Das Überblenden und Schneiden geht schnell von der Hand. Letzteres wird dabei von der Funktion "Ripple Delete" unterstützt, die nach dem Ausschneiden nicht benötigter Clipbereiche den folgenden Inhalt der Timeline automatisch an der Anfangsposition des Schnittbereichs ansetzt.

Viele Screenaufzeichnungen dienen zu Schulungszwecken, hier will man meist bestimmte Bildschirmbereiche hervorheben und Maus- und Tastenaktionen verdeutlichen. Mit "Smart Focus" zoomt Camtasia automatisch in gerade aktive Fenster und Dialoge herein, allerdings mit wechselndem Erfolg. Jedoch gelingen uns eigene Zoomanpassungen nach kurzer Einarbeitung. Das Hervorheben von Mausklicks und -positionen ist in Camtasia nicht vorgesehen; überhaupt macht sich Camtasia Mausaktionen leider nicht zu Nutze. Auch das Aufzeichnen und Verwenden von Tastaturaktionen findet nicht statt.

Export

Camtasia 1.0 beherrscht die direkte Web-Ausgabe von fertig editierten Screencasts nach You Tube und in das eigene Media-Sharing-Portal screencast.com. Auch Quicktime-Formate in passenden Größen für iPod, iPhone und Apple TV werden in einem eigenen Export-Dialog bedacht. Die erweiterten Exportfunktionen schließlich sollten alle Format- und Kompressionswünsche abdecken - auch ein AVI-Export für Windows-Anwender ist möglich.

Empfehlung

Camtasia bietet bereits in der ersten Mac-Version dem größten Konkurrenten Screenflow, dessen Version 2.0 in den nächsten Wochen erscheint, die Stirn. Das Screencast-Programm bietet viel Komfort beim Editieren, lässt aber einige für Schulungszwecke wichtige Funktionen vermissen. Mike Schelhorn

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

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