1029719

La Fonera 2.0n

24.12.2009 | 09:06 Uhr |

Für 80 Euro bietet La Fonera 2.0n viele Features, die bei Fritzbox & Co längst nicht selbstverständlich sind. Dazu zählt auch der integrierte Hot Spot für die Fon-Community. Wir testen das Gerät in der Praxis.

La Fonera 2.0n
Vergrößern La Fonera 2.0n

Fünfmal 100BaseT-Ethernet, WLAN im n-Standard mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde und eine Spaß versprechende USB-Schnittstelle. Die WiFi-Community Fon hat La Fonera komplett neu erfunden, ihr ein neues Design außen und auf der Management-Konsole spendiert und drängt mit einem Kampfpreis von 79 Euro Singles und junge Leute dazu, beim Netzwerk mitzumachen.

Das ist der Deal: Gib von deiner Internet-Versorgung ein wenig Bandbreite für andere ab und du darfst bei anderen Community-Mitgliedern umsonst ins Netz. Weltweit gibt es 350.000 solcher Fon-Spots - und ein rechtliches Problem: Wer haftet, wenn von einem Fon-Spot illegale Aktivitäten wie Vertrieb von Kinderpornographie ausgehen? Und wird der "Deal" auch vom eigenen Provider mitgetragen? Die Anbieter hierzulande dulden bestenfalls das Internet-Sharing an einer privaten DSL-Flat.

Da passt es gut, dass man die Hot-Spot-Funktionalität am Gerät komplett abschalten kann, was eigentlich der Intention von Fon widerspricht. Widersprüchlich ist auch der Begriff "Community", mit dem sich Fon schmückt. Das Unternehmen zielt auf Profit, indem sie den Internet-Zugang über ihre Router für Jedermann ermöglicht - nach Registrierung und gegen Geld. Zwar kann das Fonero genannte Mitglied daran mitverdienen, aber hier hört dann die Duldung der deutschen Provider auf.

Tolle Hardware

Der Begeisterung gegenüber dem spaßigen Router tut dies keinen Abbruch. In der Bedienung und seinen Features gleicht La Fonera 2.0n mehr einem Stück Unterhaltungselektronik als einer Netzwerk-Komponente - dank des USB-Anschlusses an der Frontseite. Er nimmt zum Beispiel einen UMTS-Stick aus dem Discounter auf und verbindet La Fonera 2.0n per Mobilfunk mit dem Internet - ganz ohne Kupferkabel und DSL-Modem von der Telekom. Oder man schließt einen Hub an.

Die Kombination Hub und UMTS will im Test allerdings mit Firmware 2.3.0.0 nicht gelingen. Das ist schade, denn der neue Fon-Router macht mehr Spaß mit vielen USB-Geräten. La Fonera 2.0n besitzt bereits von Haus aus Upload-Clients für Flickr, Facebook, Picasa und You Tube sowie für Bit-Torrent-Netze. Der Router liest etwa von einem USB-Speicherstick Videos aus dem lokalen You-Tube-Verzeichnis aus und lädt sie eigenständig in den Account des Anwenders hoch - der Computer kann über Nacht ausgeschaltet bleiben.

La Fonera 2.0n kann aber noch mehr, etwa Drucker oder angeschlossene Festplatten im Netzwerk per FTP und im Windows-Protokoll SMB bereitstellen. An Formatfragen sollte auch bei Mac-Anwendern die Benutzung nicht scheitern, neben FAT und NTFS arbeitet der Fon-Router auch mit Mac-formatierten Festplatten, sofern über das Apple Festplatten-Dienstprogramm das Journaling deaktiviert wird (HFS+).

Für ambitionierte Anwender mit Kenntnissen der Kommandozeile hat das Fon-Wiki auch eine von uns ungetestete Anleitung parat, um Time Machine-Backups über das Netzwerk zu ermöglichen. Für Anwender mit älteren Macs haben wir hingegen den Tipp, das Verschlüsselungsverfahren von gemischtem WPA-Betrieb auf entweder WPA oder WPA2 umzustellen.

Professionelle Features fehlen dem auf Web 2.0 getrimmten Router auch nicht: DynDNS, Bandbreitenmanagement (QoS), Fernwartung oder auch Universal Plug and Play (UPnP) sind mit an Bord. Der Medienserver begnügt sich überdies mit günstiger Hardware und macht La Fonera 2.0n mit einer USB-Soundkarte für zehn oder weniger Euro sogar zum Internet-Radio. Wer das toll findet, der wird die Wipptaste auf dem Gerät vermissen, mit der man von Sender zu Sender springen möchte - zum Zappen muss man sich per Browser auf die Management-Konsole begeben. Auch das ist Web 2.0.

Empfehlung

Abgesehen von der Registrierung bei Fon für Neukunden gibt es keinen echten Zwang zur aktiven Teilnahme an der Fon Community. Die Idee des Internet-Sharings bleibt aber charmant und Fon hat mit La Fonera einen überaus charmanten Router im Programm. Er ist in jungen Haushalten die richtige Wahl und für alle, die lieber in einem Wiki suchen als in einem gedruckten Handbuch blättern.

Ole Meiners

0 Kommentare zu diesem Artikel
1029719