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Toast 9

30.05.2008 | 13:26 Uhr |

Die Software Toast gilt nach wie vor als Klassiker unter den Brennprogrammen für den Mac. In der neunten Generation nimmt sich der Hersteller Roxio nun des Themas Bluray-HD-Videos an.

Toast ist der Tausendsassa unter den Brennprogrammen für den Mac. Kaum ein exotisches Format, das die Software nicht auf CD, DVD oder Bluray-Disk schreibt. Daneben bietet das Programmpaket viele Hilfsmittel und Zusatzprogramme, die weit über das Brennen von optischen Medien hinausgehen.

Neuer Toaster: das Icon von Toast 9
Vergrößern Neuer Toaster: das Icon von Toast 9

Das Bluray-Format beherrscht die Software bereits seit der Version 8, dort allerdings noch beschränkt auf reine Datenformate. Mit Version 9 sollen sich nun auch Bluray- und HD-DVD-Videos brennen lassen. Das ist nicht nur brandaktuell, Toast wäre damit das erste und derzeit einzige Programm für den Mac, das als Authoring-Tool für Bluray-Disks in Frage kommt.

Das gilt ähnlich auch für HD-DVDs, doch die lassen wir aus aktuellem Anlass im Test beiseite. Das Thema HD-DVD hat sich seit dem Ausstieg von Toshiba aus der Produktion von HD-DVD-Laufwerken wohl endgültig erledigt.

Nur mit Plugin - HD-Videos brennen

Wer glaubt, mit Toast 9 und einem Bluray-Brenner gleich loslegen zu können sieht sich zunächst getäuscht. Zwar lassen sich, wie auch schon mit Toast 8 Daten zu Backupzwecken auf Bluray-Disks brennen, für HD-Videos jedoch benötigt man ein zusätzliches Plugin, für das der Hersteller 20 Euro extra verlangt. Dann jedoch, so verspricht Roxio, kann man echte Bluray-Video-Disks mit HD-Content und HD-fähiger Menüstruktur erzeugen. Und zwar genauso einfach, wie das schon immer mit normalen Video-DVDs möglich war.

Im Test stoßen wir allerdings auf Hindernisse. Zwar kann man tatsächlich HD-Videos mit unterschiedlichen Formaten auf Toast ziehen, und HD-Versionen der (bewusst einfach gehaltenen) Bedienmenüs auswählen, beim Brennen jedoch erhalten wir stets den Fehler -39. Mit dieser Methode gelingt uns nicht, eine lauffähige BD-Disk zu erzeugen.

Toast 9 Boxshot
Vergrößern Toast 9 Boxshot

Mit einem Trick klappt es dann aber doch. Wir schreiben zunächst ein Image der Bluray-Disk auf die Festplatte und brennen dies als Daten auf ein BD-RE-Medium. Voilá, es geht. Doch das Resultat ist nicht ohne Makel. Zwar lässt sich die so gebrannte Scheibe auf einem hochwertigen Bluray-Player abspielen, die Videos ruckeln jedoch gewaltig. Teilweise gibt es Sprünge von einer halben Sekunde Länge oder mehr. Das hat mit HD-Qualität nicht mehr viel zu tun. Wir forschen weiter und stellen fest, dass nicht der Bluray-Player an den verloren gegangenen Frames Schuld ist. Die Ruckler entstehen bereits, beim konvertieren des HD-Materials in Toast.

Den Beweis liefert Toast 9 selbst. Versteckt im Applikationspaket befindet sich nämlich auch der Toast-Video-Player, der in der Lage ist, die komprimierten und gemultiplexten .m2ts-Dateien zu öffnen und abzuspielen. Die Ruckler sind bereits hier deutlich zu erkennen. Selbst dann, wenn die Dateien nicht von der Bluray-Disk sondern direkt von der Festplatte abgespielt werden.

Probleme gibt es des weiteren mit der Unterstützung von internen Bluray-Brennern. Im Test funktioniert ein aktuelles Modell von LG, angeschlossen per SATA in einem Mac Pro nur sehr unzuverlässig. In ein externes Firewire-Gehäuse eingebaut, arbeitet der Brenner hingegen klaglos.

Als Palette: Über den Media-Browser fügt man alle Arten von Dateien zu einem Toast-9-Projekt hinzu. Auch HD-Videos stehen hier zur Auswahl.
Vergrößern Als Palette: Über den Media-Browser fügt man alle Arten von Dateien zu einem Toast-9-Projekt hinzu. Auch HD-Videos stehen hier zur Auswahl.

Sonstige Neuerungen

Abgesehen von der HD-Fähigkeit findet man viele weitere nützliche und hilfreiche Funktionen in Toast 9. Das Zusatzprogramm Spin Doctor kommt nun in einer neuen Version, die in der Lage ist, Audiodateien automatisch zu identifizieren. Das hilft enorm beim Digitalisieren der eigenen Vinyl-Sammlung, denn man muss Titel, Album- und Interporetennname nicht mehr von Hand eintragen.

Fit für Leo: Das Toast-9-Hauptfenster präsentiert sich im neuen Look, angepasst für Mac-OS X 10.5 Leopard
Vergrößern Fit für Leo: Das Toast-9-Hauptfenster präsentiert sich im neuen Look, angepasst für Mac-OS X 10.5 Leopard

Mit dem in Toast 9 integriertem Konverter lassen sich beinahe alle Videoformate beispielsweise für den iPod oder das iPhone aber auch für die Playstation 3, die PSP oder die Xbox 360 umrechnen. Bei kopierschutzfreien DVDs als Quellmedien bleiben dabei sogar die Kapitelmarken erhalten.

Das separate Programm Streamer stellt Videos über das Internet bereit. Damit kann man sich die zu Hause gespeicherten Filme beispielsweise mit dem iPhone von überall aus ansehen. Allerdings benötigt man hier eine schnelle Upstream-Internetverbindung.

Fazit

Auch ohne das HD-Plugin ist Toast 9 allemal sein Geld wert. Besonders gut gelungen ist der integrierte sehr, schnell arbeitende Video-Converter, der Video-Streaming-Server und die verbesserte Version des Audio-Tools Spin Doctor. Wer allerdings überlegt, sich Toast 9 inklusive HD-Plugin hauptsächlich zum Erstellen von Bluray- oder HD-DVD-Videos anzuschaffen, sollte besser auf eine fehlerbereinigte Version warten. cm

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