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Test: Sleipnir 3 – Surfen mit Komfort

27.07.2012 | 06:00 Uhr |

Der Browser Sleipnir verbindet den Mac mit Dropbox, Facebook & Co. – über die App Sleipnir Linker auch mit dem iPhone und dem iPad.

Der Name Sleipnir entspringt der nordischen Mythologie, meint das achtbeinige Pferd Odins und bedeutet so viel wie ”dahingleiten”. Genau das soll man offensichtlich auch mit dem japanischen, aber deutsch lokalisierten Browser Sleipnir 3 tun, dessen Icon entsprechend ein Pferd darstellt. Ebenso wie Safari setzt er auf dem Webkit auf und zeigt ein ähnliches Surfverhalten, bietet aber einige Besonderheiten. Dazu gehören insbesondere die Miniatur-Vorschaubilder am oberen Fensterrand, die beim Mouse-over kurz den Inhalt schriftlich anzeigen und mit denen man rasch auf eine bereits als Tab geöffnete Website zugreifen kann. Dazu gehört ein "Kachelmodus” (Tilde-Tab), der an die bekannte Funktion bei Opera erinnert. Im unteren Feld findet sich außerdem ein Bereich für verschiedene Arbeitsmappen oder Tab-Gruppen, unter denen man Tabs regelrecht sammeln kann, etwa fürs Shopping, ein aktuelles Arbeitsthema, Sport und anderes mehr. Dagegen verzichtet Sleipnir, den es für OS X, Android und iOS gibt, auf eine direkte Adressleiste. Diese erreicht man, um eine neue Adresse eingeben oder die aktuelle einsehen und kopieren zu können, am einfachsten über das Tastaturkürzel Befehlstaste-L. Zudem macht der Browser ausgiebig Gebrauch von Gesten zum Navigieren zwischen und mit den einzelnen Tabs. Praktisch ist die Möglichkeit, interessante Links oder ganze Webseiten direkt an Dienste wie Facebook, Twitter, Flickr und Google+ weiterzugeben, sie später auf Readability, Instapaper oder Pocket zu lesen respektive auf Dropbox, Evernote oder Skydrive im PDF- oder PNG-Format zu sichern. Vorausgesetzt natürlich, man hat den entsprechenden Service im Browser angemeldet und die Verlinkung schon erledigt. Dann muss man nur noch den Link im Kontextmenü auswählen oder auf den entsprechenden Button oben im Browser klicken und die Feinauswahl vornehmen, schon steht der gewünschte Inhalt oder der Link in einem anderen Dienst wie Facebook oder Dropbox bereit. Ein kleiner Hinweis: Wir haben die Version von der Website des Entwicklers genutzt, die Variante aus dem Mac App Store (3,4; ebenfalls kostenlos) verfügt über einige der beschriebenen Funktionen nicht.

Linker-App: Vom Browser aufs iPhone

Etwas länger als Android-User mussten iOS-Nutzer warten, bis auch die passende Sleipnir-Linker-App (ebenfalls kostenlos, ab iOS 5.0) erschien. Apple hatte sich offensichtlich etwas mehr Zeit gelassen, um sie für den App Store zu genehmigen. Doch nun ist sie da, und nach Anmeldung über den Fenrir Pass, den man bereits für die Browser-Links benötigte, kann man die Vorteile der Verbindung zwischen Webbrowser auf dem Mac und der Funktion auf dem iPhone voll nutzen. Wie man die Fenrir-Pass-ID einrichtet, beschreibt der Entwickler ausführlich (auf Englisch) . Was hat man nun davon? Beispielsweise lässt sich eine Telefonnummer auf einer Website direkt an das iPhone senden: Wenn diese vom Sleipnir-Browser wie ein Link hervorgehoben wird, reicht es, darauf zu klicken. Oben links im Browser-Fenster signalisiert eine kleine Animation, dass die Verbindung hergestellt wird, und kurz darauf findet sich die Telefonnummer auf dem iPhone auf dem Lockscreen respektive in der Mitteilungszentrale sowie aufgelistet in der Linker-App selbst. Von dort aus lässt sich dann die gewünschte Nummer direkt anrufen oder in die Kontakte aufnehmen. Ähnlich funktioniert es mit Webseiten, deren URL unmittelbar auf dem iPhone erscheint, wenn man, wie oben beschrieben, im Kontextmenü oder über den Button die Verbindung aktiviert hat. Damit kann man dann etwa die Site öffnen oder sich einen Ort auf der Karten-App anzeigen lassen. So bietet das Surfen mit Sleipnir in Kombination mit der Linker-App einen Komfort zwischen Mac und iPhone, der sich bei entsprechendem Bedarf schnell positiv bemerkbar macht – zumal zum Nulltarif. Lediglich Anmeldung und Registrierung beim Entwickler sind erforderlich, und die Anmeldungen bei den gewünschten Diensten. Eine vergleichbare Webfunktionalität findet man bestenfalls bei den Google-Chrome-Browsern, die sogar geöffnete Webseiten und Tabs zwischen den Geräten synchronisieren, aber auch nicht beispielsweise eine einzelne Telefonnummer wahlfertig auf das iPhone senden können.

Fenrir Sleipnir 3 & Sleipnir Linker 1.0

Fazit

Sleipnir 3 hat als Webbrowser einiges an interessanten Funktionen zu bieten. Erst in Verbindung mit der Linker-App und den Webservices spielt er seine Besonderheiten aber so richtig aus. Wer Texte gern archiviert oder etwa auf dem iPhone oder iPad später liest und Arbeitsbereiche mit verschiedenen zugehörigen Websites benötigt, sollte der japanischen Entwicklung eine Chance geben.

Info: Fenrir

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