Von Thomas Bergbold - 30.01.2013, 14:21

A3-Fotodrucker für Fine Art

Test: Canon Pixma Pro-10

©Canon

Zugeschnitten auf anspruchsvolle Fotografen ist der A3-Plus-Fotodrucker Pixma Pro-10. Seine Stärke ist der Druck von farbigen Portraits, seine Schwäche sind Schwarzweiß-Drucke und kleine Tinten.
Canon stellt seinem Top-Modell, dem Pixma Pro-1, den wir vor rund einem Jahr bereits getestet haben, das kleinere Modell Pixma Pro-10 zur Seite. Auch der Pixma Pro-10 verwendet Lucia-Pigmenttinten sowie einen extra Chroma Optimizer, der die Glanzunterschiede zwischen bedruckten und unbedruckten Flächen ausgleicht. Insgesamt verwendet der Pixma Pro-10 neun Farben: Foto-Schwarz, Matt-Schwarz, Grau, Cyan, Magenta, Gelb, Foto-Cyan, Foto-Magenta und Rot. Im Vergleich zum großen Pro-1 hat er somit zwei Graupatronen weniger und die Patronen haben nur eine Füllmenge von 14 Millilitern statt 36 Millilitern beim größeren Modell.

Gut ausgestattet

Ansonsten hat Canon alles in den Drucker gepackt, was man als anspruchsvoller Nutzer braucht: Wi-Fi, Ethernet und USB für den Anschluss, einen automatischen Papiereinzug für bis zu 150 Blatt und einen manuellen Einzug für schweres Papier. CD-Rohlinge kann der Pixma Pro-10 auch bedrucken. Canon liefert seinen Tintenstrahldrucker mit einer Reihe von Software-Tools aus.

Mitgelieferte Mac-Software

Neben dem Treiber und den Konfigurationsprogrammen für den Drucker und die Netzwerkeinstellungen sind das die Druck-Plug-ins Print Studio Pro und ein Quick-Menü, das auf Wunsch immer auf dem Schreibtisch zu sehen ist. Mit dem Quick-Menü kann man unter anderem die Geräteeinstellungen schnell ändern und ohne Umweg Canon-eigene Online-Services wie den "Creative Park" mit Grußkarten, Papiermodellen oder Kalendern aufrufen. Nur über das Quick-Menü lässt sich das Programm My Image Garden herunterladen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Bildverwaltungs- und Bearbeitungsprogramm, ein wenig vergleichbar mit iPhoto von Apple. Interessant sind die Premium-Inhalte, über die sich unter anderem auf Archivmaterial von National Geographics und Kunstkalender von Klimt zugreifen lässt. Wer CD-Rohlinge bedrucken möchte, findet mit diesem Programm einen auf das notwendigste reduzierten Partner.

Helfer für Fine-Art-Drucke

Der interessanteste Zusatz für Ausdrucke in Fine-Art-Qualität ist sicher Print Studio Pro. Gerade Print Studio Pro macht sehr viel Spaß und vereinfacht den Druck stark. Das Plug-in unterstützt Adobe Photoshop ab CS4, Photoshop Elements ab Version 8 und Lightroom ab 2.7. Mit Print Studio Pro wird der Druckprozess vereinfacht, das fängt bei den Einstellungen zum ICC-Profil an und reicht über die Anpassung der Ränder bis hin zur Eingabe von Zusatztext oder der Farbanpassung. Allerdings birgt es auch einen kleinen Fallstrick bei der Layouterstellung. Bei mehreren Einzelbildern gelten die Layouteinstellungen nur für das erste Bild. Abhilfe: Erst alle Bilder am unteren Rand des Fensters auswählen und dann die Layouteinstellungen wählen. Eine Schärfung der Drucke fehlt dem Plug-in noch.

In der Praxis

Die Ersteinrichtung mit der Druckkopfausrichtung sollte man auf jeden Fall nicht vergessen, damit man optimale Druckergebnisse erhält. Bei der Druckgeschwindigkeit zeigt der Pixma Pro-10 keine Schwäche. Für ein A4-Foto braucht er weniger als drei Minuten, ein A3-Gerät ist in rund fünf Minuten fertig. Die Handhabung mit Fine-Art-Papier über den manuellen Einzug ist alles andere als benutzerfreundlich, da man immer noch eine Taste am Drucker drücken muss, bevor der Druck losgeht. Noch umständlicher ist der Druck auf Canvas: die Innenabdeckung öffnen, die Fortsetzen-Taste drücken, warten, bis das Papier eingezogen wird, die Innenabdeckung schließen und erneut die Fortsetzen-Taste drücken. Beim Drucken auf matten Fine-Art-Medien stört zudem der große Rand von je 35 Millimetern oben und unten. Durch die parallele Nutzung von Matt-Schwarz und Glanz-Schwarz ist dafür ein schneller Wechsel ebenso problemlos möglich wie beim Epson Stylus Photo R2000.

Unsere Testpapiere

Folgende Papiertypen haben wir für den Test verwendet:

Canon FA-PR1
Canon PT-101
Canon SG-201
Canon PR-201
Canson BFK Rives
Canson Rag Photographique 310
Tecco BTG300
Tecco PFR295

Druckqualität

Wesentlich besser sieht es bei der Druckqualität aus. Die Auflösungstestmuster sind ohne Tadel. Im direkten Vergleich zum größeren Pixma Pro-1 sind in unserem Farbtestmuster Grün und Magenta nicht ganz so kräftig. Der direkte Mitbewerber von Epson, der Stylus Photo R2000, neigt zu kräftigeren Farben. Dafür kann der Pixma Pro-10 wie sein großer Bruder Hauttöne sehr gut darstellen und zeigt seinem Hauptkonkurrenten Stylus Photo R2000 (siehe Test), wie es sein sollte. An Farbbildern fällt der minimal kräftigere Kontrast im Vergleich zum Pro-1 auf, und das Blau hat einen leichten Magenta-Stich. Dank einer Grautinte zeigt er sich in der Graubalance auch deutlich neutraler als sein direkter Mitbewerber. Trotzdem kann er einem Pixma Pro-1 oder Epson Stylus R3000 beim Schwarzweiß-Druck nicht das Wasser reichen. Die Großen spielen mit ihren drei beziehungsweise zwei Grautinten in einer anderen Liga. Dennoch sind die Ergebnisse sehenswert. Ausstellungsdrucke sind nicht nur auf den exzellenten Canon- Papieren der Pro-Serie möglich. Speziell auf unseren Referenz-Fine-Art-Medien, dem Baryt-Papier Tecco BTG300 und dem matten Baumwollpapier Canson BFK Rives, zeigt der Pixma Pro-10, was er kann.

Empfehlung: Canon Pixma Pro-10

Für den professionellen Einsatz sind die Tinten des Canon Pixma Pro-10 zu klein dimensioniert und die Druckkosten dadurch zu hoch. So eignet sich der A3-Plus-Fotodrucker vor allem für engagierte Hobby-Fotografen mit hohem Qualitätsanspruch bei der Fotoausgabe.

Pixma Pro-10

Für Farbausdrucke sehr guter Fineart-Drucker für den gelegentlichen Gebrauch

Canon
Preis: € 700, CHF 780
Note: 1,6 gut
Leistung (50%) 1,5
Ausstattung (20%) 1,6
Handhabung (20%) 1,4
Stromverbauch/Ergonomie (10%) 2,0
Vorzüge: Sehr gute Druckqualität, Wi-Fi und Airprint, sehr gutes Druck-Plug-In, Colormanagement Tool
Nachteile: Großer Rand bei Fine Art Papier, Umständliches Papierhandling mit dem manuellen Einzug, Chroma Optimizer nicht abstellbar, kleine Tintenpatronen
9 Druckfarben und Plus Optimizer; Anschlüsse: USB 2.0, Ethernet, WiFi, Pictbridge, Airprint; Papierformate: A3+, A3, A4, A5, B4, B5, Letter, Legal, 25 x 30 cm, 20 x 25 cm, 13 x 18 cm, 10 x 15 cm; Stromverbrauch: Aus 0,25W, Ein 1,25W, Drucken 12,6W; Ab Mac-OS X 10.5.8
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