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Test: Cinema 4D R15

29.08.2013 | 13:59 Uhr |

Erwartungsgemäß bringt Maxon im September die neue Version R15 von Cinema 4D in den Handel. Spannender ist allerdings die Frage, welche Bereiche diesmal im Fokus der Neuerungen stehen. Wir haben einen Blick in die 3D-Software geworfen

Modelling und Rendering bekamen für das neueste Release die meiste Aufmerksamkeit geschenkt. An vielen Stellen wurde die Funktionalität erweitert, verbessert und beschleunigt, aber auch neu aufgesetzt, um eine moderne Basis für die Zukunft zu schaffen.

Modelling und Sculpting

Die Einführung des neuen Bevel-Werkzeugs hebt das Modelling in Cinema 4D auf ein anderes Level. Flächen, Kanten und auch Punkte lassen sich mit dem Bevel-Werkzeug einzeln und  im Verbund mit verschiedensten Parametern abfassen. Auch an üblichen Problemstellen zeigt das Mesh beim Beveln eine gute Qualität. Die Arbeit mit dem Werkzeug erfolgt interaktiv im Editor und ist parallel über den Attribute-Manager exakt definierbar. Damit sind endlich auch technische Modelle in Cinema 4D mit vertretbarem Aufwand zu realisieren, wozu auch das verbesserte Gleiten-Werkzeug beiträgt.

Zwar erst seit einem Jahr in Cinema 4D enthalten, bekam das Sculpting viele neue Funktionen spendiert. So eignen sich die Sculpting-Pinsel nun auch für die Arbeit an normalen Polygon-Objekten – eine ausreichend hohe Unterteilung vorausgesetzt. Neue, verbesserte Pinsel und Malmodi erleichtern die kreative Arbeit am Modell. Während bis zuletzt nur die Pinsel während des Formens symmetrisch funktionierten, lassen sich jetzt auch im Nachgang Meshbereiche gespiegelt aufbringen. Noch weiter geht die Mesh projizieren-Funktion, mit der man ganze Meshes auf andere Objekte übertragen kann.

Das Text-Objekt besitzt in Version 15 eine Kerning-Funktionalität, mit der Unterschneidung, Grundlinienversatz und Skalierungen wahlweise über den Einstellungsdialog oder über eine 3D-Ebene interaktiv im Editor möglich sind.

Deformer verfügen nun über einen praktischen Button, über den sich der Deformer automatisch an die Lage und Größe des Überobjekts anpasst. Per gedrückt gehaltener Shift-Taste kann man dies sogar bereits beim Erzeugen des Deformers erledigen.      

Texturing und Rendering

Da Cinema 4D Texturen nicht im Dokument speichert, sondern immer als Verknüpfung anlegt, sind Renderprobleme aufgrund fehlender, weil verschobener Texturen keine Seltenheit. Mit dem neuen Textur-Manager bietet Cinema 4D nun eine komfortable Möglichkeit, den Überblick über die verwendeten Texturen zu behalten und nicht mehr gültige Pfade durch neue Verknüpfungen zu korrigieren.

Dank dem auf Hair basierenden Architektur-Gras sind Oberflächen schnell und einfach zu begrünen.
Vergrößern Dank dem auf Hair basierenden Architektur-Gras sind Oberflächen schnell und einfach zu begrünen.

Speziell für Visualisierungen eignet sich das sogenannte Architektur-Gras, mit dem sich schnell Flächen begrünen und sogar etwas individualisieren lassen.

Im Bereich Rendering hat neben der Berechnung von Ambient Occlusion und dem Physikalischen Renderer auch die Globale Illumination durch einen neuen und besseren Irradiance Cache an Geschwindigkeit zugelegt. In diesem Zusammenhang wurde auch in den Render-Voreinstellungen aufgeräumt und die GI in primäre und sekundäre Methode aufgeteilt. Presets für häufige Aufgabenstellungen helfen bei der Auswahl der richtigen Parameter.

Team Render ersetzt NET Render als Netzwerk-Renderer. Dabei setzt Maxon auf die vom Mac bekannte Bonjour-Technologie, was die Konfiguration entsprechend vereinfacht. Potentielle Render-Clients werden automatisch gefunden, vom Anwender verifiziert und fortan beim Rendern im Netzwerk berücksichtigt. Team-Render erlaubt nun auch das Rendern von Einzelbildern über das Netzwerk, die Verwaltung von Projekt- und Texturdaten erfolgt über den Server-Rechner. Hier liegt die momentane Schwachstelle des völlig neu aufgebauten Netzwerk-Renderers im Vergleich zum Vorgänger. Bei einem Absturz des Servers warten die angehängten Clients vergeblich auf weiteres Rendermaterial. 

Empfehlung

Zahlreiche neue Funktionen in den Bereichen Modelling und Rendering machen Cinema 4D Release 15 zu einem gelungenen Update. Wir empfehlen jedem Anwender vor der Investition einen intensiven Test und einen Abgleich mit den individuellen Anforderungen.

Cinema 4D R15

Hersteller: Maxon

Preise:

Prime R15: € 833, CHF 1026

Broadcast R15: € 1547, CHF 1905

Visualize R15: € 1904, CHF 2345

Studio R15: € 3570, CHF 4396

BodyPaint 3D R15: € 952, CHF 1173

Upgrade Prime von R14: € 309, CHF 381

Upgrade Broadcast von R14: € 536, CHF 660

Upgrade Visualize von R14: € 655, CHF 807

Upgrade Studio von R14: € 893, CHF 1100

Maxon Service Agreements (jährlich):

MSA Prime: € 183, CHF 226

MSA Broadcast: € 309, CHF 381

MSA Visualize: € 381, CHF 470

MSA Studio: € 595, CHF 733

Note: 1,4 sehr gut

Funktionsumfang (30%) 1,8

Geschwindigkeit (30%) 1,3

Bildqualität (30%) 1,2

Bedienung (10%) 1,2

Vorzüge: Neues Bevel-Werkzeug, verbesserte Sculpting-Funktionen, Kerning für Text-Objekt, komfortabler Textur-Manager, Gras für Visualisierungen, Simulation von Kamerakran-Schwenks, schnellere und bessere GI-Berechnung auch in der Prime-Variante, neue GI-Methode über Licht-Maps, Team-Render als moderner Netzwerk-Renderer.

Nachteile: Hohe Systemanforderungen, kaum Neuerungen im Bereich Animation, Ausdruck der Online-Hilfe nur seitenweise möglich

Alternativen: Maya, Lightwave 3D

Systemanforderungen: Ab Mac OS X 10.6.8, Mac mit Intel Core 2 Prozessor

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