2227207

Test Cutout 6: Bilder ausschneiden wie ein Profi

12.10.2016 | 14:55 Uhr |

Mit Cutout 6 Professional legt der Franzis-Verlag eine spezialisierte Bildbearbeitung vor, die einen näheren Blick wert ist und gute Ergebnisse liefert.

Bildmotive wie einen Menschen oder ein Objekt aus einem Foto herausschneiden und woanders wieder einsetzen, oder auch oder im gleichen Rahmen verschieben, das kennen wir schon von Photoshop oder Photoshop Elements und vergleichbaren Bildbearbeitungsprogrammen. Das kann aber auch eine ausufernde Geduldsarbeit werden. Hier springt das Tool Cutout 6 vom Franzis-Verlag ein, das für Windows und für Mac vorliegt und sich als eigenständiges Programm oder auch als Plug-in für Photoshop & Co. nutzen lässt.

Drei Verfahren inklusive Chromakey-Technik

Dabei bietet Cutout 6 Professional drei verschiedene Verfahren, die für unterschiedliche Motive jeweils besser geeignet sein können. Zunächst zeigt die Programmoberfläche im Album eine Übersicht über Fotos und Ordner. Hier klickt man auf das gewünschte Bild und wählt den Befehl ”Freistellen”. Nun sind wir mit der Auswahl für das Verfahren konfrontiert. ”Freistellen anhand der Objektkonturen” über Segmentierung des Bildes klappt auch in unserem Test sehr gut bei klaren Kanten und eindeutigem, abgegrenztem Hintergrund. So etwa mit Comicfiguren oder einfachen Objekten. In der Regel wählt man ”Freistellen über Innen-/Außenbereich”. Dieses Verfahren ist zugleich das aufwändigste unter den dreien, weil man hier nacheinander den Außen- und Innenbereich mit der Maus umfahren und markieren muss. Doch auch das klappt in unserem Test recht gut, bei sehr unregelmäßigen Objekten mit nicht klar abgegrenztem Hintergrund geht es auch gar nicht anders.

Neu ist schließlich die ”Chromakey-Technik”, die sich vor allem fürs Freistellen von Models im Studio eignet, wenn man dort gezielt Aufnahmen mit klarem blauen oder grünen Hintergrund vorgenommen hat. Dann reicht ein Klick in den farbigen Hintergrund. In unserem Test klappt das auch mit vergleichbaren Motiven recht gut, etwa einer schwarzen Katze auf einer grünen Wiese. Obwohl dann etwas Nacharbeit nötig ist, weil die Abgrenzung durch überlappende Grashalme nicht völlig eindeutig ist. Hier macht es sich gut bemerkbar, wenn man Cutout 6 als Plug-in benutzt, weil man dann kleinere Fehler oder unerwünschte Überlappungen einfach mit den Tools von Photoshop etc. korrigieren kann, was mitunter flotter geht, als die Detailauswahl mit Cutout 6. Außerdem lassen sich die Funktionen miteinander kombinieren.

Oft ist Feinarbeit erforderlich

Hat man das Matting (also die Trennung von Vorder- und Hintergrund) per Knopfdruck durchgeführt, wird man aufgefordert, das Objekt als eigene Ebene zu speichern oder es direkt in ein anderes Bild einzufügen. Das sollte man sich am besten schon vorher klarmachen, weil man sonst in der kleinen Vorschau durch die vielen Fotos scrollen muss. Nun setzt man sein ausgeschnittenes Objekt in das neue Bild ein, skaliert und verschiebt es an die richtige Position und nimmt noch ein paar Korrekturen für die Belichtung, den Kontrast und die Farbe vor. Die Tools dafür liefert Cutout 6 gleich mit. Das Ausgangsbild sollte übrigens nicht eine zu kleine Auflösung haben, sonst wirkt der Cutout zu ”pixelig”.

Auch das Speichern als Projekt sowie der Export in diverse Formate, inklusive PSD mit allen Ebenen, ist möglich. Ebenso finden RAW-Bilder Unterstützung. Eine ausführliche PDF-Datei bietet umfangreiche Hilfe sowie Einführung in die Bedienung und die verschiedenen Optionen. Dennoch sollte man sich nicht täuschen, wenn ein Motiv nicht auf die leichte Art freizustellen ist, bedeutet es durchaus Arbeit. Diese ist aber in vielen Fällen durch Erfolg gekrönt. Mit den zusätzlichen Tools zur Verfeinerung wie etwa dem subtraktiven oder additiven Polygonwerkzeug oder dem Fenster zur Krümmung der Maske von Vorder- und Hintergrund sollte man sich etwas detaillierter auseinandersetzen.

Zu den weiteren Vorzügen der Software gehört die Stapelverarbeitung mehrere Bilder mit denselben Parametern, eine Fülle weiterer Tools und die Möglichkeit, mehrere Bildprojekte in Tabs offen zu halten.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Auf dem Mac wird mindestens OS X 10.7 vorausgesetzt. Eine Demoversion mit 30 Tagen Laufzeit ist zu haben, setzt aber ein Wasserbild ins Endprodukt. Die Professional-Verion im Download oder in der Box kostet jeweils 99 Euro .  Eine etwas einfachere und günstigere Variante gibt es mit der Standard-Version zum Preis von 69 Euro.

Hier können Sie die letzten Lizenzen zu Cutout 5 Professional erwerben und 61% sparen.

Fazit und Empfehlung

Grundsätzlich ist Cutout 6 Professional ein hervorragendes Tool, um Objekte, Menschen oder Tiere aus einem digitalen Foto freizustellen und in ein anderes Bild mit einem verschiedenen Hintergrund einzusetzen. Unsere Screenshots zeigen ein paar Beispiele. Ein ganz großer Fortschritt ist das Matting mit Chromakey-Technik. Aber auch mit dem Markieren von Außen- und Innenbereich kommt man meistens sehr weit. Die Bedienoberfläche ist wie von Franzis gewohnt etwas eigenwillig, damit muss man sich erst einmal vertraut machen. Doch dann sind die Möglichkeiten auch zur nachträglichen Optimierung eines eingesetzten Motivs in ein Bild beeindruckend. Wer öfter den Bedarf hat, Objekte auszuschneiden und in andere Bilder einzusetzen, der sollte sich Cutout 6 Professional unbedingt ansehen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2227207