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Test: Prosoft Data Backup Pro 4.0

20.06.2016 | 09:51 Uhr |

Das Backup-Programm von Prosoft wurde komplett überarbeitet und empfiehlt sich als Alternative zu Time Machine

Für Heim- und Büroanwender ist Time Machine völlig ausreichend, die Bedienung ist außerdem geradezu narrensicher. Seit der Einführung mit OS X 10.5  ist es deshalb um Mac-Backupsoftware von Drittherstellern immer ruhiger geworden. Für anspruchsvolle Anwender bieten aber Profi-Programme wie Databackup 4 deutlich mehr Flexibilität – so kann das gerade aktualisierte Tool von Prosoft zeitgesteuert Daten auf ein NAS oder eine Fritzbox speichern, eine startfähige Systemkopie auf eine externe Festplatte sichern und gezielt bestimmte Dateiarten archivieren. Sinnvoll ist das Tool vielleicht auch, wenn man sich für seinen Zweit-Mac eine dezidierte Time-Machine-Festplatte sparen will. Gedacht ist die App für Einzelanwender, weniger für Unternehmen.

Umständlichere Bedienung

Data Backup 4 ist deutlich umständlicher zu bedienen als das minimalistische Time Machine, es hilft dem Einsteiger aber mit vorgegebenen Backupsets. Wählen kann man nach dem Programmstart des englischsprachigen Tools unter vorgegebenen Backup-Vorlagen wie „Komplette Festplatte“ „Alle Nicht-System-Dateien“, „Alle Nutzerdaten“ oder alle Dokumente. Eine Backup-Festplatte kann man bereits beim ersten Programmstart festlegen. Heutzutage wohl weniger interessant ist die Brennfunktion : Auf Wunsch brennt  das Tool nämlich Backups auf DVD- und CD-Rohlinge – was bei einem verfügbaren Brenner auch unter OS X 10.11 problemlos funktioniert. Nicht nur hier ist die integrierte Filter-Funktion nützlich, man kann ein Backup nämlich mit Hilfe von Regeln einschränken. Zur Verfügung stehen dabei Dateinamen, Dateiarten, Erstellungsdatum und bestimmte Ordner. Als Speicherort kann man neben lokalen Medien auch Netzvolumes wählen, Cloud-Speicher werden dagegen nicht unterstützt. Bei Bedarf komprimiert und verschlüsselt Data Backup Pro die Daten auf dem Backupvolume, allerdings ist dies auf Dateien mit maximal 2 GB Größe begrenzt. Im Unterschied zu Time Machine startet die App die Datensicherungen gezielt an bestimmten Tagen, zu festen Uhrzeiten oder beim Systemstart.

Alte Daten bleiben erhalten

Um die Bedienung zu vereinfachen sind einige Profi-Funktionen ausgeblendet. Als Standard kann der Nutzer nur zwischen den Versionen Simple Copy (für die meisten Anwender die sinnvollste Variante), Clone, Versioned und Synchronize wählen. Die für manche Anwender interessanten Backup-Arten "Inkrementelles Backup" und „Advanced Full Backup“ muss man erst über die Voreinstellungen aktivieren. Bei diesen Profi-Backupmethoden kann das Tool unter anderem das sonst übliche Löschen alter Dateiversionen auf Wunsch unterlassen – eine weitere Abgrenzung zu Time Machine. Ein startfähiges Backup ist für viele Anwender eine interessante Option, kann man doch nach einem Systemproblem sofort weiter arbeiten. Umständlich: Für die Nutzung der dazu zuständigen Klon-Funktion muss der Anwender erst ein eigenes Backupset anlegen, dazu klickt man auf das Plus-Symbol in der Fußleiste des Programms und wählt dann die Backupvariante „Clone“. Die Unterschiede zwischen den Backup-Versionen erläutert das Programm übrigens erst, wenn man unter der Option "Detail level" die Option „High“ aktiviert. Diese Option sollte eigentlich besser als Standard aktiv sein. Für das Aktualisieren eines geklonten Systems benötigte das Tool in unserem Test etwa eine halbe Stunde. Die aktualisierbare Laufwerk-Kopie ist startfähig, mit dem spezialisierten Klon-Programm Carbon Copy Cloner kann Data Backup allerdings nicht mithalten. So bietet CCC einige Zusatz-Funktionen, um einen Klon zu optimieren.

Gut gefällt uns der neue Perfomance Graph, eine Art Aktivitätsanzeige. Während eines Backups sieht der Nutzer in einem eigenen Fenster die aktuelle Transferrate, erfährt in Echtzeit, welche Dateien das Programm gerade überträgt und erhält eine Fülle weiterer Informationen über den Backupvorgang. Ebenfalls neu ist eine Statusmeldung per E-Mail. In den USA kann man sich Meldungen über ein erfolgreiches Backup sogar per SMS zusenden lassen.

Der Performance Graph zeigt alle Backup-Aktivitäten in Echtzeit.
Vergrößern Der Performance Graph zeigt alle Backup-Aktivitäten in Echtzeit.

In unserem Test machte das Programm einen guten Eindruck, Datensicherungen wurden problemlos durchgeführt. Lästig finden wir aber den langen Programmstart nach einem Neustart, der anscheinend von dem Hintergrundprogramm Executor verursacht wird. Nach dem Programmstart sucht dieser Executor unter anderem nach allen Zielvolumes, die man in den Backup-Sets angegeben hat und führt Wartungsarbeiten durch. Wir hoffen, dass ein kommendes Update dies beschleunigen kann. Insgesamt ist das Programm eine gute Alternative zu Time Machine . Nicht vergessen sollte man aber, dass Time Machine bei der Wiederherstellung von Daten deutlich komfortabler ist. So bietet auch nur Apples Datensicherungsprogramm die Option, Daten aus einem Time-Machine-Backup auf einen neuen Mac zu migrieren . Data Backup würden wir deshalb vor allem als Ergänzung zu Time Machine empfehlen – was es sehr gut erfüllen kann.

Fazit

Ganz so einfach wie Time Machine, bedient sich Data Backup dann doch nicht. Dem erfahrenen Anwender bietet das Tool aber mehr Flexibilität bei Spezial-Aufgaben wie Teil-Backups auf Netzvolumes und der flexiblen Zeitsteuerung. Empfehlenswert finden wir das Backupprogramm vor allem als Ergänzung zu Time Machine.

Data Backup Pro

Backupsoftware, Ergänzung zu Time Machine

Hersteller:

Prosoft

Note:

2,1 gut

Preis:

US$ 70,  (US$ 50 bis 1. August), Upgrade US$ 30

Vorzüge:

Guter Funktionsumfang, gute Verwaltungsmöglichkeiten, Statusanzeige

Nachteil:

Lahmer Programmstart, Klonfunktion kann nicht mit CCC mithalten, englischsprachig

Systemanforderungen:

Ab OS X 10.7.5

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