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Test: Daten versenden mit Minbox 1.0

18.06.2013 | 17:39 Uhr |

Kostenlos nutzbarer Webdienst für den schnellen Datenversand, der vor allem für Fotos gut geeignet ist.

Will man einem Freund oder Kollegen eine größere Datei zusenden, etwa eine Videodatei oder eine große Bilddatei, kann es beim Versand per E-Mail zu Problemen kommen. Hier setzt der Webdienst Minbox an, der einfachen Dateiversand ermöglicht. Per Menüleistensymbol öffnet man ein Nachrichtenfenster und gibt Empfänger und Nachrichtentext ein. Das Adressbuch wird unterstützt. Dateien ergänzt man per Drag-and-Drop. Die Dateien versendet das Tool nicht direkt, sondern lädt sie im Hintergrund auf die Server des Herstellers. Praktisch: Man kann die Nachricht bereits „abschicken“ bevor der Upload fertig ist. Minbox versendet die E-Mail erst, wenn die Datei hochgeladen ist. Datei- und Volumengrenzen gibt es laut Hersteller nicht, Uploads sollen schneller als über den beliebten Dienst Dropbox erfolgen. Laut unseren Messungen ist das keine Übertreibung: Eine 2,3 GB große Zip-Datei laden wir über unsere VDSL-Verbindung mit 1,2 MB/s auf den Herstellerserver, bei einem Upload über den Dropbox-Ordner erzielen wir etwa 500 KB/s. Nutzt man die Dropbox-Webseite für den Upload, ist diese hohe Upload-Geschwindigkeit allerdings auch mit Dropbox erreichbar. Wie Dropbox basiert der Dienst von Minbox auf dem zuverlässigen Server-Dienst S3 von Amazon. Der Empfänger erhält eine E-Mail im Namen des Absenders, die neben dem Text Links zu den

einzelnen Dateien, bei Fotos und Videos einen Link zu einer Web-Fotogalerie enthält. Die von dem Hersteller gehostete Fotogalerie ist schlicht aber funktional, der Download einzelner Dateien oder aller Dateien als Zip-Archiv ist für den Besucher möglich. Das Teilen der Daten per Twitter und Facebook wird unterstützt. Soll eine schnelle Voransicht der Fotos und Videos möglich sein, kann man die Erstellung von Vorschaudateien aktivieren. Dabei erstellt der Dienst bei Videos ein MP4-Video mit der Auflösung 480p und bei Fotos kleinere Versionen mit 2400 Pixeln bzw. der Auflösung 1200 x 900. RAW-Bilddateien kann der Dienst ebenfalls in das JPEG-Format umwandeln. Die Originaldateien bleiben für den Empfänger weiter verfügbar. Für die Präsentation von Fotos gibt es allerdings bereits unzählige Alternativen wie Flickr und nicht zuletzt Facebook. Überraschend ist allerdings der Arbeitsspeicherbedarf der App beim Upload großer Dateien und die kostenlose Version hat einige Einschränkungen. Die wohl wichtigste Einschränkung: Alle Daten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Erst die kommende kostenpflichtige Pro-Version soll Daten unbegrenzt speichern und erhält weitere Funktionen wie Dateiverschlüsselung, Anmelde-Funktion, konfigurierbare Galerien und Einfluss auf die Konvertierung der Medien. Schlechte Noten im App-Store erhielt die App allerdings durch ihr Anmelde-System: Will man den Dienst nutzen, muss man nämlich einige Wochen auf eine Freigabe warten und wird aufgefordert, die Wartezeit durch Twitter- oder Facebook-Postings zu verkürzen. Bei den Nutzern sorgte dies für einigen Ärger.

Empfehlung Minbox

Will man schnell einem Kollegen eine hundert MB große Videodatei oder zehn RAW-Fotos zusenden, ist Minbox recht praktisch. Daten kann man schneller hochladen als per Dropbox-Ordner, Fotos per Web-Seite  schnell sichten. Für Dateien oberhalb eines GB würden wir aber eher einen guten FTP-Server empfehlen. Bei Geschäftsdaten ist außerdem der noch fehlende Zugriffsschutz  ein Ausschlusskriterium. Irritierend finden wir außerdem die lange Wartezeit, bis man einen Account zugeteilt bekommt.

Minbox

Preis: Kostenlos
Note: 2,3 gut
Leistung (50%)   1,9
Ausstattung (30%)   2,8
Bedienung (10%)    1,8
Dokumentation (10%)    3,0
Vorzüge: Schneller Upload, Web-Präsentation von Videos und Fotos
Nachteile: Kostenlose Version mit wenig Optionen, keine Verschlüsselung
Alternativen: Dropbox, Amazon S3, div. Clouddienste
Ab OS X 10.7
Minbox
www.minbox.com

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