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Test: Eizo CG276

23.04.2013 | 10:53 Uhr |

Das Hardware-kalibrierbare TFT-Display mit erweitertem Farbraum lässt kaum Wünsche offen – selbst ein Sensor für die Kalibration ist eingebaut

Mit dem CG276 stellt Eizo sein neues Flaggschiff vor. Das Hardware-kalibrierbare 27-Zoll-Display richtet sich an Profis in den Bereichen Foto, Druck und Film. Es kann quasi alle gängigen Arbeitsfarbräume wie sRGB, AdobeRGB, ECI-RGB 2.0, ISOcoated v2 (Softproof), REC 709 und DCI vollumfänglich darstellen. Während Farbdriftkorrektur, Helligkeitsstabilisierung und Techniken zur Homogenisierung (Digital Uniformity Equalizer) auch bei den Mitbewerbern zum guten Ton gehören, sucht der eingebaute Messsensor zur Kalibration aber seinesgleichen. Mit einem Straßenpreis von gut 2000 Euro hat das Kleinod der Monitorbaukunst aber auch seinen Preis.

Im Bildschirm arbeitet ein 27 Zoll großes IPS-Panel mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel (109 dpi) im Format 16:9. Das Wide-Gamut-Panel ist sehr blickwinkelstabil (178° H/V) und wird dank seiner matten Oberfläche auch professionellen Ansprüchen gerecht. Besonders augenfällig ist der robuste und dennoch formschöne Standfuß. Er ermöglicht das Drehen, Neigen und Absenken des Displays bis zum Fuß. Mit dem Mac kann er über DVI, HDMI, Displayport und einen USB-Hub mit zwei Upstreams kommunizieren. Fünf Jahre Garantie inklusive Vor-Ort-Service sowie eine Sichtschutzblende runden die üppige Ausstattung ab.

Kalibration

Der Monitor kommt im Bundle mit Color Navigator 6 (6.4.1.0). Mit der Software lassen sich quasi alle Parameter nach Belieben anpassen, Helligkeit, Weißpunkt, Schwarzpunkt und Tonwertkurve. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Profile in den Monitor laden und dieser simuliert dann den gewünschten Geräte- oder Arbeitsfarbraum. Als Messgeräte werden neben dem eingebauten Swing auch alle gängigen Messsensoren akzeptiert. Die Software liegt allerdings nur auf Englisch vor und kann auch nur Eizo-Monitore kalibrieren.

Die Kalibration ist in logische Einzelschritte unterteilt. Nach der Auswahl von Luminanz und Weißpunkt werden Schwarzpunkt und Tonwertkurve justiert. Nach der Auswahl des Messsensors beginnt die Kalibration. Im Anschluss erhält der Anwender eine Art Messprotokoll über die tatsächlich erzielten Parameter. Bedauerlicherweise lässt sich das erzeugte Profil in der Anwendung nicht speziell benennen. Es erhält von der Anwendung lediglich eine numerische Kennung. Bei mehreren Profilen kann dies verwirren.

Testergebnisse

Den CG276 testen wir mit UDACT 2.0 und dem eingebauten Messsensor Swing sowie einem i1 Pro von Xrite. Als Ziele definieren AdobeRGB, ISOcoated v2 und ECI-RGB 2.0. Die Zielparameter werden allesamt innerhalb der vom UDACT gesetzten Grenzen erreicht (siehe Testergebnisse auf CD). Die Farbraumabdeckung von sRGB und ISOcoated gelingt spielend, auf die Eckpunkte von AdobeRGB hin ist er optimiert und ECI-RGB 2.0 gelingt nur zu 92 Prozent. Bei der Kalibrationsgenauigkeit zwischen Swing und i1 Pro können wir keinen Unterschied feststellen. Da der Swing fest verbaut ist, lässt sich mit ihm allerdings keine Helligkeitsverteilung messen. Der Stromverbrauch ist in dieser Geräteklasse zwar nebensächlich. Es fällt jedoch auf, dass der CG276 sowohl im Ruhe- als auch im ausgeschalteten Zustand immer noch 5,1 Watt verbraucht. Wer Strom sparen möchte, muss also den separaten Ein-Aus-Schalter an der Rückwand des Bildschirms bemühen.

Fazit

Gäbe es eine Krone für den besten Monitor, würde sie dem CG276 gebühren.  Der Bildschirm lässt sich dank seines großen Farbraums auf quasi jedes Ziel kalibrieren. Dank seines Fußes ist er ausgesprochen ergonomisch und nebenbei auch noch schick. Die Kalibrations-Software leistet ihren Anteil am guten Gesamteindruck. Der eingebaute Messsensor erleichtert dem Anwender die Handhabung nicht unwesentlich. Die Bestnote wird dem Bildschirm lediglich durch den hohen Stromverbrauch versagt.

Eizo CG276

Preis: € 2290 (OVP), € 2030 (Straße)

Note: 1,1 sehr gut

Leistung (40 %) : 1,0

Ausstattung (30 %): 1,0

Handhabung (20 %): 1,2

Ergonomie/Verbrauch (10 %): 2,0

Sehr großer Farbraum, sehr genaue Kalibration, eingebauter Messsensor

Hoher Stromverbrauch, Kalibrations-Software nur auf Englisch

Alternative: NEC SpectraView Reference 271

Hardware-kalibrierbares 27-Zoll-TFT-Display mit erweitertem Farbraum, geeignet für Profis in den Bereichen Foto, Druck und Film

www.eizo.de

 

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