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Elgato Thunderbolt SSD

24.02.2012 | 16:57 Uhr |

Noch sind Massenspeicher mit Apples schnellem Thunderbolt-Anschluss sehr selten. Mit Elgato kommt nun ein Hersteller ins Spiel, den man bislang nicht mit Festplatten in Verbindung brachte.

Elgato Thunderbolt SSD
Vergrößern Elgato Thunderbolt SSD

Schlicht "Thunderbolt SSD" nennt der deutsche Hersteller Elgato sein erstes Massenspeicher-Produkt. Bekannt ist Elgato vor allem durch seine DVB-T-Fernsehtuner und die dazugehörige Mac-Software EyeTV. Echte Massenmarkt-Produkte also, die externe Festplatte spielt aber in einer anderen Liga, das merkt man auf den ersten Blick.

Schon die Verpackung macht deutlich, dass hier etwas Edles auf den Anwender wartet. Das Gehäuse ist extrem schlicht aber robust. Es ist aus Metall und sollte Stürze von der Schreibtischkante locker überstehen. Etwa von der Größe einer Zigarettenschachtel beherbergt es eine SSD-Festplatte mit 240 Gigabyte Kapazität.

Es gibt nur einen Anschluss: Thunderbolt. Mehr braucht das Gerät nicht, denn auch die Stromversorgung läuft über diesen Port. Das ist ein Novum, denn die Stromaufnahme, die Apple am Thunderbolt-Port erlaubt, ist auf 10 Watt begrenzt und sie wird durch die aktiven Kabel schon zu einem erheblichen Teil aufgebraucht. Damit ist auch klar warum der Hersteller den Thunderbolt-Port am Laufwerk nicht durchgeschleift hat. Für ein zweites aktives Kabel würde der Strom nicht mehr reichen. In der Praxis heißt das, dass das Thunderbolt SSD stets am Ende der Thunderbolt-Kette angeschlossen werden muss.

Wie bei allen Thunderbolt-Produkten, die wir bisher getestet haben, liegt auch dem Elgato-Laufwerk kein Thunderbolt-Kabel bei. Hier ist Apple in der Pflicht, denn der Mac-Hersteller ist bislang der einzige Anbieter dieser teuren Kabel. Andere Lizenznehmer sind noch nicht zugelassen.

Testergebnisse

In einem ersten Test messen wir eine Zugriffszeit von 0,1 Millisekunden. Das ist ein sehr guter Wert, der den von magnetischen Notebook-Festplatten bei weitem in den Schatten stellt (typischerweise 17 bis 18 Millisekunden).

Die sequenziellen Datenraten liegen zwischen 220 und 240 Megabyte pro Sekunde. Das sind gute Werte, wenngleich aktuelle SSD-Platten heutzutage schon 400 Megabyte Pro Sekunde oder mehr schaffen. Der Thunderbolt-Port könnte diese Datenmengen ebenfalls problemlos bewältigen. Der Flaschenhals muss also woanders liegen. Der Grund liegt in der intern verbauten SSD-Platte. Es kommt ein Modell von Sandisk zum Einsatz, das mit dem SATA-II-Standard arbeitet. Hierbei liegt die maximale Datenrate bei drei Gigabit pro Sekunde. Moderne SSD-Platten benutzen den aktuellen SATA-III-Standard, der doppelt so hohe Datenraten liefert.

Elgato erklärt die Beschränkung auf SATA-II mit dem hohen Stromverbrauch aktueller SATA-III-SSDs. Der Einsatz einer SATA-III-SSD würde das zulässige Limit von maximal 10 Watt am Thunderbolt-Port überschreiten. Auch Apple setzt im Macbook Air und Macbook Pro derzeit nur SATA-II-SSDs ein, obwohl beide mobilen Macs den SATA-III-Standard unterstützen.

Bleibt zu hoffen, dass es zukünftig sparsamere SATA-III-SSDs geben wird, denn der Brückenchip im Elgato-Gehäuse unterstützt den schnelleren Standard bereits.

Schön ist, dass man von dem Laufwerk auch booten kann. Die Bootzeit halbiert sich dabei in etwa (im Vergleich zu magnetischen Festplatten).

Empfehlung

Das Elgato Thunderbolt SSD ist ein sehr schnelles und praktisches externes SSD-Laufwerk, das seinen Platz sicherlich bei kreativen Profis aus dem Foto/Audio/Video-Bereich finden wird. Besonders, wenn man unterwegs oder vor Ort einen schnellen Massenspeicher braucht, der ohne externe Stromversorgung auskommt, spielt das Gerät seine Stärken aus. Dieser Luxus hat jedoch seinen Preis, auf den man auch noch 50 Euro für das Thunderbolt-Kabel drauflegen muss. cm

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