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SD-Karte mit eingebautem WLAN im Test

07.03.2010 | 11:57 Uhr |

Kaum zu glauben, dass in eine winzige SD-Card ein WLAN-Adapter passt. Doch die Eye-Fi-Karten machen dies möglich. So kann man Fotos kabellos auf den Rechner übertragen.

Die eingebaute WLAN-Funktion sendet die Daten in den Standards 802.11 b/g. Benötigt werden ein WLAN-Accesspoint, ein Router mit Internetverbindung und ein Mac mit aktivem Eye-Fi Manager. Die SD-Karten gibt es in verschiedenen Ausführungen und Zusatzfunktionen: Als Geo mit 2 GB Speicher und kompatibel zu vielen Digitalkameras mit SD-Kartenplatz. Die aufgenommen Bilder - es werden nur JPEGs unterstützt - werden nach der Übertragung auf den Rechner mit GPS-Koordinaten versehen.

Dazu nutzt die Eye-Fi Geo die WLAN-Funktion, in dem sie die umliegenden WLAN-Accespoints zur Ortsbestimmung verwendet. Mit jedem Bild werden die umliegenden Accesspoints gespeichert und zu Hause dann bei der Übertragung abgeglichen. Die Technik dahinter nennt sich Wi-Fi Positioning System (WPS) und wurde von Skyhook entwickelt. Damit dies funktioniert, müssen die entsprechenden Accesspoints in einer Datenbank gespeichert sein. Das ist nur in Großstädten der Fall. Das erste iPhone verwendete die gleiche Technik.

Die Eye-Fi Share Video ist eine SDHC-kompatible Karte mit 4GB und unterstützt neben der Übertragung von JPEGs auch Videos. Die Geo-Funktion fehlt dieser Karte, dafür kann man seine Werke automatisch auf eine Online-Plattform wie Picasa oder Mobile Me übertragen. Für die Eye-Fi Geo kann man diese Funktion gegen 9,99 Dollar pro Jahr erwerben. Wer alles möchte und auch noch eine Unterstützung von Kamera-RAW-Formaten, der greift zur von uns nicht getesteten Eye-Fi Pro.

Eye-Fi Geo 2GB

SD-Karte mit Geotagging für Digitalkameras

Eye-Fi

Preis: € 65, CHF 86

Note: 2,7 befriedigend

Leistung (50%) 3,4

Ausstattung (20%) 1,5

Handhabung (20%) 2,4

Ergonomie (10%) 2,5

Vorzüge: WLAN für alle Digitalkameras, automatische Wiederaufnahme des Datentransfers nach Abbruch

Nachteile: Geo-Funktion in der Regel nur in großen Städten verfügbar, Datentransferrate stark schwankend, Systembedingt hoher Stromverbrauch

Alternativen: Eye-Fi Share Video

Für viele Kameras mit Steckplatz für SD Card

www.gravis.de und www.eye.fi

Das erste Einrichten klappt sehr schnell. Alles, was man benötigt, ist der Eye-Fi Manager, der auf den Karten zu findet ist. Ein passendes Speicherkartenlesegerät ist im Lieferumfang enthalten. Beim Einrichten muss ein Account bei Eye-Fi angelegt werden. Die Konfiguration erfolgt im Internetbrowser. Hier werden neben dem WLAN-Accesspoint auch das Ziel (ein Ordner oder iPhoto) und Zusatzservices eingestellt.

Der Transfer der Fotos funktioniert meist problemlos, hier sollte man unbedingt einen Blick auf die Kompatibilitätsliste werfen. Mit einer Epson R-D1 gibt es beispielsweise gelegentliche Verbindungsfehler. Dann hilft ein Neustart des Eye-Fi Managers oder das Entfernen der Karte. In diesem Fall könnte es an dem massiven Metallgehäuse der Kamera liegen. Mit einer Canon EOS 5D MkII (mit CF-Adapter) klappt es besser und mit einer Canon EOS 1D MkIII gut. Die Zeit für die Übertragung ist sehr stark schwankend und kann auch mal 30 Sekunden länger dauern.

Geschwindigkeitsvergleich

Canon EOS 5D MkII

Dateigröße L (8,2MB) 1:34.8 min.

Dateigröße M (4,4MB) 46.2 sek.

Dateigröße S (2,2MB) 24.1 sek.

Canon EOS 1D MkIII

Dateigröße L (2MB) 18.7 sek.

Dateigröße M (1,4MB) 10.7 sek.

Dateigröße S (517kB) 7,7 sek.

Die Messwerte sind stark schwankend und nur als Anhaltspunkt zu sehen.

Als Anhaltswert benötigt ein Foto mit 21 Megapixel rund eine Minute und 30 Sekunden und eines mit zehn Megapixel rund 30 Sekunden für den Datentransfer. Hierzu muss auf jeden Fall jegliche Stromsparfunktion deaktiviert sein. Sehr schön ist, dass bei einem Abbruch der Datenübertragung diese automatisch wieder aufgenommen wird. Eine volle Garantie gibt es darauf nicht, in unserem Test ist einmal ein Bild verloren gegangen.

Die Geo-Funktion macht keinen so guten Eindruck. Da diese abhängig von WLAN-Accesspoints ist, die in einer Datenbank aufgenommen werden, kann es - wie in unserem Fall im Rhein-Neckar-Raum - düster aussehen. In Europa sollen nur sehr große Städte flächendeckend aufgenommen sein. Die Karte von Skyhook bietet hier nur wenig Information.

Empfehlung

Für den Profi im Studio sind die Eye-Fi-Karten ungeeignet, der Datentransfer dauert einfach viel zu lange. Ansonsten klappt das Ganze recht gut, wenn man eine kompatible Kamera hat. Dass eine Übertragung automatisch wieder aufgenommen wird, ist sehr von Vorteil. Die Geo-Funktion ist nur in Großstädten einsetzbar. Auf den Stromverbrauch sollte man auf jeden Fall nicht achten, die Laufzeit der Kamera kann sich bis zu 40 Prozent verkürzen.

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