Test: Eye TV
Eye TV auf dem iPhone
Mit Eye TV auf dem iPhone kann man unterwegs Fernsehen schauen, Aufnahmen programmieren und im TV-Programm stöbern. Wir haben die Erweiterung für Eye TV auf dem Mac ausprobiert.
Mit Eye TV für das iPhone hat Herstelller Elgato eine nützliche Erweiterung für die TV Software auf dem Mac herausgebracht. Eye TV auf dem iPhone verbindet sich mit der Fernsehsoftware und kann so auf das TV-Archiv, den Programmführer und sogar auf das Live-Fernsehen zugreifen. Damit diese Koppelung zwischen Mac und iPhone gelingt, benötigt man mindestens Eye TV 3.2. Diese Version enthält den nötigen Server für das iPhone.
Schon zuvor gab es den iPhone-Zugang bei Eye TV "iPhone Access", bei dem man per Browser im lokalen Netzwerk auf gespeicherte Sendungen zugreifen konnte. Jetzt geht Elgato mit einer eigenen iPhone-Anwendung noch weiter. Damit kann man von überall aus auf den eigenen Rechner zugreifen und Fernsehen, Aufnahmen programmieren und das TV-Programm betrachten.
Verbindung zum Mac
Eye TV am iPhone funktioniert nur dann, wenn man mit dem Internet verbunden ist und der heimische Rechner ebenfalls eingeschaltet ist, oder sich im Ruhezustand befindet und "bei Netzwerkzugriff" aufwacht. Denn der Mac stellt alle Funktionen zur Verfügung: Er dient als TV-Empfänger und sendet das TV-Archiv und Programm an das iPhone. Live-TV geht nur in einem WLAN-Netz, nicht per UMTS. In den Einstellungen von Eye TV kann man unter "iPhone" die Freigabe für das Handy einstellen. Dort stellt der Nutzer ein, ob alle Aufnahmen im TV-Archiv für das iPhone konvertiert werden oder alle neuen Aufnahmen. Alternativ kann man die Sendungen im Archiv, die der Mac für konvertieren soll, auch manuell auswählen.
Elgato verwendet einen neuen Dienst namens "My Eye TV", damit sich iPhone und Mac in den Weiten des Internets finden. Dazu muss man sich mit einer E-Mailadresse registrieren und diese Daten auf beiden Eye-TV-Anwendungen eingeben. Befindet man sich mit dem iPhone im gleichen Netzwerk wie der Mac, braucht man diesen Dienst nicht.
Auf dem iPhone kann man Eye TV Fernsehen, den EPG nutzen und im eigenen TV-Archiv stöbern.
Mac und iPhone finden sich über den "My Eye TV"-Dienst. Auf Wunsch kann man den Fernzugriff wie hier mit einer PIN-Numer sichern.
Um Live-TV zu schauen, wählt man einen Sender aus der Übersicht aus. Ein Klick auf das grüne Info-Symbol zeigt EPG-Daten zu der Sendung an. Das Zahradsymbol oben rechts führt zu den Qualitätseinstellungen des Datenstroms.
Die Bildqualität des Streams ist ordentlich und für die Bildschirmgröße ausreichend.
Zwischen der niedrigsten Einstellung (80kBit/s – hier zu sehen) und…
… der höchsten Einstellung (800kBit/s) sieht man deutliche Unterschiede. Die höchste Einstellung ist für gewöhnliche DSL-Anschlüsse jedoch schon zu viel des Guten. Die Upload-Geschwindigkeit reicht nicht für flüssige Darstellung.
Auch bei gemäßigten Einstellungen kann das Bild hängen bleiben. Im lokalen WLAN ist die Übertragung jedoch stabil.
Da der TV-Empfänger am Mac als Empfangsstation dient, kann man nicht gleichzeitig aufnehmen und etwas andere ansehen.
Nur wenn Eye am heimischen Rechner läuft, kann man per Zugriff darauf zugreifen.
Mit Eye TV auf dem iPhone kann man auch gespeicherte Aufnahmen aufrufen. Dies geht jedoch nur, wenn diese auch für das iPhone konvertiert sind.
Andernfalls erhält man eine Fehlermeldung.
Den Großteil der Arbeit beim TV-Empfang muss der heimische Mac erledigen. Er empfängt den Fernsehkanal, konvertiert den Datenstrom in iPhone-kompatibles MPEG-4 und sendet ihn mit einem Server-Unterbau per Internet an das iPhone oder den iPod Touch. Dies sorgt für etwas Prozessorlast. Ein Mac Mini mit 2 GHz kommt damit noch problemlos zurecht, ein älterer Mac könnte mit der Konvertierung und dem Server bereits Probleme haben.
Die Bildqualität und die Datenrate des Videostreams kann man in der iPhone-App einstellen. Hier hat man die stufenlose Wahl zwischen 80 und 800 kBit/s. Die richtige Datenrate ist vor allem von der Internetverbindung des Mac zuhause abhängig. Selbst recht schnelle DSL-Anschlüsse haben nur sehr begrenzte Upload-Geschwindigkeiten, die hier wichtig ist, da der Mac den Datenstrom versenden muss.
Im Test hat der DSL-Anschluss eine reale Uploadgeschwindigkeit von knapp 90 kByte/s, also rund 720 kBit/s. Dies reicht, um das Video mit mehr als der Hälfte dieser Datenrate flüssig zu streamen, was eine ausreichende Bildqualität ergibt. Mit gelegentlichen Hängern des Bildes muss man jedoch rechnen, die Übertragung per Privatanschluss ist offenbar nicht vollkommen stabil.
Auch das Umschalten zwischen Sendern funktioniert nicht wie beim TV gewohnt. Da der Mac den Sender empfangen, umwandeln und senden muss und das iPhone diesen Datenstrom zunächst puffert, dauert es einige Sekunden, bis das Bild erscheint. Zudem gibt es keine Bildschirmfernbedienung zum Umschalten, sondern man wechselt den Sender über die Programmliste.
Die Haken
So praktisch die Eye-TV-App im Grunde auch ist, bleiben dennoch einige Haken. So passiert nur dann überhaupt etwas, wenn sie Verbindung zum heimischen Mac aufgenommen hat. Ist dieser ausgeschaltet oder nicht erreichbar, kann man nichts tun, das Hauptmenü ist nur erreichbar, wenn das iPhone mit dem Mac verbunden ist. Nicht einmal das TV-Programm kann man in diesem Fall durchstöbern. Zudem wären mehr Möglichkeiten beim Betrachten des EPGs schön. Derzeit kann man das TV-Programm nur nach Sendern sortiert anschauen. In der aktuellen Übersicht sieht man die aktuell laufende und nächste Sendung. Erst in der Detailansicht des Senders kann man auch gezielt nach einem Zeitpunkt stöbern.
Wer wissen will, was morgen Mittag bei ZDF, RTL und Pro7 läuft, muss alle diese Sender nacheinander einzeln aufrufen und auf die Ansicht des nächsten Tages springen.
Fazit
Als Erweiterung für Eye TV macht das iPhone-Pendant aber eine gute Figur. Es erlaubt es dem Nutzer, das gesamte TV-Archiv auch unterwegs (falls WLAN vorhanden) oder zuhause auf dem iPhone anzuschauen. Zudem hat man eine Live-TV-Funktion, die zwar gelegentlich hängt, aber sonst gut umgesetzt ist. Durch den praktischen "My Eye TV"-Dienst muss man sich keine Gedanken über die IP-Adresse des Heimrechners machen, die Verbindung klappt kinderleicht.






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