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Test: Filemaker 13

12.12.2013 | 11:34 Uhr |

Zwei Jahre Entwicklungszeit hat Filemaker in sein jüngstes Update investiert. Mit deutlichen Verbesserungen beim Erstellen neuer Layouts – vor allem für iPhone und iPad – sowie mit dem neuen Webdirect erfreut das Ergebnis vor allem Entwickler

Das Warten hat sich gelohnt, Filemaker 13 verfügt über mehr als 50 teils hoch interessante Neuerungen. Wie schon bei der letzten Version lag der Entwicklungs-Schwerpunkt auf neuen Funktionen und Werkzeugen für den Einsatz von Filemaker-Datenbanken auf mobilen Geräten.

Layouterstellung

In neuem Gewand präsentiert sich der Layout-Assistent mit einer Auswahl an gerätespezifischen Layouts für vordefinierte Bildschirmgrößen. Bei der Erstellung einfacher Layouts genügt es, Gerät und Typ zu wählen, komplexere Layouts wie Berichte oder Etiketten erfordern mehrere Schritte. Die Unterstützung für den mobilen Bereich beschränkt sich allerdings auf iOS-Geräte. Die Bildschirmschablonen zur Darstellung von Anzeigebereichen unterschiedlicher Bildschirmauflösungen werden deshalb keineswegs überflüssig. Nach wie vor ist jeweils nur eine einzige Größe definierbar, das ist nicht üppig. Die Auswahl der Felder ist nicht mehr bei allen Layout-Typen Aufgabe des Assistenten. Dies ist auch nicht nötig, das Dialogfeld „Feldauswahl“ im Layout-Modus erledigt diese Aufgabe komfortabler. Der in seiner Größe nicht veränderbare Dialog enthält eine Liste sämtlicher Feldnamen. Sobald man eines oder mehrere Felder markiert und die Auswahl auf das Layout zieht, platziert Filemaker die Felder. Schaltflächen am unteren Rand bestimmen die Position (horizontal oder vertikal) der Beschriftungen. Auch die Definition neuer Felder ist in diesem Dialog möglich, allerdings nur für die mit dem aktuellen Layout verbundene Tabelle. Schließlich gestattet eine Filterfunktion die Beschränkung der Anzeige auf Felder, deren Namen ein eingegebenes Suchmuster enthalten.

Filemaker 13

Hersteller: Filemaker

Preis: Vollversion ab 342  € / 432 CHF, Filemaker Go kostenlos

Note: 2,1 gut

Vorzüge: Einfache Bedienung, gute neue Layoutoptionen, Webdirect, Browser und Mail-Funktionen

Nachteile:   Spärliche Ausstattung an Entwicklungswerkzeugen, Webdirect erfordert Server-Variante, wenig Optionen zur Formatierung von Diagrammen

Alternative: Open Office Base, Libre Office Base

Ab OS X 10.7, ab iOS 6 und iTunes 10.x für Filemaker Go

www.filemaker.de

Stile und Designs

Die in Version 12 eingeführten Designvorlagen sollen es erleichtern, Layouts ein einheit­liches Aussehen zu verleihen. Jedes Objekt eines Designs, also auch die Bereiche und der Hintergrund eines Layouts, ist zunächst mit einem Standard-Stil verknüpft. Diese Stile (Sammlungen von Objekt-Attributen wie Schrift, Farbe und mehr) sind unter einem Namen ansprechbar. Für die Behandlung der Stile hat der Inspektor ein zusätzliches Register. Modifikationen von Format-Attributen eines Objekts lassen sich im aktuellen oder als neuen Stil speichern. Das gilt auch für Designs mit geänderten Stilvorlagen. Die Designs selbst lassen sich jetzt umbenennen, duplizieren, löschen, und aus anderen Filemaker-Datenbanken importieren.

Neue Layoutobjekte

Filemaker läuft auf immer mehr Tablets und Smartphones zu Einsatz. Daher wartet die aktuelle Version mit zusätzlichen Layout-Objekten auf, die besonders für den Einsatz auf mobilen Geräten geeignet sind und Entwicklern helfen, ein kleines iPhone-Display optimal zu nutzen und die Daten übersichtlich anzuzeigen. Die Seitensteuerelemente erlauben wie Register die Mehrfachbelegung einer Fläche mit Objekten. Der Wechsel zwischen den unbenannten Seitenbereichen erfolgt per Mausklick oder Fingertipp auf Punkte am unteren Rand dieser Elemente – vergleichbar dem Klicken durch Bildergalerien. Bei Touch-Geräten sind diese Wechsel auch mittels Wisch-Gesten möglich. Ein Mausklick oder ein Fingertipp auf eine Popover-Taste öffnet einen Bereich, in dem sich weitere Objekte unterbringen lassen. Beim Öffnen überdeckt das Popover sämtliche darunter liegenden Objekte.

Filemaker Pro Advanced

Wenig Neues gibt es bei der Advanced-Version. Sie ermöglicht die Aktivierung einer AES-256-Verschlüsselung von Datenbanken, die danach auch Nutzern der Pro-Variante zur Verfügung steht. Verschlüsselte Datenbanken lassen sich nur per Passwort öffnen.

Sonstiges

Auch Filemaker springt auf den allgemeinen Trend zum Software-Abo auf und bietet die neue Version wahlweise für monatliche Gebühren oder zum Festpreis. Ansonsten ist Version 13 mit einigen zusätzlichen und veränderten Skriptschritten, Skript-Triggern und Funktionen ausgestattet, beispielsweise zum Erfassen von Barcodes mit einem iPhone oder iPad.

Web Publishing

Die augenfälligste Neuerung stellt das HTML 5 basierte Webdirect dar. Es gestattet den Zugriff auf Filemaker-Datenbanken mit einem Browser und ersetzt das bisherige Instant Web Publishing. Sowohl das Erscheinungsbild als auch die Bedienung im Browser kommt den Desktop-Versionen recht nahe. Dabei ist auch ein Drag & Drop von Dateien in Containerfelder möglich. Webdirect soll mit allen gängigen Browsern laufen, aktuell beschränkt sich der Hersteller auf die Unterstützung von Safari, Chrome und Internet Explorer. Firefox sowie Browser für Mobilgeräte fehlen auf der Liste, in unserem Test treten mit Firefox jedoch keine Probleme auf.

Das ist neu

- Webdirekt

- Neue Designs und Stile

- Neu gestalteter Layout-Assistent

- Dialogfeld "Feldauswahl"

- Seitensteuerelemente

- Popover-Tasten, bedingtes Ein- und Ausblenden von Objekten

- Anzeigezustände für den Datenbereich von Layouts

- Tastaturtypen für mobile Geräte

- Auslesen der Metadaten von Container-Inhalten

- Formatierung des gesamten Hintergrund von Layouts

- Rückgängig-Funktion für Layoutänderungen

- Hochladen von Dateien auf einen Server

- Neue und überarbeitete Starterlösungen

- Interaktive Einführung

- Neue und geänderte Skriptschritte, Skript-Trigger und Funktionen

 

Allerdings setzt Webdirect die Filemaker-Server-Version voraus, die mit Version 13 nur noch in einer Variante existiert. Wollen mehrere Nutzer Datenbanken über einen Browser oder Filemaker Go gleichzeitig nutzen, fallen weitere Gebühren an, die Filemaker in 5er-Packs anbietet. Für die Zahl maxmaler Verbindungen setzt Filemaker keine Grenze, der Hersteller hat Webdirect nur mit maximal 50 offenen Verbindungen getestet.

Sonderpreis

Wer zwischen 3. November und 17. Dezember Filemaker 12 in den Versionen Pro, Advanced oder Server gekauft hat, sollte sich an Filemaker wenden, da er möglicherweise Anspruch auf ein kostenloses Update auf Filemaker 13 hat.

Empfehlung

Version 13 ist vor allem für Entwickler interessant, umso mehr, wenn sie Anwendungen für mobile Geräte erstellen. Die neuen Designs, Stile und Layoutobjekte erleichtern und beschleunigen die Gestaltung von Datenbanken, auch das ein Grund, in das Update zu investieren. Vernachlässigt sind (wieder mal) die Entwicklungswerkzeuge zum Erstellen von Skripts und Funktionen. So lassen sich nach wie vor keine eigenen Funktionen erstellen, die diesen Namen auch verdienen. Filemaker bietet für Pro- und die Server-Variante eine kostenlose 30-Tage-Testversion. So kann jeder prüfen, ob sich das 200 Euro teure Update für ihn lohnt.

Version

Abo Monatlich

Vollversionen

Update ab FM 11

FM Pro 13

9,50 € / 12 CHF

342 € / 432 CHF

198 € / 249 CHF

FM Pro 13 Advanced

14 € / 17 CHF

504 € / 612 CHF

270 € / 377 CHF

FM Server 13

29 € / 35 CHF

1 044 € / 1 260 CHF

527 € / 658 CHF

Gleichzeitige Verbin-dungen

25 € / 32 CHF

 

 

(pro 5-Pack)

900 € / 1 152 CHF

 

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