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Fix Me Stick - Drei Virenscanner für den Mac

14.04.2015 | 10:52 Uhr |

Der bootfähige USB-Stick überprüft mit drei Virenscannern Macs und PCs auf Malware. Die Ergebnisse überraschen positiv, auf dem Mac ist der Aufwand aber dennoch zu groß.

In der Windows-Welt ist das Prinzip bekannt und bewährt: Man bootet von einer CD oder einem USB-Stick und prüft mit einem Virenscanner den kompletten Rechner auf Schadsoftware. Erstmals unterstützt der USB-Stick Fix Me Stick jetzt auch den Scan eines Mac-Rechners und verwendet dazu die Virenscanner von Kaspersky, Sophos und Vipre.

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Das Booten vom USB-Stick funktioniert bei vier unserer Test-Macs problemlos, die Bedienoberfläche ist schlicht, aber leicht verständlich. Eine drahtlose Apple-Maus lässt sich beispielsweise bequem mit Hilfe eines Assistenten einbinden. Allerdings funktioniert der Netzzugriff bei einem Mac Mini von 2009 nicht. Eine Internetverbindung per Ethernet oder WLAN ist aber notwendig, um aktuelle Virendefinitionen herunterzuladen. Das Scannen auf Schädlinge ist bei diesem Gerät deshalb nur mit den vorinstallierten und veralteten Virendefinitionen möglich.

Eine Aktualisierung des Stick ist nur unter Windows möglich. Vor dem Booten muss man über das Festplattendienstprogramm das so genannte Journaling der Festplatte deaktivieren. Das auf Linux basierende Prüf-System kann Viren sonst nämlich nur erkennen, und nicht löschen. Die englischsprachige Oberfläche des Systems führt Schritt für Schritt durch den Scanvorgang, vor dem Scan kann man einzelne Partitionen oder Ordner auswählen. Weitere Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Prüfdauer ist von Festplattengröße und -performance abhängig, bei einem Mac Mini mit einer 128 GB großen SSD dauert der Scan knapp 80 Minuten.

Gut: Das System überwacht die Mac-Temperatur und verlangsamt den Scan, falls eine Überhitzung droht. Erkannte Viren listet das Tool auf und bietet das Löschen an. Leider ist das Speichern der Scanergebnisse nicht möglich. Funktional gibt es an dem Stick wenig auszusetzen, die Mac-Kompatibilität ist gut und die Bedienung komfortabel. Der Sinn des aufwendigen Konzepts überzeugt uns allerdings nicht: Das Booten von einem externen Medium ist bei Windows-Rechnern sehr sinnvoll, etwa um Rootkits oder gut getarnte Malware aufzuspüren. Bei einem Mac gibt es dagegen unseres Wissens keine Schädlinge, die dies notwendig machen und sind bisher auch den Virenscannern auf dem USB-Stick nicht bekannt. Die gleichzeitige Prüfung durch drei Scanner liefert zwar höhere Sicherheit, für Mac-Anwender ist die Nutzung eines lokalen Scanners wie Bitdefender oder Sophos aber mehr als ausreichend.  So ist ein Mac während des Scans längere Zeit nicht benutzbar. Die Lizenz gilt für bis zu drei Macs, Aktualisierungen gibt es für ein Jahr.

Empfehlung Fix Me Stick

Einen Boot-Stick mit Mac-Kompatibilität zu erstellen, ist nicht gerade einfach, den Machern des Fix Me Sticks ist dies aber gut gelungen. Das Ergebnis steht nach unserer Meinung aber in keinem Verhältnis zum Aufwand, obwohl wir dem Stick angesichts der guten Umsetzung keine schlechte Note geben wollen. Viren sind auf dem Mac kein Problem und die Nutzung eines herkömmlichen Scanners ist bedeutend komfortabler.

Fix Me Stick

Preis: € 59 (ein Jahr und drei Geräte)

Note: 2,1 gut

Leistung (50%)    2,0

Ausstattung (30%)    2,5

Bedienung (10%)    2,5

Lokalisierung (10%)    1,0

Vorzüge: Drei Virenscanner, unterstützt Macs und PCs

Nachteile: Hoher Aufwand, Journaling muss deaktiviert werden

Alternativen: Lokal installierter Virenscanner

www.thefixmestick.de

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