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Test: Fujitsu Scansnap SV600

16.01.2014 | 12:44 Uhr |

Nicht jedes Dokument lässt sich mit einem Einzugsscanner oder einem Flachbettscanner erfassen. Der Overhead-Dokumentscanner SV600 schafft hier Abhilfe, zeigt aber Schwächen beim Buchscan

Dokumentenscanner gibt es etliche, doch verwenden diese in der Regel entweder das Prinzip des Aufsichtscans mit Dokumenteneinzug oder arbeiten mit einer doppelten Scanzeile mit automatischem Einzug. Bei beiden Verfahren müssen die Vorlagen jeweils eingezogen werden. Das ist bei Dokumenten mit vielen verschiedenen Formaten oder bei empfindlichen Originalen nachteilig oder sogar unmöglich.

Scan von oben

Beim ScansnapSV600 von Fujitsu sind die Scanzeile und die LED-Beleuchtung oben an einem Ständer angebracht und erfassen das Dokument aus der Entfernung. Die zu erfassenden Dokumente können bis zum Format DIN A3 groß sein, eine mitgelieferte schwarze Matte dient dazu, sie richtig zu positionieren. Man kann zudem nicht nur eine Vorlage erfassen, sondern gleichzeitig auch mehrere kleinere, die Scansoftware erkennt automatisch die einzelnen Dokumente. Außerdem bietet der Scansnap SV600 eigene Einstellungen, um Bücher zu scannen.

Der Scanner tastet Vorlagen von oben mit einigem Abstand ab, dadurch eignet er sich laut Hersteller auch für Bücher
Vergrößern Der Scanner tastet Vorlagen von oben mit einigem Abstand ab, dadurch eignet er sich laut Hersteller auch für Bücher
© Fujitsu

Neben dem Scansnap Manager, der für den Scanvorgang verantwortlich ist und die Dokumente entweder als PDF oder als JPEG-Bild speichert, gibt es noch weitere Mac-Programme: Organizer zur Dokumentverwaltung, Card Minder zur Erfassung von Visitenkarten und Abbyy Finereader für die Texterkennung. Der Scansnap Manager verfügt ebenfalls über eine OCR-Funktion , mit der man den Text im PDF hinterlegen kann, den Finereader benötigt man nur, wenn man den Text separat speichern möchte. Die gesamte Mac-Software muss man aus dem Netz laden, wobei man für die zusätzlichen Programme die Gerätekennung und die Seriennummer des Scanners angeben muss und dann einen Link zugesendet bekommt. Im Test akzeptiert die Fujitsu-Webseite wegen eines Fehlers die Seriennummer jedoch nicht, sodass wir die Hotline bemühen müssen, die uns dann den Link für den Download zusendet.

Software mit Einschränkungen

Als Grundeinstellung wählt man im Scansnap Manager zwischen flachen Dokumenten und Büchern, kann dies aber auch nach dem Scan noch auswählen. Im Test erfassen wir eine Reihe von alten, handgeschriebenen Briefen, einen älteren maschinengeschriebenen Text, mehrere Seiten aus der Macwelt, einige Visitenkarten sowie eine Reihe von Kapiteln aus Büchern unterschiedlicher Größe. Den Scan startet man entweder über einen Knopf am Fuß des Ständers oder kann ein Zeitintervall einstellen, für Bücher gibt es zudem eine Option zur Erkennung des Umblätterns, die jedoch im Test nicht immer zuverlässig funktioniert. Im manuellen Verfahren per Knopfdruck kommen wir auf rund sechs erfasste Seiten pro Minute, beim Umblättern der Bücher lassen sich auch mehr Seiten erfassen. Die Scanergebnisse fallen unterschiedlich aus, je nachdem, ob wir flache Einzeldokumente oder Bücher scannen. Bei flachen Dokumenten und Visitenkarten gibt es nichts zu meutern, und auch die Texterkennung der gedruckten Texte ist ordentlich, wenn auch nicht perfekt. Bei Büchern erkennt die Software aber oft die Seitengrößen nicht und erfasst komplett die gesamte Vorlagenmatte, sodass wir nachträglich die Eckpunkte setzen müssen, was umständlich und zeitaufwendig ist. Auch werden die Finger, die beim Festhalten der Buchseiten miterfasst werden, nicht automatisch entfernt. Zudem entzerrt die Software die Seiten nicht, was die nachträgliche Texterkennung beeinträchtigt. Interessanterweise wird es besser, wenn wir bei Büchern die Option für flache Vorlagen auswählen. Ob dies an der Mac-Software liegt und die Windows-Software bessere Ergebnisse liefert, haben wir nicht getestet.

Empfehlung & Fazit

Mit dem Scansnap SV600 lassen sich flache Vorlagen schnell erfassen und eine Texterkennung durchführen. Die Texte kann man dann entweder im PDF hinterlegen oder unter anderem im Word-Format speichern. Beim Scannen von Büchern enttäuscht die Software jedoch, die Ergebnisse sind auf dem Mac nicht zufriedenstellend.

Fujitsu Scansnap SV600

Hersteller: Fujitsu

Preis: € 700, CHF 865

Note: 2,6 befriedigend

Leistung (50%):                                   3,5    

Ausstattung (10%):                             2,0

Handhabung (30%):                            1,6

Ergonomie/Verbrauch (10%):              1,8

+ Schnell, gute Qualität bei flachen Vorlagen

- Buchseiten werden oft nicht richtig erkannt und nicht entzerrt

Ab OS X 10.7; Maße (B x T x H) 210 x 156 x 383 mm, Gewicht 3 kg; Stromverbrauch: Aus 0,1 W, Ein 7,3 W, Scannen 13 W

Alternativen: Sceye X A3

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