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Illustrator CS6 im Test

30.07.2012 | 13:51 Uhr |

Eine rundum erneuerte Arbeitsumgebung für Illustratoren und Designer verspricht Adobe mit der Renovierung des Vektorzeichenklassikers. Wir suchen die Highlights der neuen Version

Eine Augen schonende Benutzeroberfläche, einfacheres Gestalten von Mustern, besseres Nachzeichnen von Bildern und Erweiterungen bei Werkzeug- und Funktionspaletten – mit diesen Verbesserungen kann Illustrator in der aktuellen Version punkten. Mit der Unterstützung von 64 Bit unterstreicht Adobe den professionellen Anspruch des Programms, denn Illustrator erhält erstmals kompletten Zugriff auf den im System verfügbaren Arbeitsspeicher. Das unterbindet etwa beim Exportieren großer Dateien mit vielen Ebenen in das Format Photoshop lästige Fehlermeldungen und ermöglicht einen einwandfreien Export. Testdateien, deren Export Illustrator CS5.5 mit einer Fehlermeldung abbricht, lassen sich in Illustrator CS6 einwandfrei speichern. Je nach Aufgabe zeigt sich Illustrator allerdings speicherhungrig.

Mehr Tempo dank Mercury

Das Mercury Performance Sys­tem, das Berechnungen des Bildschirmaufbaus auf die Grafikkarte verlagert, macht sich bei unseren Aufgaben aus dem Grafikeralltag nicht besonders bemerkbar. Ausnahmen sind die neue Musterfunktion, der Webexport und der Gaußsche Weichzeichner, der sogar deutlich profitiert. Schade, dass bei der Gelegenheit nicht auch das stufenlose Zoomen von Photoshop in Illustrator Einzug gehalten hat.

Bessere Oberfläche

Neben der Möglichkeit, die Helligkeit der Oberfläche in groben Schritten oder per Schieberegler den Vorlieben des Anwenders anzupassen, haben auch alle Symbole eine Überarbeitung erfahren und viele Paletten sind in Details verbessert. Hier hat sich Adobe sogar mehr ausgedacht, als bei der neuen Photoshop-Oberfläche (siehe Macwelt 7, Seite 42). Aus der Werkzeugpalette lassen sich versteckte Werkzeuge nicht nur dauerhaft lösen, sie lassen sich auch zu einer vergrößerten Werkzeugpalette andocken. Mit den Doppelpfeilen lassen sich Werkzeugsymbole wahlweise horizontal oder vertikal ausrichten. Für die bessere Auswahl von Farben kann man die Farbpalette am rechten unteren Palettenrand mit der Maus aufziehen und das Farbauswahlfeld vergrößern. Wählt man als Farbmodell „Websicheres HTML“, erscheint ein Eingabefeld mit dem Hexadezimalwert der gewählten Farbe. Alternativ kann man einen Farbwert eintippen oder aus einem anderen Programm kopieren. Das klappte schon in der Vorversion, ist jetzt aber weitaus eleganter gelöst.

Illustrator CS6 - Steckbrief

Hersteller : //www.adobe.com/de:Adobe
Preis: € 772;  CHF 1290; Upgrade
ab € 296, CHF 320; Abonnement monatlich ab € 22 / CHF 26
Note: 1,4 sehr gut
Leistung (40 %)    1,5
Ausstattung (30 %)    1,5
Handhabung (20 %)    1,0
Dokumentation (10 %)    2,0
Vorzüge: 64-Bit-Unterstützung, Grafik-Engine für schnelleren Bildschirmaufbau, verbesserte Benutzerschnittstelle
Nachteile: Teilweise noch alte Dialogfenster, Grafik-Engine unterstützt nicht alle Filter, inkonsistente Tastaturkurzbefehle
Alternative: iDraw, Artboard, Vector Designer, Mac Draft Pro, Lineform
Ab OS X 10.6.8, Mac mit Intel-Prozessor, mindestens 2 GB RAM empfohlen

Neue Namen auf Doppelklick

In den Listenansichten verschiedener Illustrator-Paletten (Ebenen, Farbfelder, Pinsel und Zeichenflächen) kann man Bezeichnungen des Listeneintrags direkt per Doppelklick auf den Namen verändern, ohne Umweg über ein Dialogfeld. Es hat 20 Jahre gedauert, bis Illustrator-Anwendern in diesem Bereich die gleiche Funktionalität wie in Photoshop zur Verfügung steht.

Die jetzt standardmäßig in Grau gehaltene Arbeitsfläche kann unabhängig von der Benutzeroberfläche dauerhaft in Weiß dargestellt werden. Wer sich durch die zahlreichen Dialoge der Software arbeitet, stellt jedoch fest, dass bei weitem noch nicht alle Fenster das neue, veränderbare Aussehen haben. Immerhin hat Adobe in allen Dialogboxen die Knöpfe zum Bestätigen und Abbrechen in die rechte untere Ecke gesetzt. In der Vorgängerversion sind sie noch an unterschiedlicher Stelle in den Dialogboxen zu finden.

Das ist neu

  • „Mercury“-Beschleunigung des Bildschirmaufbaus und 64 Bit Unterstützung für bessere Ausnutzung verfügbaren Arbeitsspeichers

  • Verbesserte Mustererstellung mit eigener Palette und interaktivem Werkzeug

  • Neue Palette für die Steuerung der überarbeiteten Nachzeichenfunktion

  • Individuelle Konfiguration der Werkzeugpalette mit andockbaren Werkzeugsymbolen

  • Verläufe lassen sich in verschiedenen Ausrichtungen auf Pfade legen

  • Beschleunigter Gaußscher Weichzeichner

  • Farbspektrum der Farbpalette lässt sich für genauere Farbwahl aufziehen und der Hexadezimalwert für Webdesigns ausgeben

  • Verbesserte Transformierenpalette kann die Linien und Effekte in die Transformation einbeziehen

  • Erweiterte typografische Funktionen in der Zeichenpalette

  • Versteckte Werkzeuge lassen sich an die Palette andocken

  • Verbesserte Palettentransparenz, Control Panel

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