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Test: Hackerserie Mr. Robot als iOS-Spiel

15.09.2016 | 11:56 Uhr |

Eben noch im Fernseher, schon auf auf dem iPhone: In dem Text-Messaging-Game chattet man unter anderem mit der toughen fsociety-Hackerin Darlene. Auch für Android erhältlich.

"Mr. Robot:1.51exfiltrati0n.ipa" ist der ausführliche, angemessen nerdige Name des Spiels, das für iOS und Android erschienen ist. Darin wird man Teil der Hacker-Verschwörung gegen E-Corp, eines weltweiten Konglomerats mit einem fast monopolistischen Einfluss auf die globale Konsumentenkredit-Industrie. Für die Hacker ist E-Corp nichts anderes als synonym mit "Evil Corp". Diese und deren digitale Basis in Gestalt des genutzten Download-Servers von Steel Mountain per Computer-Hack zu infiltrieren und deaktivieren, ist Hauptthema der ersten Staffel von Mr. Robot, die exklusiv bei Amazon Prime erscheint. Wo man jetzt übrigens schon die zweite Staffel fast zeitgleich mit der Veröffentlichung in den USA verfolgen kann. Doch Mr. Robot:1.51exfiltrati0n.ipa spielt während der ersten Folgen der ersten Staffel. Wer diese noch nicht gesehen hat, sollte das rasch nachholen. Erst dann versteht man eigentlich den Reiz dieses reinen Text-Adventures so richtig.

Brisant: Darlenes Handy macht uns zum Mitverschwörer

Es beginnt damit, dass wir ein Handy finden, dass ausgerechnet Darlene gehört. Sie steht in einer besonderen Beziehung zu Elliott, im Grunde der Hauptfigur in Mr. Robot, der aber ohne sein Alter Ego – nämlich Mr. Robot, gespielt von Mit-Produzent Christian Slater - gar nicht zu denken ist. Wenn wir uns hier bisweilen etwas nebulös ausdrücken, dann liegt das daran, dass für Nichtkenner der Serie nicht zu viel verraten werden soll. Doch mit ein paar Grundzügen ausgestattet, vermutet man schon, welche Vorbereitungen unsere Meister-Hacker treffen. Und dass wir dort nur durch den freilich sehr unwahrscheinlichen Fall hineingeraten sind, ausgerechnet Darlenes Smartphone zu finden. Nun werden wir auch im Dialog mit Elliot ("E") Teil der Verschwörung, ob wir gewissermaßen wollen oder nicht, und nehmen durch unsere Entscheidungen einen gewissen Einfluss auf die weiteren Geschehnisse. Dazu nutzen wir ausgerechnet die Messenger-App des Gegners, also von E-Corp, die uns Zugang zu vielen Personen und Files wie Patches und anderes ermöglicht.

Nicht zimperlich: Unterwegs als Erpresser und Identitätsdieb

So müssen wir nicht nur unseren Handy-Besitz rechtfertigen, sondern andere Mitarbeiter von E-Corp unter Druck setzen, ja erpressen, um an bestimmte Login-Daten zu kommen. Da in einem Fall der Sohn unseres Opfers involviert ist, gilt es ja auch ethische Entscheidungen zu treffen, ob beispielsweise per Chat eine bestimmte äußerst pikante Mitteilung an diesen Sohn gemacht wird oder nicht. Diese könnte das Leben des Vaters sozial und beruflich praktisch zerstören. Also muss, wer die Situation einigermaßen reinen Gewissens überstehen will, andere Wege finden.

Live-Chatten fast perfekt simuliert

Während eines Chats stehen uns immer diverse Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, meistens drei. Freien Text tippen geht aber nicht. Dennoch wird man sofort in das Geschehen hineingezogen, zumal noch andere Chat-Gruppen auftauchen, bei denen es um alltägliche Trivialitäten geht und die ganz schön nerven können. Haben wir reagiert, kommen Antworten oft in Echtzeit, man sieht schon eine Sprechblase mit drei animierten Pünktchen, die den Moment des Schreibens des Chat-Partners simulieren. Manchmal aber muss man sehr lange warten, bis etwas Neues passiert, bisweilen über 24 Stunden. Offenbar lag das anfangs aber auch an einem Bug der App, die mit einem neueren Update aus der Welt geschafft wurde. Voraussetzung für die App ist ein iPhone oder iPad ab iOS 6.0.

Zur Untermalung läuft optional eine softe Elektro-/Technomusik, die leider nicht immer funktionierte, aber im Zweifel auch verzichtbar ist.

Fazit und Empfehlung

Wir sind mit unseren Chats noch nicht am Ende, aber immer noch angetan, zumal sich die Situation gerade dramatisch zuspitzt. Konzentration ist nötig, oder gelegentliches Zurückscrollen in den Chats, um den Überblick im Geschehen nicht zu verlieren. Ohne hier in die Details der Geschichte zu gehen, die übrigens ausschließlich auf Englisch präsentiert wird: Wer Mr. Robot liebt, wird auch dieses Spiel mögen, obwohl es leider ohne schauspielerischen Einsatz auskommen muss. Doch tatsächlich fühlt man sich wie Teil des Kampfes der Hackergemeinschaft fsociety gegen das rücksichtslos kapitalistische E-Corp aka Evil Corp. Die 2,99 Euro für das Spiel im Mac App Store sind für Mr. Robot-Fans gut angelegt.

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