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Test: Hochauflösende Monitore

09.10.2013 | 16:23 Uhr |

Vergleichbare Bildschirme zu Apples großem Display gibt es einige. Doch können die deutlich preiswerteren Monitore mit Apples 27-Zoll-Bildschirm qualitativ mithalten? Wir haben drei Kandidaten getestet.

Apple hatte mit dem ersten verglasten Cinema-Display  vorgelegt, doch praktisch jeder namhafte Hersteller hat sie mittlerweile im Programm: hochauflösende 27-Zoll-Bildschirme mit der nativen Auflösung von 2560 mal 1440 Bildpunkten. Die erfreuliche Folge sind die in letzter Zeit deutlich gesunkenen Preise. Die von uns getesteten drei Bildschirme kosten alle um die 500 Euro und damit nur rund die Hälfte des Apple-Thunderbolt-Displays bei gleicher Auflösung. Wir haben uns die drei Testkandidaten genauer angesehen und sagen Ihnen, ob sie mit dem Apple-Bildschirm mithalten können. Die 2560er-Monitore können gegenüber den Full-HD-Modellen deutlich mehr Inhalte anzeigen. Die Geräte eignen sich somit für alle Anwender, die große Datenmengen übersichtlich verarbeiten wollen.

Asus PB278Q

Der TFT-Bildschirm Asus PB278Q basiert wie das Apple-Display auf einem hochwertigen Panel, das die Blickwinkelabhängigkeit minimiert. Mit 2560 mal 1440 Bildpunkten stellt der Asus PB278Q deutlich mehr Inhalte dar als ein TFT-Bildschirm mit der Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Bildpunkte). Das Asus-Modell wirkt seiner Bilddiagonale entsprechend ziemlich groß, zumal der Panelrand mit rund zwei Zentimetern recht breit ist. Das Panel ist gut entspiegelt und lässt sich auch bei hellen Lichtverhältnissen gut nutzen. Der 27-Zöller liefert ein sehr scharfes, detailgetreues Bild mit guter Helligkeit und gutem Kontrast. Der TFT-Bildschirm deckt laut Asus den kompletten sRGB-Farbraum ab. In der Praxis liefert der Asus PB278Q eine kräftige und sehr natürliche Farbdarstellung. Die Helligkeitsverteilung ist über den gesamten Bildschirm homogen, die Blickwinkelabhängigkeit ist durch das PLS-Panel gering. Durch die hauseigene Splendid-Video-Intelligence-Technik soll eine verbesserte Wiedergabe von bewegten Bildern gewährleisten. Die Ergebnisse in der Praxis bei Videos und schnellen Spielen sind durchaus gelungen.

Asus PB278Q
Vergrößern Asus PB278Q
© Asus

Der Asus PB278Q bietet ein umfangreiches Schnittstellenangebot. Neben den digitalen Anschlüssen Displayport, HDMI und Dual-Link-DVI besitzt der TFT-Bildschirm einen VGA-Port und Kopfhörer- sowie Audio-Ausgang. Positiv: Für alle Video-Schnittstellen sind entsprechende Kabel im Lieferumfang. Integrierte Stereo-Lautsprecher liefern einen annehmbaren Sound.

Handhabung: Auch hier lässt der Asus PB278Q kaum Wünsche offen. Der TFT-Bildschirm lässt sich optimal an den Arbeitsplatz anpassen. Das Panel ist zwölf Zentimeter in der Höhe verstellbar, dreh- und kippbar gelagert. Zusätzlich bietet der Asus PB278Q eine Pivot-Funktion, ist also auch hochkant zu betreiben. Für einen TFT-Bildschirm dieser Größe und Auflösung liegt der Stromverbrauch auf sehr niedrigem Niveau. Der Asus PB278Q benötigt im Betrieb lediglich 42 Watt. Im Standby-Modus geht der Bedarf auf 0,6 Watt zurück - das ist im Vergleich recht viel.

Asus PB278Q

Preis: € 490, CHF 603

Note: 1,9 gut

Leistung (50%) 1,6

Ausstattung (20%) 2,2

Handhabung (20%) 2,0

Ergonomie (10%) 1,8

Vorzüge: hohe Auflösung, gute Helligkeit, guter Kontrast, hohe Bildschärfe, sRGB-Farbraum

Nachteile: hoher Stromverbrauch im Standby-Modus

Alternative: Benq BL2710PT, Iiyma Prolite XB2779QS, Apple Thunderbolt Display

Benq BL2710PT

Wie das Asus-Modell wendet sich auch das Benq-Display an den professionellen Anwender. Der 27-Zöller präsentiert sich in einem zeitlos schlichten Design mit schmalem Panel-Rand. Auch dieser Monitor beherrscht laut Hersteller den kompletten sRGB-Farbraum. Im Test zeigt der BL2710PT ein sehr gutes Bild. Gegenüber dem Asus-Produkt ist die Darstellung dank eines höheren Kontrastes nochmals intensiver – bei einer natürlichen neutralen Farbwiedergabe. Über den gesamten Bildschirm ist die Ausleuchtung ziemlich gleichmäßig und homogen. Durch das hochwertige AHVA-Panel gibt es auch bei seitlichem Blickwinkel praktisch keine Farb- und Kontrastabweichungen. Die Bildschärfe liegt auf hohem Niveau. Mit einigen elektronischen Funktionen erhöht Benq die Bildqualität zusätzlich. Der Eye Protect Sensor passt die Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht an, eine spezieller CAD/CAM-Modus verbessert die Wiedergabe feiner Linien.

Benq BL2710PT
Vergrößern Benq BL2710PT
© Benq

Ausstattungs-Schmankerl sind zwei integrierte USB-3.0-Schnittstellen. Daneben bietet der Benq BL2710PT - ähnlich den beiden Mitbewerbern - Anschlüsse für Displayport, DVI, VGA und HDMI. Die beiden integrierten 3-Watt-Lautsprecher liefern einen mittelmäßigen Sound.

Wie das Asus-Modell bietet der Benq-Bildschirm die wichtigen ergonomischen Einstellmöglichkeiten. In der Höhe lässt sich der Monitor über 15 Zentimeter verstellen. Daneben ist er dreh- und neigbar gelagert. Die Pivot-Funktion erlaubt den Betrieb hochkant, mit automatischer Anpassung des Bildinhaltes. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die mitgelieferte Software installiert und die gibt es leider nur für Windows.

Der Stromverbrauch liegt auf dem Niveau des Asus-Gerätes und damit 50 Prozent und dem Mitbewerber von Iiyama. 44 Watt im Betrieb sind für einen Bildschirm dieser Größe nicht viel. 0,4 Watt im Standby-Modus sind jedoch zu hoch.

Benq BL2710PT

Preis: € 535, CHF 658

Note: 1,7 gut

Leistung (50%) 1,5

Ausstattung (20%) 2,2

Handhabung (20%) 1,9

Ergonomie (10%) 1,8

Vorzüge: hohe Auflösung, natürliche Farbwiedergabe, sRGB-Farbraum, Ergonomie

Nachteile: Verbrauch im Ruhemodus zu hoch

Alternative: Asus PB278Q, Iiyma Prolite XB2779QS, Apple Thunderbolt Display

Iiyama Prolite XB2779QS

Auf den ersten Blick fällt der 27-Zöller durch sein dem Apple Display ähnliches Design auf. Auffällig ist das hinter einer Glasscheibe liegende Panel. Allerdings ist der Bildschirm in einem Kunststoff-Gehäuse untergebracht und nicht in Aluminium gefasst. Durch den schmalen Panel-Rand wirkt Iiyama-Monitor nicht so wuchtig wie etwa das Asus-Gerät. In Sachen Bildqualität liegt der Bildschirm in etwa auf dem Niveau der beiden Mitbewerber. Die Bildschärfe und Helligkeit ist überzeugend. Der Kontrast von über 1600:1 liefert die kräftigsten Farben aller drei Bildschirme, die zudem natürlich und neutral wirken. Die Helligkeitsverteilung ist homogener als beim Asus-Bildschirm jedoch nicht so gut wie beim Benq-Modell. Durch das IPS-Panel gibt es nur eine minimale Blickwinkelabhängigkeit.

Iiyama Prolite XB2779QS
Vergrößern Iiyama Prolite XB2779QS
© Iiyama

Wie die beiden anderen Testkandidaten bietet das Iiyama-Gerät ein umfangreiches Schnittstellen-Angebot: Displayport, HDMI, DVI und VGA sind an Bord. Ein Thunderbolt-Eingang fehlt allerdings wie bei den beiden anderen Testmodellen. Die beiden integrierten Stereo-Lautsprecher liefern eine vergleichbare – ordentliche – Klangqualität. USB-Schnittstellen besitzt der XB2779QS nicht. Bis auf ein VGA-Kabel liefert Iiyama alle digitalen Anschlusskabel mit.

Gegenüber den beiden Mitbewerbern fehlt dem Iiyama-Modell die Pivot Funktion. Durch die Höhenverstellbarkeit sowie die dreh- und neigbare Lagerung lässt sich der Bildschirm jedoch optimal an den Arbeitsplatz anpassen.

Der Iiyama Prolite XB2779QS verbraucht im Betrieb mit rund 62 Watt 50 Prozent mehr Strom als die beiden anderen Monitore – das ist viel. Auch der Verbrauch im Standby-Modus kann mit 0,6 Watt nicht überzeugen.

Iiyama Prolite XB2779QS

Preis: € 460, CHF 567

Note: 2,0 gut

Leistung (50%) 1,6

Ausstattung (20%) 2,2

Handhabung (20%) 2,1

Ergonomie (10%) 2,4

Vorzüge: hohe Auflösung, sehr helles und kontrastreiches Bild, in der Höhe verstellbar

Nachteile: Stromverbrauch im Betrieb und Ruhemodus hoch

Alternative: Benq BL2710PT, Iiyma Prolite XB2779QS, Apple Thunderbolt Display

Kaufempfehlung und Fazit

Die drei getesteten hochauflösenden Monitore geben sich in Sachen Bildqualität, Handhabung und Ausstattung nicht viel – mit leichten Vorteilen für das Benq- und Asus-Modell. Alle liegen auf einem guten bis überdurchschnittlichem Niveau. Damit eignen Sie sich auch für professionelle Anwender, die mit großen Datenmengen umgehen müssen und sie übersichtlich auf einem einzigen Bildschirm haben wollen. Und wer auf Apples Design verzichten kann, bekommt eine dem Apple Display vergleichbare Bildqualität zum halben Preis. Gegenüber den drei getesteten Geräten liefert das Apple-Modell dank des klaren Bildschirmes eine brillanterer Wiedergabe - mit dem Nachteil ziemlich starker Spiegelungen. Andererseits bieten die Mitbewerber praktische Leistungsmerkmale wie etwa die optimale ergonomische Anpassung an den Arbeitsplatz und eine Pivot-Funktion.

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