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Externe Festplatte mit Netzwerk-Anschluss

29.10.2009 | 13:35 Uhr |

Mit der Festplatte 351UNE will IO Cell eine neue Geräteklasse etablieren: einfache Bedienbarkeit und hoher Datendurchsatz von USB- und Firewire-Platten, gepaart mit Netzwerkfunktionen.

Netzwerkfestplatten (NAS) können zentrale Datenspeicher für den ganzen Haushalt sein. Backups, Musik und Dokumente kann man hier zentral ablegen und von jedem Rechner im Haushalt nutzen. Das getestete Modell 351 UNE zählt zu NDAS-Bauart. Hier wird die festplatte zwar direkt über einen Switch oder Router an an ein Netzwerk angeschlossen, zeigt sich auf dem Rechner aber als lokale Festplatte.

Ganz neu ist die Idee nicht: Netgear hat dies vor ein paar Jahren recht erfolglos mit der als "Toaster-Schweinchen" belächelten Speicherlösung SC101 versucht. Diese erinnerte optisch an eine Mischung aus Toaster und Sparschwein. An den prinzipiellen Problemen dieses Geräts hat sich bis heute nichts geändert und so plagen sie denn auch das 351UNE:

Damit der Mac das Laufwerk 351UNE im Netzwerk finden kann, ist ein spezieller Mac-Treiber nötig. Um nach dessen Installation Zugriff auf das Storage zu erhalten, muss der Besitzer eine Seriennummer nebst Pin eingeben. Beide Informationen finden sich auf der Unterseite des Geräts. Der Anwender muss also nicht nur zum Storage laufen, sondern es auch im Betrieb bewegen - nicht unkritisch bei laufender Festplatte.

Falsche Formatierung

Ist dies erledigt, würde das 351UNE den Anwender mit durchaus respektablen Datenraten von 64 MByte/s beim Schreiben und rund 53 MByte/s beim Lesen erfreuen. Doch da die verbaute Festplatte ab Werk mit dem Windows-Dateisystem NTFS formatiert ist, kann der Mac zwar Daten lesen, aber nicht schreiben. Daher muss man die Platte mithilfe des Festplattendienstprogramms vor dem ersten Zugriff formatieren. Auch den Typ der Partitionstabelle muss der Nutzer umzustellen. Leider sind beide Punkte nicht in der Dokumentation erwähnt. Die meisten Anwender dürften daher schon an dieser Stelle scheitern.

Problematisch ist auch, dass der gleichzeitige Zugriff auf das 351UNE durch mehrere Clients zwar unter Windows, nicht aber von Macs aus möglich ist. Damit verliert das Laufwerk einen der größten Vorteile vernetzter Datenspeicher. Am USB-Port direkt angeschlossen fallen aber die Übertragungsraten auf 28 MByte/s beim Schreiben und 35 MByte/s beim Lesen. Ein weiteres Problem ergibt sich in gemischten Umgebungen direkt aus der Tatsache, dass das 351UNE wie eine lokale Festplatte angesprochen wird. Um unterschiedlichen Rechnersystemen den gemeinsamen Zugriff auf die Daten zu ermöglichen, ist der kleinste gemeinsame Nenner für das Dateisystem zu wählen: FAT32. Dies beschränkt die maximale Dateigröße auf vier Gigabyte.

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Rückansicht des IO Cell 351UNE
Vergrößern Rückansicht des IO Cell 351UNE
© IOCell

Insgesamt hinterlässt das 351UNE einen zwiespältigen Eindruck. Die Basis-Funktion ist vorhanden, die Geschwindigkeit im Netzbetrieb sehr gut - wenngleich auch nicht so überragend wie vom IO-Cell-Marketing versprochen. Doch die hakelige Installation und die Probleme im Parallelbetrieb sowie die durch das Dateisystem vorgegebenen Einschränkungen in gemischten Umgebungen lassen genug Raum für deutliche Verbesserungen. Vorsichtig sollten auch Anwender von Snow Leopard sein: Für das neueste Mac-Betriebssystem existiert bislang nur ein Alpha-Treiber in 32-Bit-Ausführung.

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