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Test: Indesign CC 2014

02.10.2014 | 16:43 Uhr |

Indesign ist ein Teil der mittlerweile mächtig angewachsenen Creative Cloud von Adobe. Wir haben uns das Satz- und Layoutprogramm angesehen

Seit der letzten Aktualisierung hat Adobe sich ein gutes halbes Jahr Zeit gelassen und präsentiert unter der Bezeichnung Indesign CC 2014 eine Überarbeitung. Der Hersteller konzentriert sich auf produktivitätssteigernde Details, die wenig spektakulär erscheinen. Doch bei näherem Hinsehen finden sich Perlen.

Tabellen, EPUB und Farben

Die erste spannende Neuerung betrifft die Handhabung von Tabellen. Bisher war es eine Bastelarbeit, Zeilen oder Spalten innerhalb von Indesign-Tabellen an eine andere Position zu bringen. Die überarbeitete Tabellenfunktion ermöglicht es, die gewünschten Tabellenelemente per Drag-and-drop zu verschieben. Dazu wählt der Anwender die gewünschte Zeile oder Spalte aus. Bewegt er den Mauszeiger auf den aktiven Bereich ändert sich das Symbol. Jetzt kann das aktivierte Element beliebig verschoben werden.

Wer Spalten oder Zeilen von Tabellen umorganisiert, kann das jetzt per Drag-and-Drop tun.
Vergrößern Wer Spalten oder Zeilen von Tabellen umorganisiert, kann das jetzt per Drag-and-Drop tun.

Eine Eigenschaft von Epub-Dokumenten ist, dass sie sich dynamisch an Ausgabegeräte anpassen. Das hat zur Folge, das Dokumente auf verschiedenen Displaygrößen unterschiedlich aussehen. Bestimmte Dokumente benötigen ein fixiertes Layout, um die Zuordnung zwischen Bild und Text nicht dem Zufall zu überlassen. Indesign kann in der aktuellen Version Epub-Layouts fixieren.

Beim Export als EPUB-Dokument kann das Layout fixiert werden.
Vergrößern Beim Export als EPUB-Dokument kann das Layout fixiert werden.

Beim Export des Dokumentes hat der Anwender jetzt die Auswahl zwischen „Anpassbares“ und „Festes“ Layout. Um Farben übersichtlicher zu organisieren, hat Indesign die Funktion der Farbgruppen von Illustrator geerbt. Neben Farb- und Verlaufsfeldern können Indesign-Farben jetzt zusammengefasst als Gruppe verwaltet werden. Das Behance-Portal dient Adobe-Anwendern aller Disziplinen als Plattform, kreative Leistungen öffentlich zu präsentieren. Mit der vorliegenden Indesign-Version ist es jetzt möglich, gestaltete Werke dort zu publizieren. Das geschieht über den Befehl „Datei > Auf Behance teilen …“.

Indesign CC 2014 – Das ist Neu

· Überarbeitetes Tabellenwerkzeug

· Fixiertes EPUB Layout

· Update übernimmt individuelle Einstellungen

· Farben in Gruppen verwalten

· Behance für Präsentation von Indesign-Dokumenten

· Effekte skalieren

· Suchfunktion verbessert

· QR-Code verbessert

· Austausch von Paketen kompatibler

· Ohne Umwandlung als PDF drucken

Effekte und Kompatibilität

Bei der Handhabung von Objekten ist die Funktion hinzugekommen, Effekte zu skalieren. Hat der Gestalter einen Schlagschatten auf ein Objekt angewendet und dieses skaliert, blieben die Parameter wie Abstand oder Versatz immer gleich, egal wie stark das Objekt verkleinert oder vergrößert wurde. Jetzt ist es möglich, den Effekt mit der Größe des Objektes zu verknüpfen. Bei der Suche nach Text, GREP-Ausdrücken und Glyphen kann der Anwender jetzt die Richtung der Suche auswählen. Mit der Option „Rückwärts“ kann nun auch vorheriges gesucht werden. Die Option „Weiter“ ermöglicht die klassische Vorwärtssuche. Verankerte oder verschiebbare Objekte, die Teil einer Fußnote sind, lassen sich mit Textumfluss versehen. Indesign kann Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen. Diese zusammengeführten Daten können auch Informationen enthalten, aus denen sich QR-Codes generieren lassen. Auf diesem Wege kann die Herstellung solcher Codes automatisiert werden.

Die Suchen/Ersetzen Funktion kann optional auch rückwärts suchen.
Vergrößern Die Suchen/Ersetzen Funktion kann optional auch rückwärts suchen.

Um die Zusammenarbeit von Agenturen und Verlagen zu verbessern, die mit unterschiedlichen Versionen von Indesign arbeiten kann beim Verpacken neben Komponenten wie Schriften, Indesign-Dokument und Verknüpfungen auch PDF und IDML-Dateien in ein Indesign Paket eingebettet werden. Anwender, die Drucker besitzen, in die eine PDF-Engine eingebaut ist, profitieren vom PDF-Passthrough-Druck. Damit kann ein Indesign-Dokument über diese Engine direkt ausgegeben werden, ohne vorher in ein PDF-Dokument exportiert zu werden. Ferner verspricht Adobe, dass bei der Migration auf aktualisierte Versionen individuelle Einstellungen wie Arbeitsumgebungen und eigene Tastaturkürzel erhalten bleiben.

Empfehlung Adobe Indesign CC 2014

Abonnenten der Creative Cloud kommen automatisch in den Genuss der Verbesserungen von Indesign. Das vom Adobe Support seit März anerkannte Problem des hohen Energieverbrauchs durch die Adobe Creative Cloud App ist durch die Aktualisierung nicht gelöst. CC 2014 Anwender sollten, sofern sie mit einem Mobilgerät unterwegs sind, diese App vorübergehend beenden. Die Batterielaufzeit verringert sich sonst dramatisch.

 Preis: Einzelprodukt: 24,59 €/Monat; als Teil der CC 2014: 61,49 €/Monat

Note: 1,7 gut

Leistung (40%) 1,8

Ausstattung (30%) 1,6

Handhabung (20%) 1,6

Dokumentation (10%) 2,0

Vorzüge: Verbesserte Kompatibilität des Datenaustauschs, viele produktivitätssteigernde Neuerungen

Nachteile: Hoher Energieverbrauch der Creative Cloud App

Alternative: Quark XPress , Affinity Designer

Ab Mac OS X 10.7

Adobe, www.adobe.com/de/products/indesign.html

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