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Test: LG 34UM95 mit Thunderbolt-Anschluss

02.07.2014 | 17:10 Uhr |

LG bringt mit dem 34UM95 sein erstes Hardware-kalibrierbares Breitbild-Displays im 21:9-Format heraus. Es soll einerseits das Arbeiten mit Office-Dokumenten erleichtern und andererseits den Unterhaltungswert von Filmen und Spielen steigern

Das 34 Zoll (86,36 cm) große Display wartet mit einer Auflösung von 3440 mal 1440 Pixel im Cinemascope-Format von 21:9 auf. Das 4,95 Mio. Pixel umfassende AH-IPS-Panel besitzt eine aus weißen LEDs bestehende Hintergrundbeleuchtung und soll den sRGB-Farbraum zu 99 Prozent abbilden. Dank Hardware-Kalibrierung, integriertem Farbmanagement und matter Displayoberfläche eignet sich der Bildschirm auch für professionelle Anwendungen. Mit dem Mac kommuniziert das Display über Thunderbolt (2x), HDMI (2x) oder DisplayPort. USB 3.0 und Audio-Out komplettieren die umfangreiche Schnittstellenausstattung ab. Der Bildschirm ist neigbar und in zwei Stufen höhenverstellbar. Über die Dual-Link-up-Funktion können dank Picture-by-Picture (nur über HDMI) zwei Geräte gleichzeitig am Monitor betrieben werden. Zum Lieferumfang gehören die Kalibrierungs-Software True Color Finder sowie eine Split-Screen-Software. Knapp 1000 Euro muss ein potentieller Anwender für den Monitor berappen.

Installation

Die Split-Screen-Software erlaubt dem Anwender, die Inhalte auf dem ausgesprochen breiten Bildschirm zu organisieren. So kann dieser in bis zu vier Teilbereiche unterteilt werden, sodass sich etwa mehrere gleichzeitig geöffnete Dokumente in einer Anwendung bequem nebeneinander platzieren lassen. Über die Systemeinstellungen kann die Funktion deaktiviert werden. Gibt man einen Film wieder, lässt sich über das OSD das Seitenverhältnis anpassen. Neben Breitbild und 1:1 stehen Cinema 1 und Cinema 2 zur Verfügung, die je nach Untertiteleinblendung den schwarzen Rahmen minimieren.

Die Kalibrierungs-Software True Color Finder ist eine LG-Eigenentwicklung. Ärgerlich ist, dass sie den Dienst verweigert, solange sich der i1Profiler auf unserem Rechner befindet. Erst nach einer Deinstallation der X-Rite-Software können wir die Anwendung nutzen. Oops, fast, denn die Software kann den Monitor nur über USB steuern. Ein entsprechendes USB-Kabel gehört jedoch nicht zum Lieferumfang. Die Kalibrierung geht dann aber problemlos vonstatten. Wegen des vom Panel ausgehenden Standfarbraums stehen als Arbeitfarbräume quasi nur sRGB und PAL/HDTV zur Auswahl. Luminanz, Farbtemperatur und Gamma sind schnell ausgewählt und nach knapp 8 Minuten ist der Bildschirm kalibriert.

Test

Zunächst vermessen wir den Bildschirm im unkalibrierten Zustand. Die drei Presets Foto, Cinema und Spiel taugen für professionelles Arbeiten wenig. Vielmehr geben sie dem Anwender eine allgemeine Empfehlung. Über einen Joystick am unteren Bildschirmrahmen können die einzelnen Bildmodi schnell angepasst werden. Interessant ist hier der sogenannte Lesemodus, bei dessen Aktivierung die Blauanteile im Backlight reduziert werden, was die Augen schonen soll. Gamer haben die Möglichkeit, die Reaktionszeit des Panels zu optimieren. Gleich vier Modi bietet der 34UM95 an. Die Unterschiede sind jedoch gering. Bei der von uns vermessenen Schaltzeit der Flüssigkristalle beim Wechsel von Schwarz auf Weiß und zurück reichen sie von 15,8 ms (Modus schnell) bis zu 20,0 ms (Modus Aus). Die Werte sind für ein IPS-Panel klasse; im Vergleich zu einem TN-Panel sind sie jedoch nicht befriedigend.

Nach der Kalibrierung auf sRGB macht der Bildschirm ein ausgesprochen gutes Bild. Weißpunkt, Schwarzwert und Graubalance sind spitze. Dank der Hardware-Kalibrierung bemerken wir auch keine Tonwertverluste. Allein die Softprooffähigkeit für ISOcoated v2 (max. Farbabweichung 9,6 Delta E) und die Homogenität (max. Helligkeitsabweichung 14%) lassen etwas zu wünschen übrig. Abschließend messen wir noch die Energieaufnahme. Bei maximaler Helligkeit beträgt sie 73,3 Watt, bei praxisrelevanten 120 cd/qm sind es noch 46,4 Watt, im Standby 0,7 Watt und ausgeschaltet schließlich 0,3 Watt. Das sind gute Werte.

Empfehlung

Während der Support für OS X beim ersten 21:9-Breitbild-Display von LG, dem 29EA93, noch Wünsche offen ließ, ist der 34UM95 für Mac-Anwender uneingeschränkt nutzbar. Mehrere Dokumente lassen sich auf dem Breitbild-Panel dank Screen-Split-Software besser als auf herkömmlichen Displays verwalten und die Kalibrierungs-Software sorgt darüber hinaus für verlässliche Farben, allerdings beschränkt auf den sRGB-Farbraum. Eine noch überzeugendere Figur macht das Display jenseits der Stechuhr, wenn es um Unterhaltung und das Darstellen von Fotos und Videos sowie ein Spiel geht. Wegen der beiden Thunderbolt-Ports ist es zudem eines der wenigen Displays, das sich direkt auch am jüngsten Mac Pro betreiben lässt.

LG 34UM95

Hersteller: LG

Preis: € 1000, CHF 1214

Note: 1,9 gut

Leistung (40 %) 2,0

Ausstattung (30 %) 1,8

Handhabung (20 %) 1,8

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 2,0

+ Sehr gute Bildqualität, blickwinkelstabil, viele Anschlüsse

- Inkompatibilitäten der Kalibrations-Software

Alternativen: Philips 298P4QJAB , AOC q2963Pm

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