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Test Lacie 5big Thunderbolt

10.06.2013 | 11:33 Uhr |

Fünf 3,5-Zoll-Festplatten passen in das Lacie 5big Thunderbolt. Dieser Speicher für Profis ist im Test zwar flott, bietet allerdings keinen eigenen RAID-Controller

Viel, schnell und schwer. Das 5big-Thunderbolt-Laufwerk von Lacie kann in allen diesen Kategorien punkten. Mit 20 TB Speicherplatz, verteilt auf fünf 3,5-Zoll Festplatten, einer maximalen Schreib- und Leserate von 630 MB/s beziehungsweise 485 MB/s (gemessen mit dem Macwelt-Testprogramm How Fast im RAID-0-Betrieb ) und einem Gewicht von über acht Kilogramm richtet sich das Gerät vor allem an Anwender, die beispielsweise bei der Film- und Videoproduktion nie genug schnellen Speicherplatz haben können.

Die Hardware

Lacie verbaut in das Metallgehäuse fünf Festplatten vom Typ Seagate ST4000DX000 Barracuda XT mit jeweils 4 TB Speicherplatz, 7200 Umdrehungen in der Minute und 128 MB Cache. Die Platten befinden sich jeweils in einem Einschub, den man nach Lösen der Verriegelung aus dem Gehäuse herauszieht. Die Festplatten sind mit einem Träger verschraubt, bei dem einer der Schrauben mit einem Siegel und die andere mit einem Aufkleber mit der Laufwerksnummer abgedeckt ist. Entfernt man das Siegel, erlischt die Garantie, die Lacie für drei Jahre einräumt. Ersatzlaufwerke liefert der Hersteller darum inklusive des Trägers, ein Exemplar mit 4 TB kostet aktuell 350 Euro. Das Festplattenmodell ist im Handel nicht erhältlich, sondern wird nur fest verbaut in externen Laufwerken angeboten. Technisch wäre es jedoch kein Problem, das Siegel zu entfernen und dann andere Festplatten einzubauen.

Das Laufwerk hat zwei Thunderbolt-Anschlüsse , sodass sich das Signal durchschleifen lässt. Im Test verbinden wir es mit einem Macbook Air mithilfe des mitgelieferten Thunderbolt-Kabels und schließen an den zweiten Thunderbolt-Port einen Monitor an, was einwandfrei funktioniert. Auch wenn das Macbook zugeklappt ist, arbeitet der Monitor wie es sich gehört problemlos weiter. Geht der Mac in den Ruhezustand, legt sich auch das 5big schlafen. Während des Betriebs ist der Lüfter zwar zu hören, unangenehm ist das Geräuschniveau jedoch nicht. Nur das Anfahren der Festplatten macht Radau, ist aber schnell vorüber. Im Betrieb ohne Zugriff messen wir 0,9 Sone , und bei Festplattenzugriffen 1,1 Sone. Zur Stromversorgung dient ein knapp 600 Gramm schweres externes Netzteil. Während des Tests kommen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 50 Watt, der Spitzenverbrauch liegt bei 63 Watt. Im Ruhemodus messen wir 0,7 Watt, und schalten wir das Laufwerk über den Netzschalter aus, ist kein Stromverbrauch mehr zu messen.

Laufwerke einrichten

Auf einen RAID-Controller hat Lacie verzichtet, das Laufwerk ist ab Werk mit dem Festplattendienstprogramm als RAID 0 konfiguriert. Man kann die Platten mit dem Dienstprogramm aber auch anders einrichten und beispielsweise zwei Platten zu einem RAID 1 und drei zu einem RAID 0 zusammenfassen oder jede Platte als eigenständiges Volume konfigurieren. Auch mit dem Programm Soft RAID können wir das Laufwerk konfigurieren, es bietet aber wie das Festplattendienstprogramm nur RAID 0 und 1. Für den Praxistests mit einem aktuellen Macbook Air verwenden wir einen Ordner mit mehreren Filmen und 27,8 GB. Bei RAID 0 messen wir 434 MB/s beim Lesen und 479 MB/s beim Schreiben, für eine einzelne Platte liegen die Übertragungsraten bei 180 MB/s und 179 MB/s. Diese entsprechen auch ungefähr denjenigen Werten, die wir bei einem RAID 1 messen. Mitgeliefert wir das Programm RAID Monitor, das die Laufwerke überwacht und meldet, wenn es zu einem Problem kommen sollte. Es funktioniert aber nur, wenn ein RAID eingerichtet ist, nicht bei Einzelplatten. Darüber hinaus ist auf der Software-CD noch das Backup-Programm Intego Backup Manager Pro zu finden.

Das Lacie-typische Gehäusedesign der 5big Thunderbolt ist sehr zurückhaltend
Vergrößern Das Lacie-typische Gehäusedesign der 5big Thunderbolt ist sehr zurückhaltend
© Lacie

Empfehlung Lacie 5big Thunderbolt

Das  Lacie 5big Thunderbolt ist ein Laufwerk für Profis, die für die gebotene Leistung auch viel Geld ausgeben. Dafür bekommt man aber auch viel Speicherplatz, der sich zudem schnell beschreiben und auslesen lässt. Für etwa den halben Preis ist das 5big Thunderbolt auch mit 10 TB zu haben, ein Leergehäuse gibt es nicht.

Lacie 5big Thunderbolt

Lacie

Preis: € 1990, CHF 2476

 Note: 1,7 gut

Leistung (50 %)                     1,6

Ausstattung (20 %)               2,5

Handhabung (20 %)              1,4

Ergonomie (10 %)                  1,5

Vorzüge:Solides Gehäuse, einfacher Plattentausch, vergleichsweise leise

Nachteile: Platten im Träger versiegelt, kein Hardware-RAID

Alternative: PromisePegasus R6 Thunderbolt

Anschlüsse: 2x Thunderbolt; Maße: (L x B x H) 195 x 177 x 220 mm; Gewicht: 8,2 kg; Stromverbrauch: Ausgeschaltet 0 W, Ruhezustand 0,7 W, Ein ohne Festplattenzugriff 45,5 W, Ein mit Festplattenzugriff 63 W, Durchschnittsverbrauch im Test 50 W.

www.lacie.com/de

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