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Test: Lacie Cloud Box

27.02.2013 | 09:50 Uhr |

Mit der Cloud Box kann man seinen eigenen Cloud-Speicher einrichten. Zudem ist er zentraler Datentank für zu Hause

Die Versprechungen des Anbieters klingen gut. Demnach muss man die ganz in Weiß gehaltene Box nur an die Steckdose und mit Ethernet -Kabel an den heimischen Router anstöpseln, schon kann die persönliche Cloud im Heimnetzwerk den Betrieb aufnehmen. Unser Test bestätigt dies. Nur wenige Minuten nach Inbetriebnahme steht uns im Finder unter Freigaben im Netzwerk der Ordner „Family“ zur Verfügung, der vom Hersteller bereits mit attraktiven Videos und Musik bestückt ist. Diese kann man bei Bedarf löschen, um den Platz frei zu räumen und nach Belieben eigene Dateien per Drag-and-drop abzulegen. Darauf haben alle Nutzer im heimischen Netzwerk unbegrenzten Zugriff.

Das klappt in unserem Test im WLAN schnell und unkompliziert, die Dateien lassen sich direkt aus der Cloud Box im Finder starten. Ein wichtiger Punkt für Cloud-Nutzer ist, ob und welche Backup-Varianten unterstützt werden. Zum einen bietet Lacie kostenlos die Intego Backup-Software zum Download an, für Windows die Lacie Genie Timeline . Vor allem aber lässt sich vom Mac aus direkt Apples Time Machine einsetzen, beim Einrichten und im Betrieb stoßen wir auf keine Probleme.

Die Cloud Box persönlich

Um die Cloud Box umfassend zu verwalten, nutzt man das „ Dashboard “. Das hat nichts mit Apples Widget-Hintergrundprogramm zu tun, sondern ist eine Verwaltungsoberfläche für die Box, auf die man über den Browser Zugriff erhält. Damit lassen sich etwa Benutzernamen und -ordner anlegen sowie verwalten, Zeiteinstellungen für Ruhemodi einrichten, ein Zugang auf die Box über einen eigenen Dateibrowser öffnen und vieles mehr. Intuitiv allerdings ist dies nicht – schon hierzu benötigt man einige Erfahrung, um sich sicher durch die diversen Optionen zu klicken.

Immerhin lässt sich für bis zu zehn Mitglieder ein eigener, passwortgeschützter Ordner im Cloud-Box-Netzwerk anlegen. Freilich hat der Administrator, in der Regel der Hauptnutzer, immer Zugang und kann das Passwort nach eigenem Gutdünken ändern. Eine echte Privatsphäre ist so nicht möglich.

Per Ethernet verbindet man die Lacie Cloud Box mit dem lokalen Netz
Vergrößern Per Ethernet verbindet man die Lacie Cloud Box mit dem lokalen Netz
© Lacie

Die Cloud Box unterwegs

Doch Lacie verspricht mit seiner schicken Cloud Box noch mehr. So kann man auf seine Daten über das Internet auch von unterwegs zugreifen, zum Beispiel über iPhone oder iPad per App oder über jeden anderen Rechner mit Internetzugang. Dazu muss man jedoch umständlich nicht nur die „LaCie MyNAS“ (alternativ DynDNS) auf der Netzwerkseite des Dashboards konfigurieren, sondern im Router auch noch eigens einen Port öffnen, um an der Firewall vorbeizukommen. Intuitiv und nutzerfreundlich ist auch das nicht mehr. Zum Lohn aber kann man danach seine Dateien einschließlich Filmen und Fotos von außerhalb über das Internet nutzen sowie unterwegs neue Dateien auf die Cloud Box hochladen.

Empfehlung: Lacie Cloud Box

Die Lacie Cloud Box bietet beeindruckende Möglichkeiten – aber nur, wenn man bereit ist, sich aktiv als „Administrator“ im Dashboard zu betätigen. Wer sich auf den „Familienordner“ und einfache Backups beschränken will, hat es deutlich unkomplizierter. Dagegen steht klar der hohe Preis, der sich nur lohnt, wenn man alle Optionen nutzen will.

Cloud Box

Lacie

Preis: € 150 (1 TB), € 189 (2 TB), € 220 (3 TB)

Note: 2,2 gut

Leistung (50 %)          1,5

Ausstattung (20 %)    2,0

Bedienung (20 %)       3,0

Dokumentation (10 %)           4,0

Vorzüge: Grundfunktionen einfach nutzbar, Zugang auf Box auch extern über das Internet, schnelles Streaming, unterstützt Time Machine, zeitgesteuerter Energiesparmodus, 10 GB zusätzlicher Speicherplatz auf Wuala im ersten Jahr

Nachteile: Teils komplizierte Konfiguration, Hilfe nur über Internet, deutliches Betriebsgeräusch, gelegentlich Verbindungsprobleme im Finder

Alternative: Diverse NAS-Festplatten, Online-Speicherdienste

Ab OS X 10.5

www.lacie.de

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