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Mac Pro 3,2 Gigahertz

20.06.2008 | 12:23 Uhr |

Nach der Vorstellung der neuen High-End-Macs im Januar diesen Jahres erreicht uns nun das Spitzenmodell zum Test. Mit 3,2 Gigahertz Takt und einer Top-Grafikkarte von Nvidia soll der Mac in neue Dimensionen der Rechen- und Grafikleistung vorstoßen.

Das Modell, das uns Apple zum Test zur Verfügung stellt ist bis zum Rand voll mit Zusatzoptionen ausgerüstet. Satte acht Gigabyte RAM stehen zur Verfügung und vier Festplatten mit je einem Terabyte Kapazität arbeiten in dem Renner. Die Grafikkarte Geforce 8800 GT zählt derzeit zu den technisch fortgeschrittensten auf dem Markt, zumindest für den Mac. Für Windows-PCs gibt es schon Grafikkarten einer neueren Generation.

Flache Karte Die Nvidia Geforce 8800 GT im High-End-Mac-Pro kommt in normaler Bauhöhe, der integrierte Lüfter ist allerdings hörbar.
Vergrößern Flache Karte Die Nvidia Geforce 8800 GT im High-End-Mac-Pro kommt in normaler Bauhöhe, der integrierte Lüfter ist allerdings hörbar.

CPU- und Grafikleistung

Bei einem Mac dieser Klasse sind die Rechenleistung der CPU und die Grafikleistung der Grafikkarte ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Unsere Benchmarks reflektieren dann auch die Möglichkeiten der Maschine. Über alle Tests hinweg gemessen erreicht der High-End-Mac etwa 15 Prozent mehr Leistung als das aktuelle 2,8-Gigahertz-Basismodell mit der Standard-Grafikkarte. Das entspricht in etwa dem Unterschied in der reinen CPU-Taktfrequenz. In einigen Tests jedoch kann sich der High-End-Mac deutlich vom Basismodell absetzen. Das betrifft allerdings lediglich die Benchmarks, die die Leistung der Grafikkarte beanspruchen. Besonders im Core-Image-Test mit der Bildverarbeitung Imaginator liefert die Nvidia-Karte bis zu 75 Prozent mehr Geschwindigkeit. Bei anspruchsvollen 3D-Spielen, wie zum Beispiel Doom 3 liegt die Bildrate immerhin um knapp 40 Prozent höher.

Stromverbrauch und Lautheit

Abstriche gegenüber dem Mac-Pro-Basismodell muss man erwartungsgemäß in puncto Lautheit und Stromverbrauch machen. Der kräftige Lüfter auf der Grafikkarte macht sich bemerkbar. Im normalen Betrieb ohne Last messen wir 1,3 Sone, das sind 0,4 Sone mehr als beim Basismodell. Der Unterschied ist nicht gravierend aber durchaus hörbar.

Auch nach 20 Minuten Volllast, wobei wir allen acht CPU-Kernen und der Grafikkarte ordentlich Arbeit geben, wird der Mac Pro kaum merklich lauter. Wir messen 1,6 Sone - ein guter Wert. Zum Vergleich: unser Referenzsystem, ein Power Mac G5 Dual 2 Gigahertz aus dem Jahr 2003 dröhnt bei diesem Test mit 2,7 Sone vor sich hin.

Das gute Bild ändert sich jedoch beim Stromverbrauch. Die deutlich kräftigere Grafikkarte und vor allem die drei zusätzlichen Festplatten schlagen hier negativ zu buche. Bereits im normalen Betrieb ohne Last zieht der High-End-Mac stolze 240 Watt aus der Steckdose. Das sind 100 Watt mehr als die Mac-Pro-Basisversion. Unter Last messen wir gar 337 Watt. Einen persönlichen Beitrag zur CO2-Minderung kann man mit diesem Mac sicherlich nicht leisten.

Festplatten im Raid-Verbund

Unser Testgerät kommt mit vier SATA-Festplatte, die je ein Terabyte auf die Waage bringen. Die Tests führen wir zunächst auf nur einer der vier Platten durch, man kann allerdings alle vier Laufwerke zu einem Raid-0 verbinden und erreicht so wesentlich höhere Datenraten. Im Maximum messen wir so knapp 270 Megabyte pro Sekunde. Gegenüber einer einzelnen Platte (80 Megabyte pro Sekunde) ist das eine deutliche Steigerung. Zudem bekommt man so die vollen vier Terabyte am Stück auf einer logischen Partition. Allerdings vervierfacht sich dann auch das Risko eines totalen Datenverlustes durch Ausfall nur einer Platte. Man sollte so ein Raid also nur dann einrichten, wenn man gleichzeitig regelmäßig externe Backups beispielsweise mit Time Machine durchführt.

Fazit

Apples aktueller High-End-Rechner ist der schnellste Mac, den wir bislang im Testcenter begrüßen durften. In Sachen CPU- und Grafikleistung zeigt er, was im Moment technisch machbar ist. Doch diese Leistung fordert Tribut - in erster Line finanziellen aber auch bei der Geräuschbelastung und vor allem im Stromverbrauch. Wer maximale Rechenleistung benötigt, wird um den High-End-Boliden nicht herumkommen, allen anderen sollte die Basisversion genügen. cm

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

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